Große Aufregung, große Werbung

An der Glocke vor dem Museum ging es los: Sven Tietzer befragt zunächst Maike Becker. (Foto: Becker)
 
Hans Jörg Drake erklärt die Funkionsweise der unterschiedlichen Turmuhren.

NDR-Fernsehen sendet live aus dem Bockenemer Turmuhren- und Heimatmuseum

Groß war die Aufregung bei Maike Becker. Die Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde im Ambergau hatte am Dienstagnachmittag ihren ersten Fernsehauftritt. Und das gleich live. Denn im Rahmen der NDR-Sendung „Mein Nachmittag“ wurde das Format „Tietzer kommt“ direkt aus dem Ambergau übertragen. In dem elfminütigen Beitrag wurde über das Turmuhren- und Heimatmuseum, das Uhrenatelier Manßhardt & Kurzidim sowie ein klein wenig über Bockenem allgemein gesprochen.
Und das aus gutem Grund. Denn das Museum feiert schließlich am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen (der „Beobachter“ berichtete). Warum da nicht einmal das Fernsehen einladen, dachte sich Becker und bewarb sich beim NDR. Nachdem zunächst keine Antwort kam, schrieb sie Sven Tietzer direkt über Facebook an – und bekam prompt eine positive Rückmeldung.
Doch getan war es damit natürlich noch nicht. Viele, insbesondere technische Dinge mussten geklärt werden. Schließlich wird der Beitrag auch direkt vor Ort produziert. Daher muss der Satellitenwagen freie Verbindung in Richtung Süden haben. Um die inhaltlichen Dinge ging es dagegen recht kurzfristig. Erst am Vormittag wurden diese bei einem Rundgang durch das Museum besprochen. Der ursprüngliche Plan, sowohl das untere, als auch das obere Stockwerk zu besuchen, wurde dabei verworfen. Von oben, zum Beispiel dem Biedermeier-Zimmer oder dem Büro des Unternehmensgründers Johann Friedrich Weule, gab es kurze Einspieler. Bereits am Vormittag hielt sich ein weiteres Team bei den beiden Bockenemer Uhrmachern Michael Manßhardt und Sven Kurzidim und berichtete in einem weiteren Einspieler über deren Arbeit mit den großen und kleinen Uhren. Insgesamt waren rund ein Dutzend Mitarbeiter des NDR vor Ort.
Als es dann in Richtung 16.20 Uhr ging, füllte sich der Platz vor dem Museum langsam mit interessierten Zuschauern. Um 16.36 Uhr startete die Übertragung. Vom Dreh bekamen die Besucher jedoch nicht viel mit. Denn nach dem Start, der an der Glocke am Rand der Sitzmulde, ging es in das Museum, zu dem nur die Protagonisten Zutritt hatten. Hans-Jörg Drake, einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums, erklärte die Funktionsweise der Turmuhren und Bürgermeister Rainer Block über die immer noch eingehenden Meldungen von Weule-Uhren aus aller Welt.
Elf Minuten dauerte die „Werbung“ für das Bockenemer Museum, eine Viertelstunde später war die Technik verpackt und der NDR verabschiedete sich wieder aus dem Ambergau. Maike Becker Hans-Jörg Drake und die weiteren Ehrenamtler hoffen, dass der Beitrag zahlreiche Besucher zum Jubiläumsfest lockt. Über das Programm berichtet der „Beobachter“ in der morgigen Ausgabe. Und der nächste prominente Gast kommt schon am morgigen Donnerstag: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wird sich bei seinem Bockenem-Besuch unter anderem das Museum ansehen.

Der Beitrag ist in der Mediathek des NDR unter www.ndr.de/ fernsehen/sendungen/mein_nachmittag/Tietzer-besucht-Turmuhrenmuseum-Bockenem,meinnachmittag16422.html zu sehen.