Hochwasser live

Rhüden hat es wieder einmal hart getroffen, rund 200 Häuser stehen unter Wasser. (Foto: Mihai)
   
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Hier versorgen wir Sie mit aktuellen Infos

15:55: Die Notbetreuung in der Kindertagesstätte Rhüden kann vor Ort erfolgen, teilt die Stadt Seesen mit: Die durch das Hochwasserereignis betroffene Kindertagesstätte Rhüden konnte soweit wieder hergerichtet werden, dass dort eine Notbetreuung wie für Kinder berufstätiger Eltern, ab Montag, 31.Juli, 7 Uhr möglich ist. Die zunächst vorgesehene Notbetreuung in den Räumen der ehemaligen katholischen Kirche Rhüden findet daher dort dann nicht mehr statt. Die Kindertagesstätte ist wieder unter der Nummer 05384-676 zu erreichen. Weitere Auskünfte erteilt auch die Stadt Seesen unter der Nummer 05381-75245.

14:14: Das Seniorenzentrum Theresienhof in Goslar wurde durch das Hochwasser massiv beschädigt. Die 124 Bewohner mussten am Mittwoch evakuiert werden, sie konnten in verschiedene Senioreneinrichtung in und um Goslar herum kurzfristig untergebracht werden. Es gibt ein Ausweichquartier in Braunschweig. Aktuell wird geprüft, wer von den Bewohnern für den vorübergehenden Aufenthalt infrage kommt. Für Angehörige wurde ein Info-Telefon eingerichtet. Die Nummer lautet: 0151 – 19528576.

13:05: Die Harzwasserwerke haben ein Update zu den Talsperren herausgegeben. Gute Nachricht: Die Pegelstände sind weiterhin unkritisch, eine Erhöhung der Wasserabgabe nicht erforderlich. Die gesamte Pressemitteilung: "Die Starkregenfälle im Harz haben nachgelassen. Daraus resultierend sind auch die Zuflüsse in die Talsperren zurückgegangen. Unsere Talsperren haben ein Hochwasser mit einem Volumen von zirka 34,0 Millionen Kubikmetern eingespeichert.Aktuell sind die Talsperren mit 121,2 Millionen Kubikmetern zu 66,7 Prozent gefüllt. Die Füllstände an der Oker-, Oder-, Söse-, Ecker- und Granetalsperre sind unkritisch. An den Unterwasserabgaben muss momentan nichts geändert werden. Die geplante Erhöhung der Unterwasserabgabe an der Innerstetalsperre ist zurzeit noch nicht erforderlich. Mit 17,4 Millionen Kubikmetern liegen wir noch unter dem Füllstand von 18,0 Millionen Kubikmetern, der zu einer Erhöhung der Abgabe von 0,9 Kubikmeter pro Sekunde auf 5,0 Kubikmeter pro Sekunde führen würde. Voraussichtlich werden wir diesen Wert heute noch nicht erreichen. Neue Starkregenfälle sind nicht in Sicht, sodass sich die Situation an den Talsperren im Westharz weiterhin entspannen wird.

11:30: Aktuelle Meldung zum Zugverkehr: Infolge der Hochwasserschäden auf der Linie RB 42/43 sind die erixx-Züge zwischen Braunschweig und Vienenburg in beiden Richtungen Verspätungen von gut 10 Minuten. Bitte beachten sie, dass auch weiterhin der Streckenteil Bad Harzburg - Vienenburg nicht mit Zügen befahren werden darf. Zwischen Vienenburg und Bad Harzburg ist Notverkehr mit Großraumtaxen eingerichtet, teilt das Bahnunternehmen mit.

28. Juli, 10:00: Aktuelle Straßensperrungen im Landkreis Goslar
Sperrungen im Bereich der Straßenmeisterei Seesen: Alle Sperrungen sind aufgehoben. Insbesondere die Bereiche in und um Lautenthal und Rhüden sind wieder befahrbar.
Sperrungen im Bereich der Straßenmeisterei Goslar und Braunlage: B 4, Ortsdurchfahrt Bad Harzburg, Sperrung ab B 242 in Richtung Bad Harzburg. Entscheidung, ob halbseitige Befahrbarkeit hergestellt werden kann, erfolgt am Nachmittag.
L 504 Altenau – Torfhaus halbseitig gesperrt, Kreisel wieder frei.

