Handlungsbedarf beim ÖPNV im Ambergau

Stellungnahme der Sozialdemokraten zum Nahverkehrsplan

Die Kommunen im Landkreis Hildesheim sind aufgefordert, ihre Stellungnahme zur Fortschreibung des Nahverkehrsplanes abzugeben. Ortsverein und Ratsfraktion der SPD Ambergau haben sich mit der Thematik in den letzten Wochen nach eigener Aussage „ausgiebig beschäftigt“ und den Entwurf des Landkreises genau unter die Lupe genommen. Das Fazit: Es besteht dringender Verbesserungsbedarf.
So halten es die Sozialdemokraten für nicht nachvollziehbar, warum in den Nachbarkommunen im innerörtlichen Bereich Anrufsammeltaxen oder Rufbusse fahren, aber im weitläufigen Gebiet der Stadt Bockenem sich die Bürger mit einem eher dürftigen Busangebot zufrieden geben müssen. An schulfreien Tagen sinke das Angebot noch weiter ab. Ein klares Signal an den Landkreis, dringend zu handeln.

Als inakzeptabel wird die Verbindung zum Klinikum / Medizinum Hildesheim eingestuft. So seien hier bis zu drei Umsteigevorgänge notwendig, um beispielsweise von Bornum bis zum Facharzt gelangen zu können. Es sei zu überlegen, ob hier nicht eine Sonderlinie aus dem Ambergau über Holle zum Klinikum eingerichtet werden könne.
Schwierig verhalte es sich auch damit, die Übersicht über das Angebot zu behalten beziehungsweise diese überhaupt erst einmal zu bekommen. „Der Nutzer muss sich seine Fahrt mit zwei unterschiedlichen Fahrplansystemen und zwei unterschiedlichen Eisenbahngesellschaften zusammenstellen und dann auch noch verschiedene Fahrkarten kaufen“, erklärte SPD-Fraktionschef Siegfried Berner. Für ältere Mitbürger sei das eine Zumutung, da diese meist keine Möglichkeit hätten, sich vor der Fahrt über das Internet zu informieren.
Ein gut funktionierendes und übersichtliches Angebot für den öffentlichen Nahverkehr sei ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine Kommune. Deshalb fordere die SPD die Verwaltung der Stadt Bockenem auf, ihre Anregungen in die formelle Stellungnahme an den zuständigen Landkreis aufzunehmen. Übrigens: Die Beratung dieses wichtigen Themas steht auf der Tagesordnung bei der nächsten öffentlichen Sitzung des Fachausschusses am Donnerstag, 19. Februar, um 18 Uhr im Rathaus.