Hansetage ohne Hansestädte

Im Bereich des Winkel soll in diesem Jahr der „alte Markt“ bei den Bockenemer Hansetagen stattfinden. Vermutlich kann auch die ehemalige Heilig-Geist-Kapelle (Vordergrund) mitgenutzt werden.

Nur zwei Teilnehmer aus den Reihen des Sächsischen Hansebundes melden sich für Bockenemer Fest an

Die Enttäuschung ist schon groß bei Holger Pieper.

Für die 5. Bockenemer Hanse­tage, die gleichzeitig als 1. Sächsische Hansetage der Neuzeit in die Geschichte des 2012 wieder ins Leben gerufenen Bundes in die Geschichte eingehen sollten, haben sich nur zwei Städte angemeldet. „Einladungen gingen an alle 37 Mitglieder, aber nur Halle und Einbeck sind dabei“, berichtete Pieper bei einem Treffen mit den Vereinsvertretern zur Vorbereitung auf das Fest am 21. und 22. Mai. Eigentlich sollten sich auf dem Buchholzmarkt die auswärtigen Städte in Pagodenzelten präsentieren. Das fällt nun flach. Die beiden Teilnehmer werden nun die Verbindung von der Ecke Königstraße/Marktstraße zum Winkel bilden.
Denn im Winkel stehen in diesem Jahr als Neuerung die örtlichen Vereine. „Wir wollten einfach mal etwas Neues anbieten und den ältesten Teil der Stadt mit einbeziehen“, erklärt Pieper. Die Bewohner des Straßenzuges waren bei einem Gespräch von der Idee begeistert. Was man von einigen Vereinsvertretern nicht sagen kann. Die schienen ob dieser Information etwas überrascht, obwohl diese schon beim ersten Vorbereitungsgespräch im November gegeben wurde. Und dass ohne Einwände seitens der Anwesenden. Die Befürchtung nun lautete, dass der Platz zu abgelegen sei und sich dort zu wenige Besucher tummeln würden.
Eine Änderung wird es jedoch nicht mehr geben. „Wir können nicht vier Wochen vor Beginn die ganzen Planungen über den Haufen werfen“, erklärte Pieper. Er ist sich jedoch sicher, dass sich die Befürchtungen nicht bestätigen werden. Mit ausreichend Hinweisschildern und Werbung im Vorfeld würde auch auf diesen Teil aufmerksam gemacht werden. Zudem soll im Winkel die offizielle Eröffnung am Sonnabend gegen 14 Uhr mit mehreren Gästen stattfinden. Auch einige Gaukler seien dort auf einer kleinen Bühne zu finden. Wahrscheinlich ist auch die ehemalige Heilig-Geist-Kapelle nutzbar, die derzeit ein Privatmann saniert und etwas umbaut.
Die große Bühne soll diesmal in der Sitzmulde auf dem Markt aufgebaut werden. Am Sonnabend ab 20 Uhr tritt dort die Party-Band „Grace“ auf, die bereits seit dem Jahr 1989 auf unzähligen, auch großen Festen für Stimmung gesorgt hat. Ansonsten ist die Bühne bis auf einen Auftritt der Bornumer Grundschule noch zur „freien Verfügung“. Interessenten können sich im Rathaus melden, so Pieper.
Ein weiteres Highlight wird natürlich auch wieder das Mittelalterlager sein. Dieses wird sich diesmal zwischen der St.-Pankratius-Kirche und dem Tillyhaus befinden und wie üblich mit vielen Aktionen die Besucher anziehen. Der Bereich des neuzeitlichen Marktes wird sich, wie sonst auch, in der oberen Königstraße befinden. Der Auftakt des Festes findet bereits am Freitagabend statt. Hier soll ein Empfang für die auswärtigen Gäste stattfinden. Dazu haben sich immerhin auch der Wirtschaftdezernent aus Braunschweig und Uelzens Oberbürgermeister angemeldet. Am Sonntag startet der Markt nach der Kirche um 11 Uhr und dauert bis 18 Uhr. Ab 13 Uhr sind auch die Geschäfte in der Innenstadt geöffnet.
Alle Beteiligten hoffen nun natürlich auf gutes Wetter. Bei den bislang letzten Bockenemer Hansetagen begann es am Sonnabendnachmittag zu regnen und hörte erst am Montag wieder auf. Der Markt wurde vorzeitig beendet, die Mittelalterleute versanken im Schlamm und die Feuerwehren hatten vielerorts mit Überschwemmungen zu kämpfen. Diesmal soll es anders kommen – dann dürften sich auch die Bedenken mancher Vereinsvertreter in Luft auflösen.