18:05: Autobahnunterführung der B 445 zwischen Kalefeld und Echte gesperrt:   Vermutlich aufgrund der Niederschläge der letzten Tage rutscht der bewaldete Böschungsbereich der Nordfahrbahn im Bereich der Autobahnunterführung ab. Auf einer Länge von rund 30 Metern verschiebt sich der Hang um gut einem Meter, eine Lärmschutzwand ist ebenfalls betroffen. Durch die Straßenmeisterei wird die B 445 in diesem Bereich komplett gesperrt, auf der A 7 in Richtung Norden wird der  Verkehr einspurig geführt. Am Freitag soll durch Bodenuntersuchungen das genaue Ausmaß ermittelt werden.

17:32: Auch in Bockenem gab es über Facebook einen privaten Aufruf zur Spende. Als Dank für die Einsatzkräfte kann diese auf das Konto der Stadt Bockenem überwiesen werden. Wichtig ist dabei der Überweisungszweck „Spende Hochwasser 2017 für die FFW“. Was damit am Ende genau unternommen wird, ist noch nicht sicher und hängt auch von der Höhe der Summe ab. „Ob Grillen oder ein Frühstück, wir werden mal schauen“, meinte Bürgermeister Rainer Block. Konto: Stadt Bockenem; Bank: Sparkasse Hildesheim; IBAN: DE19 2595 0130 0070 0006 90; BIC: NOLA DE21HIK; Überweisungszweck „Spende Hochwasser 2017 für die FFW“.

15:08: Meldung des Landkreises Goslar: Hochwasser im Landkreis Goslar geht weiter zurück – Lage aber teilweise noch kritisch. Die Einsatzschwerpunkte der Feuerwehren liegen weiterhin in Goslar, Lautenthal, Bad Harzburg und Rhüden. In allen Orten laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Die Wehren pumpen Keller leer und säubern die Verkehrswege. Im Seesener Ortsteil Rhüden sind die Straßen inzwischen zum Großteil frei und befahrbar. Lediglich die Ortsdurchfahrt Rhüden kann gegenwärtig noch nicht befahren werden.

14:15: Tief „Alfred“ brachte innerhalb von 48 Stunden erheblichen Dauerregen, Städte und Gemeinden wurden geflutet. Wie viele Niederschläge sich über den Harz ergossen, belegen die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Spitzenreiter ist der Brocken mit 238 Liter Regen innerhalb von 48 Stunden. Abgesehen vom Brocken erreicht Hahausen Spitzenwerte. „In 48 Stunden sind dort 171 Liter gemessen worden, im benachbarten Seesen 161 Liter ”, teilt Diplom-Meteorologe Martin Jonas von der Deutschen Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach mit. Sonst fallen hier gut 100 Liter im gesamten Monat Juli.

11:15: Meldung der Samtgemeinde Lutter: Die Hochwasserlage hat sich entspannt. Die Ortsdurchfahrten sind wieder passierbar. Damit ist unter anderem die B248 auf Höhe der Biogasanlage in Hahausen wieder befahrbar.

10:40: Auch in der „Beobachter"-Redaktion wird gefragt, wie man den Hochwasseropfern helfen kann. Pfarrer Johannes Koch aus Rhüden teilt folgendes mit: Ich werde immer wieder gefragt, wo man etwas spenden kann. Hier die Kontoverbindung für "Rhüdener helfen Rhüdenern": IBAN: DE74 2685 0001 0000 0185 64 bei der Stadtsparkasse Goslar, Inhaber "Kirche Rhüden", Spendenzweck "Hochwasser".

10:31: Aktuelle Information der ZAH (Zentrale Abfallversorgung Hildesheim): Mülltonnen und gelbe Säcke sollen weiterhin wie gewohnt zur Leerung herausgestellt werden. Sollte die Leerung nicht erfolgen, einfach stehenlassen, diese werden dann in den nächsten Tagen abgeholt, eventuell auch am Sonnabend oder Sonntag. Konkrete Aussagen können nicht getroffen werden. Die ZAH-Verwaltung in Groß Düngen ist überschwemmt und nicht erreichbar. Das Kundenbüro in Hildesheim, Almsstraße 27, ist heute von 8 bis 16 und am morgigen Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Infos gibt es unter der Telefonnummer (05121) 7458818. Sperrmüll aus Überschwemmungsgebieten kann kostenlos in der Deponie Heinde oder in den Wertstoffhöfen abgegeben werden.


