ILE-Region in der Findungsphase

Bei der Auftaktveranstaltung in Bockenem wurden von den Anwesenden auch erste Projektideen formuliert. (Foto: Klaube)

Auftaktveranstaltung fand am Mittwoch in Bockenem statt

Die beiden Städte Bad Salzdetfurth und Bockenem sowie die Gemeinden Holle und Schellerten haben sich im letzten Jahr erfolgreich um die Aufnahme in das ILE-Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beworben.

Damit können von diesem Jahr an EU-Mittel aus dem Programm für ländliche Entwicklung (ILE) in dieses Gebiet fließen. Geografisch stellt es zwar keinen einheitlichen Raum dar, und es gibt auch historisch kaum Verbindungen, doch das ist in diesem Zusammenhang unwesentlich. Entscheidend sind die Fördermittel, die nunmehr in dieses Gebiet fließen, das nunmehr die ILE-Region „nette innerste“ bildet.

Neue ILE-Region muss sich erst einmal finden

Nachdem zuvor diverse Auflagen erfüllt werden mussten, konnte am Mittwoch im Beisein der Bürgermeister der vier beteiligten Kommunen die Auftaktveranstaltung in Bockenem stattfinden, in der es darum ging, Kommunalpolitikern und interessierten Bürger die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung“ zu erläutern, Mitwirkende für die Arbeitskreise zu gewinnen und erste Projektideen zu sammeln. Dabei wurde deutlich, dass sich die neue ILE-Region „nette innerste“, erst einmal finden und definieren muss, weil bislang kaum Verbindungen miteinander bestanden, die zwischen Bockenem und Holle auf schulischem Gebiet einmal ausgenommen.
Vom Amt für Regionale Landesentwicklung Leine-Weser informierte an diesem Abend die zuständige Sachbearbeiterin Anja Böttcher über die Fördermodalitäten. Allgemein formuliert besteht das Ziel im Erhalt lebenswerter Ortschaften mit zukunftsfähigen Strukturen, in der Nutzung der Energiewende für wirtschaftliche Erneuerungen und im Ausbau touristischer Aktivitäten. Dementsprechend sind Maßnahmen der Dorfentwicklung ebenso förderfähig wie sogenannte Basisdienstleistungen, zu denen unter anderem Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren zählen, Maßnahmen zur Tourismusentwicklung und solche zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung des kulturellen Erbes, also solche aus dem Bereich Denkmalsschutz und historischer Kulturlandschaftsentwicklung.
Für Gemeinden und Gemeindeverbände kann für Einzelmaßnahmen eine Zuschusshöhe von bis zu 43 Prozent gewährt werden, wobei die Steuereinnahmekraft Berücksichtigung findet. Für Private kann mit eine Bezuschussung von etwa 25 Prozent gerechnet werden. Förderanträge müssen bei der Bewilligungsbehörde, dem Amt für Regionale Landesentwicklung Leine-Weser in Hildesheim, bis zum 15. Februar eines Jahres eingereicht werden.
Wie bei jedem derartigen Projekt geht es nicht ohne die eingeschalteten Planungsbüros. Von dieser Seite warben Tanja Klein und Bianka von Roden von dem in Northeim angesiedelten Planungsbüro für die Mitarbeit seitens der Bürger aus den vier beteiligten Kommunen und informierten über die zu bildenden Projektgruppen, von denen die „lokale Aktionsgruppe“ ihre konstituierende Zusammenkunft am 16. August um 18 Uhr in Bad Salzdetfurth haben wird. Da es auch Ziel ist, die Region erst einmal inhaltlich zu definieren, wird zusätzlich ein Logo gesucht. Doch vorerst firmiert man erst einmal unter „Bergland und Börde, Städte und Gemeinden-ILE-Region nette innerste.“