"Ich bin begeistert von diesem Projekt"

Schülerinnen des 9. Jahrganges beim Pflanzen "ihres" Baumes.
 
Schüler des 9. Jahrganges graben das Loch für "ihren" Baum.

Oberschule Bockenem weiht Streuobstwiese ein

"Ich bin begeistert von diesem Projekt", gerät Bockenems Oberschuldirektorin Dagmar Pallinger regelrecht ins Schwärmen. Und das durchaus zurecht. Denn die am Freitag offiziell eingeweihte Streuobstwiese in der Karl-Binder-Straße hinter dem Schulgelände ist schon etwas ganz besonderes.
Vor rund einem Jahr kam Lehrer Dirk Dräger die Idee. Er ist schon seit längerem für die Umweltprojekte der Schule verantwortlich. Ob Schulteiche, Nistkästen, Bienenhotel aber auch die Grillhütte oder Außen-Schachfelder - schon seit 1997 ist die Oberschule, damals noch als Ambergauschule, "Umweltschule in Europa". "Als Jäger bin ich natürlich bestrebt, dem heimischen Wild Rückzugsorte anzubieten. So kam ich auf die Idee der Streuobstwiese", erklärt Dräger. Zudem wolle er natürlich auch das Interesse an der Natur und dem Obst fördern. "Und natürlich habe ich selbst auch großen Spaß an der Sache!"
Zahlreiche Gäste konnte Dagmar Pallinger bei der Einweihung begrüßen. Darunter natürlich Vertreter der verschiedenen Sponsoren. So fördert der Landkreis Hildesheim in diesem Jahr Streuobstwiesen, ein Teil kam auch von der Bingo-Umweltstiftung. Die Volksbank Bockenem kam von sich aus auf die Schule zu. "Die 10.000 Euro sind schnell hereingekommen", freut sich die Rektorin. Der Stadtrat stellte das rund 3800 Quadratmeter große Areal kostenlos für die kommenden 20 Jahre zur Verfügung. "Ich hoffe natürlich, dass der Vertrag in 20 Jahren verlängert wird", sprach Bürgermeister Martin Bartölke in Richtung Schulverwaltung während seiner Glückwunschworte. Er sei froh und stolz über solch eine engagierte Schule im Ort.
Von der Jägerschaft Hildesheim, die auch mit einem Infomobil vor Ort war, gab es einen Lernort-Natur-Koffer. "Der ist für den Unterricht in und mit der Natur sehr gut geeignet", versprach der stellvertretende Vorsitzende Christian Flögel und verwies auch auf das örtliche Mitglied Sigrid von Henninges, die gerne in die Schulen komme um den Unterricht mitzugestalten. Glückwünsche gab es auch von Thorsten Börker (Landesschulbehörde), der sich auch darüber freute, dass es eine "Kooperationen im weiten Umfeld über die Schule hinaus", sei. "Früher gab es noch bei fast jedem Bauernhof eine Streuobstwiese. Heutzutage gibt es sie kaum noch. Bis zu 5000 unterschiedliche Tierarten leben in solch einem Gebiet. So können wir uns die Artenvielfalt zurückholen", lobte der Grüne Landtagsabgeordnete Ottmar von Holtz die Schule.
Insgesamt 40 Bäume wurden am Freitag gepflantz, 28 Apfel-, vier Birn-, je drei Pflaumenbäume und Süßkirschen sowie eine Linde und eine Quitte. Jede Klasse konnte ein oder zwei Bäume pflanzen und tat dies auch mit großem Vergnügen. Die zehnten Klassen waren einen Tag zuvor eingewiesen worden und standen als Helfer parat. Doch nicht nur auf dem Feld drehte sich alles um das Obst. Die ganze Schule war an diesem Tag eine "Obstwiese". In der Pausenhalle stand ein großes Buffet, zubereitet von den Eltern, bereit. Überall hingen Gedichte und Informationen zu den verschiedensten Obstsorten an den Wänden und einige Klassen hatten allerhand Interessantes vorbereitet
Wie es nun weitergeht? "Nach dem Pflanzen ist erst einmal Winterruhe", gab Dagmar Pallinger bekannt. Auch ansonsten soll das Gelände weitestgehend in Ruhe gelassen werden. Mehr als einmal Mähen pro Jahr ist nicht geplant. Schließlich sollen die dort lebenden Tiere möglichst in Ruhe gelassen werden. Erst zur Ernte könnte es wieder etwas belebter werden. Einige Bäume könnten schon im nächsten Jahr die ersten Früchte bereithalten. Die erste größere Ernte, schätzt Projektleiter Dräger, könnte in drei bis von Statten gehen. In der Zwischenzeit werden schon wieder einige weitere Ideen umgesetzt sein. Denn an diesen mangelt es dem "Umwelt"-Lehrer nicht.