Hilfe für den Lebensabend zuhause

Das Bockenemer Team startet zur Pflegetour durch den Ambergau. (Foto: privat)

Die Diakoniestation Hildesheimer Land besteht seit 35 Jahren / Festgottesdienst in St. Pankratius

Die Diakoniestation Hildesheimer Land feiert Geburtstag. Seit 35 Jahren kümmern sich die überwiegend weiblichen Pflegekräfte um alte und kranke Menschen rund um Bockenem, Holle, Söhlde und Schellerten. Die Einrichtung ist aus den Schwesternstationen der Kirchengemeinden im ehemaligen Kirchenkreis Bockenem-Hoheneggelsen hervorgegangen und seither stetig gewachsen.

Heute sind rund 100 Mitarbeitende in ihren weißen Dienstwagen in der Region unterwegs, um die Patientinnen und Patienten zu Hause zu betreuen. Zur Feier des 35-jährigen Bestehens findet am Mittwoch, 26. November, um 14 Uhr ein Gottesdienst mit Superintendent Christian Castel in der St.-Pankratius-Kirche in Bockenem statt. Anschließend feiern die Mitarbeitenden im Gemeindesaal mit den Kooperationspartnern der Diakoniestation.
Zu erkennen ist die Station am Siegel der Diakonie, das alle drei Jahre neu zertifiziert wird. Zusätzlich zur jährlichen Kontrolle durch den Medizinischen Dienst lässt sich die Diakoniestation dafür einmal im Jahr freiwillig durch eine weitere unabhängige Institution überprüfen. So wird kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Qualität gearbeitet. Die Pflegekräfte der Diakoniestation Hildesheimer Land bilden fünf Teams jeweils mit eigener Teamleitung, die auch die Tourenplanung der ambulanten Pflege übernimmt. Zwei Teams sind für den Bereich Bockenem zuständig, eins für Holle und zwei weitere für die Region Hoheneggelsen.
Eine Besonderheit der ambulanten Pflege der Diakoniestation Hildesheimer Land sei die Bezugspflege, erklärt Pflegedienstleiterin Anneliese Heidrich: Die Pflegekräfte haben feste Touren, so dass Patientinnen und Patienten wochentags immer von der gleichen, ihnen bekannten Kraft besucht werden. So wird eine Beziehung aufgebaut, entsteht gegenseitiges Vertrauen. Meist handele es ich um hilfsbedürftige Menschen, die so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben möchten, berichtet Anneliese Heidrich.
Die Pflegefachkräfte der Diakoniestation beraten bei allen Fragen rund um Pflege, helfen beim Ausfüllen von Anträgen, unterstützen die Patienten auch bei Besuchen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen. Dies sei gerade bei Menschen, die allein lebten, häufig vonnöten, so Anneliese Heidrich. Die Mitarbeitenden der Diakoniestation kaufen auch ein, machen sauber oder begleiten ihre Patienten und Patientinnen zum Arzt, wenn es nötig ist. Durch den engen Kontakt der Bezugspflege falle ihnen auch auf, wenn es zu Hause überhaupt nicht mehr geht: „Wir haben einen Rundumblick“, so Heidrich.
Seit 2013 bietet die Diakoniestation in Kooperation mit dem Palliativstützpunkt in Seesen auch die Palliativpflege an. Die Fachkräfte kümmern sich um Menschen in der letzten Phase ihres Lebens und ersparen ihnen so den Krankenhausaufenthalt. In Notfällen machen sie sich auch nachts auf den Weg: „Niemand soll sich mit Schmerzen alleingelassen fühlen“, sagt Anneliese Heidrich.
Ein weiteres Angebot der Diakoniestation Hildesheimer Land sind die Betreuungsgruppen für an Demenz erkrankte Menschen. Diese besuchen meist einmal wöchentlich für drei bis sechs Stunden eine solche Gruppe, wo sie Beschäftigung und Anregung finden, auf Bekannte treffen und gut aufgehoben sind, während ihre Angehörigen andere Termine wahrnehmen. „Das wird sehr gern angenommen und kann oft über das Betreuungsgeld für Demenzkranke finanziert werden“, erläutert die Pflegedienstleiterin. Auch eine Betreuung zu Hause ist möglich, wenn ein an Demenz erkrankter Angehöriger nicht allein bleiben kann. In Notfällen gehe das auch kurzfristig, sagt Anneliese Heidrich.