27. Juli, 10:18: So langsam beginnt das große Aufräumen. Allerorten wird das Wasser aus Straßen und Häusern gepumpt. Einige Straßen sind daher weiterhin gesperrt. Von Bornhausen geht es weiterhin nicht nach Mechtshausen, von Rhüden sind die Straßen nach Bilderlahe, Königsdahlum und Lamspringe dicht. An der B243-Kreuzung in Bockenem geht es weiterhin nur in Richtung Hildesheim, die Wege nach Bornum und Königsdahlum sind nicht befahrbar. In vielen Orten sind auch innerorts weiterhin zahlreiche Straßen gesperrt.
Der Landkreis Goslar hat den Katastrophenfall um Mitternacht aufgehoben. Seitedem übernehmen wieder die Städte und Gemeinden die Verantwortung und Koordination sämtlicher erforderlicher Maßnahmen. Gegen Mittag werden weitere 154 Unterstützungskräfte erwartet, um die Harzburger und Seesener Feuerwehrleute abzulösen, teilte der Landkreis mit.


21:06: In einigen Gebieten geht es bereits ans Aufräumen. In Bornhausen werden die Keller leergepumpt, die Höfe, Wege und Straßen gesäubert. In Rhüden sind die Menschen noch weit davon entfernt. Zwar sinkt der Pegel allmählich und liegt aktuell bei gut 3,50 Meter, doch die braune Brühe fließt weiterhin durch die Straßen. Immerhin, die Bundesstraße ist wieder durchgehend von Seesen bis Bockenem befahrbar.
Dort bot sich ein eindrucksvolles Bild an der Kreuzung der B243. Die Feuerwehr pumpte das Wasser mit mehr als einem halben Dutzend Pumpen von der Hindenburgstraße und den Gärten der Allee in Richtung Nette und das in hohem Bogen.

18:12: Der Lokalteil für die morgige Ausgabe ist fertig. Fünf Seiten mit Hochwasser-Berichten aus allen unseren Bereichen haben wir zusammengetragen, inklusive eines Rückblicks auf die Hochwässer von 1998 bis 2007. Über unsere Facebook- sowie die Internetseiteseite halten wir euch natürlich weiter auf dem Laufenden, sollte es Neuigkeiten geben. Wir danken allen Lesern, die uns mit Fotos und Videos versorgt haben. Wir nehmen natürlich weiterhin Bilder, habt aber Verständnis dafür, dass wir nur einen kleinen Teil davon im Blatt veröffentlichen und (einen etwas größeren Teil) hier teilen können.

17:20: Meldung des Landkreises Goslar: Oberschulenberg wird evkuiert. Aufgrund der weiterhin angespannten Hochwassersituation droht derzeit der Damm eines „alten“ Teiches oberhalb des Schalker Teiches zu brechen. Durch die abgehenden Wassermassen ist damit zu rechnen, dass der Schalker Teich überlastet wird und überläuft. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Oberschulenberg werden von den Einsatzkräften, die in ausreichender Zahl vor Ort sind, derzeit vorsorglich evakuiert.

15:50: In der Samtgemeinde Lutter entspannt sich die Lage. Laut Lutters Ortsbrandmeister Maximilian Seifert wurde am Mühlenteich ein Damm zur Verstärkung gebaut. Später will die Feuerwehr Kontrollfahrten durch den Ort machen unter anderem um die Gullydeckel wieder draufzusetzen.

15:27: Die Kreuzung ist in Richtung Nette nun wieder freigegeben, nach Königsdahlum und Bornum geht es jedoch weiterhin nicht.

15:09: Seit gut einer Stunde ist die bei Bockenem die Kreuzung der B243 nach Königsdahlum gesperrt. Hier ist kein Durchkommen mehr. Von den Gärten der Allee aus drückt das Wasser in Richtung Altstadt. Es wurde bereits eine Sandsackbarriere errichtet, berichtete soeben Bürgemeister Rainer Block. An den Nebenflüssen der Nette entspannt sich die Situation so langsam. Das DRK-Altenheim in Volkersheim musste glücklicherweise nicht evakuiert werden, das Wasser stand jedoch über einen Meter hoch im Keller. Mehrere Ortschaften sind jedoch weiterhin nur sehr schwer zu erreichen. Glücklicherweise keine Probleme gibt es mit dem Chemiebetrieb auf dem Gelände der Bornumer Wilhelmshütte. Die Untere Wasserbehörde war bereits vor Ort.

14:26: Der Landkreis Goslar hat aufgrund des ausgerufenen Katastrophenalarms ein Bürgertelefon
geschaltet. Unter der 05321/76-333 können Bürgerinnen und Bürgern Auskünfte unter anderem zur aktuellen Lage sowie zu Hilfsangeboten einholen.

