Halbzeit für die Bockenemer Europatournee

Gruppenfoto mit Schülern und Lehrern aus sechs Ländern. Hier im 300 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegenen, nordnorwegischen Nordkjosbotn. Als nächstes geht es für die Bockenemer Oberschüler ins spanische Toledo.

Comenius: Am 15. Oktober geht es nach Toledo / „Projekt ist für unsere Schule ein Gewinn“

Es ist eine Premiere für die Bockenemer Schüler und es ist jetzt schon ein großer Erfolg: das Comenius-Projekt. Im Jahr 2010 noch als Hauptschule beworben, ist nun die Oberschule federführend. Doch auch nach der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule verläuft alles bestens. Was auch daran liegt, dass Schulleiterin Dagmar Pallinger dem Projekt aufgeschlossen gegenübersteht und es nach besten Kräften unterstützt: „Europa wächst in Einzelpersonen zusammen. Die jungen Leute können durch diesen Austausch viel lernen.“ „Das ist nicht überall so. Immerhin ist das ganze auch mit Kosten behaftet und kostet Zeit“, bedankt sich Andreas Kern, hauptverantwortlicher Lehrer, bei der Schulleiterin.
Die Bockenemer haben sich mit fünf weiteren Schulen zusammengeschlossen, jede Lehranstalt wird einmal besucht. Zwei bis sechs Schüler und zwei bis drei begleitende Lehrer machen sich immer auf den Weg. Nach den Reisen zum Auftakt nach Dumont/Paris und anschließend nach Portici/Neapel, ging es im Mai diesen Jahres nach Nordnorwegen, in die Kleinstadt Nordkjosbotn, 300 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegen. In wenigen Tagen geht es jetzt nach Toledo/Spanien, Anfang des nächsten Jahres nach Lissabon und das Abschlusstreffen findet im Mai 2013 in Bockenem statt. Zu jedem Besuch wird eine Arbeit vorbereitet, welches jede Schule beim Treffen dann vorstellt. Das alles unter dem übergeordneten Thema ob es zwischen den europäischen Jugendlichen überhaupt noch Unterschiede gibt. Zuletzt drehten die elf bis 16-jährigen ein Video über ihre Probleme mit Freunden oder Familie.
Nun ist also Halbzeit des Projektes und die Verantwortlichen ziehen ein mehr als positives Zwischenfazit. „Bisher läuft alles sehr gut. Comenius ist auf jeden Fall ein großer Gewinn für unsere Schule“, freut sich der Verantwortliche Lehrer Andreas Kern. Es gebe ein riesiges Interesse, auch Realschüler würden gerne mitarbeiten. Bisher könnten aber nur die gut 20 Schüler in der Comenius-AG teilnehmen. Darüberhinaus sind, teilweise überschneidend mit der AG, fünf Klassen des Hauptschulzweiges direkt beteiligt. „Ein weiteres Projekt ist aber schon angedacht und dann können auch Schüler des Realschulzweiges teilnehmen“, soKern. Er selbst werde dann nur noch im Hintergrund stehen, andere Lehrer seien ebenso begeistert und könnten die nächste Comenius-Runde betreuen. Wann diese starte sei aber noch nicht klar. Ob 2014 oder erst 2015, müsse noch geklärt werden.
„Selbst die Sprache ist eigentlich kein Problem. Zwar sind die meisten anderen Schulen Gymnasien, doch Probleme bei der Kommunikation gibt es eigentlich nicht. Irgendwie konnten sich bislang alle immer verständigen“, erläutert Andreas Kern. Eine kleine Überraschug gab es bei der jüngsten Reise nach Norwegen: Die Sonne ging nicht unter, es herrschte der mehrmonatige Polartag. Dunkel wurde es also nicht, ungewohnt für die Besucher aus dem Süden. Aus Italien kam eine Bockenemerin zurück und sagte als erstes zu ihrer Freundin: „Die sind ja genauso wie wir!“
Auch aus Spanien werden die mitreisenden Schülerinnen und Schüler wieder viele Eindrücke mitnehmen und neue Freundschaften knüpfen. Und auch sie werden dafür sorgen, dass Europa wieder ein bißchen mehr zusammenwächst.