Hindenburgstraße soll erneuert werden

Der nördliche Teil der Hindenburgstraße erhält einen neuen Ausbau. (Foto: Klaube)

Nördlicher Teil soll für den Schwerlastverkehr fitgemacht werden / Einbahnstraßen und 30er Zone in der Altstadt gewünscht

In einer überaus intensiven und ausführlichen Art und Weise behandelten am Montag die Mitglieder des Bockenemer Ortsrats, die Spitzen des Bauamts, Bürgermeister Martin Bartölke und Anwohner den vorgesehenen Ausbau der Hindenburgstraße in ihrem nördlichen Abschnitt zwischen der Bürgermeister-Sander-Straße und der Ernst-Deger-Straße.

Vor Jahren schon hatte sich das Unternehmen Meteor diesen Ausbau gewünscht. Zwischenzeitlich ist der Schwerlastverkehr hier so stark angewachsen, dass zumindest einseitig das vorhandene Straßenfundament dieser Beanspruchung auf Dauer nicht mehr gewachsen ist und als eine der Folgen davon auch die anliegenden Gebäude durch den Fahrverkehr erschüttert werden.
So jedenfalls die Sicht der Stadt, die bei den Anwohnern nicht unbedingt auf Zustimmung und Verständnis stößt. Weil diese Straße nämlich einen kompletten Aus- und Unterbau erhalten soll, fürchtet man auch unverhältnismäßig hohe Anliegerbeiträge nach der Straßenausbaubeitragssatzung. Warum nicht nur eine neue Decke aufbringen, so fragen manche, und der Schwerlastverkehr in Richtung Meteor, Betonbau und Biogasanlage, von dem sie gar nichts hätten, bringe nur hohe Belastungen in Form von Lärm, Erschütterungen und Schmutz.
Der erste Vorentwurf, der an diesem Tage zur Diskussion stand, sah von der mit Wohngebäuden besetzten Seite der Straße aus einen Gehweg, daran anschließend einen Grünstreifen, die 6,50 Meter breite Fahrbahn und zur Bahnseite hin einen erneuten Grünstreifen vor, den Gehwegaufbau in 50 und den Straßenaufbau in 70 Zentimetern Tiefe. Alle Lindenbäume werden dabei gefällt und nach Fertigstellung der Gesamtmaßnahme sollen neue gesetzt werden.
Unter den zahlreichen Einzel- und Detailfragen bei dieser Diskussion ging es unter anderem um den Grünstreifen auf der Häuserseite. Er soll nun entfallen, weil nicht nur die Anwohner die anfallenden Pflegeleistungen fürchten. Stattdessen soll auf dieser Seite ein kombinierter Geh-Radweg entstehen. Dem Bauamt wurde aufgeben, einen neuen Entwurf zu fertigen, der bereits am 25. November dem Bauausschuss vorliegen soll. Auch mit den Anwohnern soll es noch eine gesonderte Informationsveranstaltung geben, auf der dann auch konkrete Zahlen präsentiert werden können. Einig ist man sich aber dahingehend, dass die Hindenburgstraße nach Fertigstellung der Maßnahme den Anforderungen des Schwerlastverkehrs entsprechen müsse und dass sie ein ansprechenderes Gesamtbild erhält.
Keinen Diskussionsbedarf im Ortsrat gab es an diesem Tage zum Thema der Instandsetzung der Wege im Bürgerpark. Hierzu hatte das Bauamt einen Kostenvoranschlag eingeholt. Er sieht vor, die gesamte dort vorhandene Gehwegfläche im Umfang von 3500 Quadratmetern für 30.000 Euro zu befestigen. Der Vorschlag von Ortsbürgermeister Siegfried Berner, diese Maßnahme trotz der hohen Kosten durchzuführen und zur Aufnahme in den kommenden Haushaltsplan zu beantragen, fand Zustimmung. Schließlich werde dieser Park von sehr vielen Einwohnern der Stadt frequentiert.
Zwischenzeitlich hatten auch wieder die beiden Arbeitskreise Verkehr und Buchholzmarkt getagt. Aus dem erstgenannten berichtete Jürgen Meyer, dass man sich den Südwall vom Schlangenweg aus und die Wasserstraße von Markt aus als künftige Einbahnstraßen wünsche, ferner die Öffnung des Parkplatzes vor dem Gemeindehaus für alle und man für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h in der gesamten Altstadt eintrete. Bei verkehrlichen Baumaßnahmen sollte mehr als bisher auf die steigende Zahl derjenigen älteren Mitbürger Rücksicht genommen werden, welche auf Rollatoren angewiesen seien.
Der Arbeitskreis Markt hatte sich für eine „Belebung des Platzes in kleinen Schritten“ ausgesprochen. Das wären die Reduzierung des Fahrzeugverkehrs, die Aufstellung von Ruhebänken vor den Häusern, einer Informationstafel mit Hinweisen zu den Wandermöglichkeiten und eines „Bücherschranks“ auf dem Platz, die Ausrichtung eines Bürgerfrühstücks im kommenden Jahr und jetzt in der Adventszeit das Aufstellen von Weihnachtsbäumen in die auf der Nordseite vorhandenen Bodenhülsen. Eine weitere Zusammenkunft im Januar sollte dann nachaltigere Maßnahmen diskutieren.
Ortsbürgermeister Siegfried Berner teilte mit, dass die Ausweisung der Altstadt als 30 km/h-Zone schon im kommenden Frühjahr erfolgen solle und inzwischen drei Hinweisschilder zum Dillsgraben von der Einrichtung „Individuelle Hilfen“ fertiggestellt wurden. Von Seiten des Bauamts wurde bekannt, dass die Linden auf dem Markt rund um die Sitzmulde beschnitten werden, und man diese Maßnahme auch auf die die Bäume an der Tonkuhle ausdehnen werde. Hier allerdings müssten einige fortgenommen werden.