HI-OV 112: Der „Neue“ bei der Ortsfeuerwehr

Neues TSF übergeben: Bürgermeister Martin Bartölke, Stadtbrandmeister Alfred Schneider, Ortsbürgermeister Erich Sonnemann, Ortsbrandmeister Olaf Grönke (von links). (Foto: Berner)
 
Übergabe der von Heinz Grüttner und Daniel Hoppe gespendeten Motorsäge für das neue Fahrzeug. (Foto: Berner)

Feierliche Fahrzeugübergabe in Volkersheim / Mit 48.000 Euro teurem TSF wieder voll einsatzbereit

Anfang des Jahres stellte die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) fest, dass das 23 Jahre alte Fahrzeug der Ortsfeuerwehr Volkersheim aufgrund erheblicher Rostschäden aus dem Verkehr gezogen werden musste. Der Feuerschutzausschuss empfahl zur Sicherung des örtlichen Brandschutzes und der örtlichen Hilfeleistung die Neuanschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF). Rat und Verwaltung gaben schließlich grünes Licht, so dass schnellstmöglich Ersatz bestellt werden konnte.

Von Gertrud Berner

Volkersheim. Am vergangenen Freitag war es dann so weit. Nachdem die Volkersheimer Feuerwehraktiven, einschließlich der Jugendfeuerwehr, Aufstellung genommen hatten, fuhr Heiner Laffert mit dem festlich geschmückten TSF vor. Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke übergab das Fahrzeug im Wert von 48.000 Euro an den „Chef der Feuerwehren“, Stadtbrandmeister Alfred Schneider. „So ein Feuerwehrauto hält normalerweise 20 bis 25 Jahre. Geht gut damit um, in meiner Amtszeit bekommt ihr kein neues mehr“, wandte er sich an die Volkersheimer Wehr.
Stadtbrandmeister Alfred Schneider dankte Rat und Verwaltung für die zügige Ersatzbeschaffung. „Rückwärts fahren bitte nur mit Einweiser“, erinnerte er schmunzelnd. Ortsbrandmeister Olaf Grönke schloss sich den Dankesworten an Rat und Verwaltung an, dankte der FTZ für die zügige Abnahme des TSF und hob besonders jene hervor, die das neue Feuerwehrauto so festlich geschmückt hatten. „Wir werden unser neues Auto hegen und pflegen und artgerecht halten“, versprach er. Auf sein Kommando hin wurde die von Heinz Grüttner und Daniel Hoppe für das Einsatzfahrzeug gespendete Motorsäge samt Schutzhelm herbeigeholt. Grönke bedankte sich und sagte zu, dass Pflege und Wartungskosten vom Kommando übernommen würden.
Dies war das Stichwort für Barthold von Gadenstedt. Da es im Volkersheimer Waldgebiet durchaus vorkommen könne, dass Sturmschäden mit Hilfe einer Motorsäge beseitigt werden müssten, fühle er sich als Waldbesitzer bewogen, die Ausrüstung der Wehr zu komplettieren und eine Schnittbundhose zu spendieren. Ortsbürgermeister Erich Sonnemann wünschte der Wehr möglichst keine Einsätze, dafür aber schöne Übungsstunden. Alles habe seine Zeit und der Rat habe entschieden, dass die Zeit des alten Fahrzeugs abgelaufen sei. Es sei gelungen, einen guten Kompromiss zwischen den Wünschen der Wehr und den Vorstellungen der Stadtkämmerei zu finden. Pfarrer Dennis Sindermann wünschte der Wehr Gottes Segen und eine schöne Zeit mit dem neuen Wagen. Kreisschirrmeister Manfred Lerche und schloss sich seinen Vorrednern an. Im Namen der „Schlossgeister“ vom DRK-Seniorenheim Volkersheim trug Heimleiterin Heidemarie Wecke ihre guten Wünsche in Form von Selbstgedichtetem vor. Damit ging der offizielle Teil dem Ende zu; der Grill konnte angeheizt werden.
Der stellvertretende Ortsbrandmeister Jens Saradeth äußerte sich am Rande der Übergabe zu den Vorteilen des neuen Fahrzeugs. Bei der Ausstattung habe man auf den manuellen Lichtmasten verzichtet und sich für eine LED-Außenbeleuchtung neuester Technik entschieden. Er stellte heraus, dass jetzt alle Ausrüstungsgegenstände gut erreichbar untergebracht wären. Auch die komplette Ausrüstung für Ölunfälle, einschließlich Ölbindemittel und Behälter für kontaminiertes Öl, könne jetzt im Geräteteil des Wagens untergebracht werden. Selbst die beiden Leitern fänden im Innenraum Platz und müssten bei Eis und Schnee nicht mehr auf dem Fahrzeugdach transportiert werden. Diese Leitern wären gerade in Volkersheim unverzichtbar. Dazu Olaf Grönke: „Man stelle sich nur einmal einen Brand in einem der beiden großen Seniorenheime in Volkersheim vor: Es ist wichtig, dass wir die eingesetzten Feuerwehrleute schnell über die Leitern von außen in das Obergeschoss bringen können“. Im Notfall sei es nicht möglich, die Bewohner über das Treppenhaus zu evakuieren, wenn gleichzeitig die Aktiven in die entgegengesetzte Richtung nach oben laufen müssten.
Grönke und Saradeth zeigten sich froh, wieder über ein einsatzbereites Fahrzeug verfügen zu können. Da sie das alte Fahrzeug nur noch im Einsatzfall hätten benutzen dürfen, hätte es bei Ausbildungs- und Übungsabenden sehr gefehlt. In den letzten Wochen habe man gemerkt, dass die Ausbildung über kurz oder lang darunter leiden würde. Der Ortsbrandmeister bedankte sich noch einmal bei den Ortsfeuerwehren von Werder und Schlewecke, die den Volkersheimern für Wettkämpfe ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt hatten.