14:15: Aktuell liegt ein Einsatzschwerpunkt im Landkreis Göttingen in der Gemeinde Bad Grund. Die Markau in Gittelde/Teichhütte ist über die Ufer getreten. Unter anderem sind der Edeka-Supermarkt und die Firma Obermann davon betroffen. Die Thüringer Straße musste gesperrt werden.

14:10 Uhr: Die Samtgemeinde Lutter meldet: Die Neile ist über die Ufer getreten. Die B248 nach Hahausen, sowie die Gemeindeverbindungsstraße (ehemalige K49) nach Nauen sind aufgrund von Überschwemmungen bereits gesperrt. Die Ortsdurchfahrt in Neuwallmoden ist überflutet.

14:04: Für Rhüden ist noch keine Entspannung in Sicht. Der Pegelstand der Nette steigt weiter. Er steht inzwischen an der Messstelle bei 389 Zentimeter und ist in der vergangenen Stunde um 6 Zentimeter gestiegen. Der bisher höchste gemessene Wert lag im Jahr 2007 bei 366 Zentimeter. Rund 200 Wohnhäuser sind derzeit von den Wassermassen betroffen, teilte Kreisbrandmeister Uwe Fricke mit.
Ähnlich auch die Innerste bei Heinde. Dort ist der Wasserstand alleridngs inzwischen gesunken. Um 8.45 Uhr stand das Wasser 714 Zentimeter hoch, jetzt sind es 688 Zentimeter. Der bisherige Rekord stand bei 675 Zentimeter. Allerdings – die Prognosen sind noch nicht sicher. Die 7-Meter-Marke könnte noch einmal erreicht werden.

13:28 Uhr: Operationen in Harzkliniken werden verschoben:  In den Asklepios Kliniken in Goslar und Bad Harzburg wurden vorsorglich die planbaren, sogenannten elektive Operationen, für heute und morgen abgesagt, teilt Klinikmanager Matthias Dürkop mit. Das heißt: die Patienten – es sind keine Notfallpatienten - wurden informiert, dass ihre Operation verschoben wird und sie bitte aktuell nicht in die Klinik kommen sollen. Die Asklepios Harzkliniken führen aber alle Notfalloperationen wie gewohnt weiter durch, auch die Patienten, die bereits im Haus sind, werden selbstverständlich operativ versorgt. Die Kliniken nehmen weiter an der Notfallversorgung teil. Die Notaufnahmen sind wie gewohnt rund um die Uhr geöffnet und vollständig einsatzbereit, fügt er an.


13 Uhr: Wohl am schlimmsten betroffen in der Gemeinde Bad Grund ist die Ortschaft Gittelde, wo die Markau über die Ufer getreten ist. Randvoll ist das sonst so beschauliche Flüsschen, dass sich im Bereich der Brücke bei der Firma Obermann in Teichhütte zu einem reißenden Fluss mit Wasserfall entwickelt hat.

12:46 Uhr: Die Lage ist auch im Landkreis Hildsheim extrem angespannt. An mehreren Stellen ist der Deich der Innerste gebrochen, so der noch im Aufbau befindliche Schutz bei Heersum und auch bei Groß Düngen. Die B243 ist inzwischen an mehreren Stellen gesperrt. Von A nach B kommt man fast nur noch gesichert über die Autobahn. Die Lamme ist in Bad Salzdetfurth schon seit längerem über die Ufer getreten, die Altstadt steht einen Meter unter Wasser. Viele weitere Ortschaften stehen unter Wasser. Die Berufsfeuerwehren aus Salzgitter und Braunschweig waren bereits gestern in Hildesheim im Einsatz. Die Post kam am Morgen nicht zum Verteilzentrum in Östrum – in mehreren Gemeinden, darunter auch Bockenem, bleibt der Briefkasten daher heute weitestgehend leer.

12:35: Die Notfallversorgung in den Harzkliniken in Goslar, Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld ist gewährleistet, bestätigt Klinikmanager Matthias Dürkop auf Anfrage. Der Krisenstab saß zusammen, schwierig gestaltet sich aufgrund der Hochwasserlage die Anfahrt zu den Kliniken.

12:30 Uhr: Der Landkreis Goslar hat aufgrund der angespannten Hochwassersituation im Kreisgebiet soeben offiziell den Katastrophenfall ausgerufen. Mit diesem Schritt übernimmt der Katastrophenschutzstab (KatS) des Landkreises Goslar ab sofort die Gesamtverantwortung und übergeordnete Koordination aller Einsätze für das Kreisgebiet.

