Hansetage werden ins nächste Jahr verschoben

Die Kutsche kann in diesem Jahr stehen bleiben: Die Hansetage finden erst in 2016 statt.

Probleme mit den Marktbeschickern / In diesem Jahr ist ein kleines Fest als Ersatz geplant

„Ich empfehle, die Hansetage 2015 nicht stattfinden zu lassen“, brachte es Holger Pieper, Amtsleiter und Vorsitzender des Gewerbevereins, auf den Punkt. Er berichtete während der Sitzung des Jugendausschusses von mehreren Problemen. Zum einen sei es schon ungünstig, dass die Veranstaltung nur alle zwei Jahre stattfinden würde. Daher merken sich die Marktbeschicker diesen Termin nicht unbedingt vor, da diese lieber über die jährlichen Veranstaltungen ziehen. „Tödlich war jedoch die Verschiebung um vier Wochen in den Juni“, ist sich Pieper sicher. Denn am geplanten Wochenende vom 19. bis 21. Juni finden weitere (Mittelalter-)Feste in der Umgebung statt.

„Ich bekomme keine Mittelalterleute und auch bei den modernen Marktbeschickern gibt es Probleme“, so Pieper weiter. Er habe, ohne Erfolg, bis nach Essen telefoniert.
Eine weitere Idee sei es gewesen, den 1. sächsischen Hansetag der Neuzeit in Bockenem durchzuführen. Diesen Bund innerhalb dem der Internationalen Hanse habe Bockenem federführund mit aufgebaut. Doch die Kommunikation mit dem Hauptkontor in Halle gestaltete sich schwierig. Letztlich hätte nur eine der angeschlossenen Städte ihr Kommen zugesagt.

Der Vorschlag Piepers war es, die diesjährigen Hansetage auf das 3. Maiwochenende im Jahr 2016 zu verschieben. Für diesen Termin gäbe es schon mehrere Zusagen. Es wäre wohl das Todesurteil, sollte das Fest in diesem Jahr stattfinden und dann schiefgehen, ist sich Holger Pieper sicher. Das sahen auch die Ausschussmitglieder so. Neben der Verschiebung soll die Organisation zudem auf mehrere Schultern verteilt werden. Denn obwohl Pieper in den vergangenen Jahren die meiste Arbeit hatte, ist es eigentlich keine städtische Veranstaltung, sondern aus dem Frühlingsfest des Gewerbevereins hervorgegangen.

Nun ist geplant, eine Art Festausschuss zu bilden. Verschiedene Personen und Organisationen sollen dazu eingeladen werden, ob sie sich eine Teilnahme vorstellen könnten. Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig für dieses Vorgehen.

Allerdings, ganz ohne Fest soll es dann doch nicht weitergehen. Anstatt der Hansetage soll am Sonnabend, 20. Juni, eine Art „Kleinkunstfestival“ in der Innenstadt angeboten werden. Nach einer verlängerten Öffnungszeit der Geschäfte sollen kleine Bühnen in der König- oder Bönnierstraße aufgebaut werden und den Abend über mehrere Auftritte stattfinden. Über die weiteren Punkte der Ausschusssitzung berichten wir in einer der nächsten Ausgaben des „Beobachter“.