12:27 Uhr: „Wir haben an vielen Stellen komplett „Land unter” erklärte Stadtbrandmeister Jürgen Warnecke soeben gegenüber dem „Beobachter”. „Das sind Wassermassen, wie wir sie noch nie erlebt haben”, so Warnecke weiter. Eine Ende ist nicht in Sicht. Das Wasser stellt sowohl die betroffenen Anwohner als auch die Wehren vor eine neuerliche Herausforderung. Zwar wurde durch das Rückhaltebecken vor Rhüden das Wasser um viele Stunden zurückgehalten, seit der vollständigen Füllung bot es am Ende aber keinen weiteren Schutz. Die andauernden Regenfälle lassen das Hochwasser 2017 bereits jetzt als erheblich stärker einstufen als das Hochwasser von 1998, heißt es auch seitens der Stadt Seesen. In Rhüden hat es bereits einen Schwerverletzten gegeben, teilte die Feuerwehr mit. Er musste mit dem Schlauchboot gerettet werden. Viele Straßen sind abgeschnitten. Die Lage ist gleichzeitig sehr unübersichtlich und die Feuerwehren kämpfen derzeit an allen Ecken und Enden gegen das Wasser.

12:00 Uhr: In vielen Ortschaften ist die Hochwasser-Lage dramatisch. Ein kleiner Überblick:

Es gibt anscheinend Gerüchte, der Damm bei Rhüden sei gebrochen. Das ist nicht richtig, wie uns soeben berichtet wurde! Es wird lediglich das Wasser, welches hinten reinfließt, vorne wieder abgelassen. Es greift
somit die sogenannte Hochwasserentlastung. Der Pegel am Wehr steht bei 5,40 Meter, höher darf es nicht werden, ansonsten würde der Damm überspült. Das Unterdorf steht trotzdem bereits unter Wasser. Die Bundesstraße nach Bornhausen ist gesperrt.

Infos von der Stadt Bockenem:

Zur aktuellen Lage im Ambergau, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Die anhaltenden Regenfälle lassen das Wasser immer weiter ansteigen. Die Böden nehmen keinen Regen mehr auf und das Wasser läuft von den Feldern. Die Nette hat an der Messstation in Rhüden aktuell einen Pegelstand von 375 cm erreicht. Tendenz weiter steigend. Der Höchststand wird gegen 12.00 Uhr erwartet.
Beim Hochwasser 2007 betrug der Pegelstand 366 cm.
Es sind sehr viele Straßen von den Wassermassen betroffen und nicht befahrbar. Nicht jede Straße kann mit den entsprechenden Verkehrsschildern gesperrt werden.
In Bockenem tritt die Nette stark über. Es wird versucht das Gewerbegebiet Hachumer Str. mit Sandsäcken zu schützen. Die B243 ist bereits einseitig gesperrt, die K331 nach Königsdahlum ist gesperrt. Die Stadt bittet darum, den Stadtpark nicht mehr zu betreten. Der Kindergarten Südwall wurde trotz Sandsäcke geflutet. Die
Feuerwehr versucht die Wohnhäuser dort zu schützen. Die K333 nach Ortshausen ist nicht befahrbar. Der ganze Bereich Ortshäuser Str., Stadtpark und am Waschbär ist überflutet.
Königsdahlum ist nur noch über den Eierkamp zu erreichen.
Volkersheim ist quasi abgeschnitten und von Bockenem, Schlewecke und Mahlum aus nicht zu erreichen. Der IV. Zug unserer Feuerwehr ist in Volkersheim im Einsatz, auch aus Bodenstein kommt Unterstützung. Werder ist nur noch von Nette aus erreichbar.
In Bornum versucht die Feuerwehr die Betriebe der Wilhelmshütte zu schützen. Holzweg und Heerstr. sind stark betroffen. Unsere Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr und unsere Mitarbeiter/-innen sind seit gestern unermüdlich im Einsatz. Vielen Dank. Wir hoffen auf eine Beruhigung der Lage, müssen jedoch bis Mittag noch mit einer Verschärfung der aktuellen Situation rechnen.

Aktuelle Meldung von der Feuerwehr Goslar: Hochwasserlage in der Stadt Goslar verschärft sich +++ Evakuierungen sind angelaufen. ++ Die Goslarer Altstadt ist für den Autoverkehr gesperrt und soll weiträumig umfahren werden +++ Besonders betroffen ist die Goslarer Altstadt und das Altersheim Theresienhof an der Rammelsberger Straße, dort kommt es zu Evakuierungen +++ Informationen für Betroffene und Angehörige sind über das Bürgertelefon der Stadt Goslar unter 05321/704115 erhältlich