Illegale Müllablageplätze im Ort sorgen für Unmut

Für den abgängigen Kletterturm möchte der Ortsrat Ersatz schaffen.

Ortsrat Bornum tagte / Fremdsprachenunterricht für Kiga-Kinder im Jugendraum / Windkraft nicht unumstritten

Bornum (LB). Die ursprünglich gut gemeinte Aktion ist ergebnislos und ohne Resonanz verlaufen: Am 24. August 2006, also vor sechs Jahren, hatte der Bornumer Ortsrat beschlossen, allen Bauwilligen, die sich künftig für Bornum entscheiden würden, nach Fertigstellung ihres neuen Eigenheims eine Zuwendung von 100 Euro zukommen zu lassen. Das sollte gleichzeitig ein Beitrag gegen den latenten Einwohnerrückgang sein. Wie jedoch jetzt resümiert werden musste, kam es in all den sechs zurückliegenden Jahren niemals zu einer solchen Auszahlung. „Seitdem hat ja auch keiner hier mehr gebaut“, begründete eines der Ortsratsmitglieder diesen Fehlschlag.
Dennoch: Ortsbürgermeister Hans-Hermann Niehoff wollte sich nicht ganz geschlagen geben. „Man sollte da doch etwas machen“, gab er zu bedenken. So kam der Ortsrat nach reiflicher Überlegung zu dem einstimmigen Ergebnis, künftig für jedes in Bornum geborene Kind an die Eltern 25 Euro und ein kleines Präsent zu geben; in der Summe also 30 Euro je Kind. Einmal im Jahr sollte dazu ein Termin mit diesen Eltern angesetzt werden, wo man „diese kleine Geste“ zu realisieren gedenkt. Auch könnte diese Veranstaltung öffentlichen Charakter tragen, etwa in Form einer Bürgerversammlung. Ortsratsmitglied Carsten Lange hatte zu diesem Punkt exakte Zahlen ermittelt. So wurden in Bornum zwischen 2007 und 2011 47 Kinder geboren, in diesem Jahr allerdings noch keines.
Der Ortsrat legte weiter fest, dass der Jugendraum in der Grundschule künftig für die Erteilung von Fremdsprachen an Kindergartenkinder genutzt werden könne, und man dafür 32 Euro im Monat nehmen wolle. Dass soll freitags am Nachmittag geschehen. Dieser Unterricht wurde bislang im Mahlumer Kindergarten erteilt, doch inzwischen nimmt dort kein Kind aus Mahlum mehr daran teil. Das seien jetzt alles Bornumer Kinder, begründete Ortsratsmitglied Ralf Marten diesen Antrag. Der Raum stand vorher dem aufgelösten Bornumer Gesangverein zur Verfügung.
In einem weiteren Tagesordnungpunkt bewilligten die Mandatsträger 200 Euro für die Renovierung des Wassertretbeckens auf dem CdN-Gelände im Blockswinkel. Die Einrichtung sei 30 Jahre alt und erfreue sich großer Beliebtheit. Sie sei aber inzwischen dringend reparaturbedürftig. Der CdN, der dazu einen Antrag an die Stadt gerichtet hatte, beziffert die Maßnahme auf 1000 Euro.
Für den durch das Abfaulen der Holzständer abgängigen Klettertum auf dem Spielplatz am Feuerwehrhaus wünscht man sich einen Ersatz. Konkrete Vorstellungen gibt es dazu allerdings noch nicht. Das gilt auch hinsichtlich der erforderlichen Kosten. In diesem Jahr bleibe das Grät noch erhalten, für 2013 aber solle ein Antrag an die Stadt gestellt werden.
Auf einer der Sitzung vorausgegangenen Ortsbegehung nahm der Ortsrat die Gelegenheit wahr, einige „Müllecken“ im Dorf zu inspizieren und entsprechend Kritik zu üben. Es gäbe zahlreiche illegale Entsorgungsplätze, berichtete der Ortsbürgermeister. Namentlich wurde ein Platz gegenüber dem Friedhof, einer am Zugang zum Hütteweg und ein anderer im Bereich der Wilhelmshütte genannt. Auch auf den Randstreifen am Dörenberg gäbe es illegale Ablageplätze.
Letzter größerer Tagesordnungspunkt auf dieser Sitzung, zu der sich acht Zuhörer eingestellt hatten, war eine erste Meinungsbildung zu dem im zentralen Ambergau anvisierten Windpark zwischen Bockenem und Bornum. Während Ortsbürgermeister Hans-Hermann Niehoff in vorsichtiger Weise auf mögliche Beeeinträchtigungen hinwies, liefen die Äußerungen des Ratsherrn Andreas Wecken auf ein deutliches Befürworten hinaus. Aus der Zuhörerschaft, deren Meinung ebenfalls gefragt war, wurde darauf verwiesen, dass bei einer Realisierung dieser Anlage vor allem die Bevölkerung von Bockenem und Ortshausen betroffen sei. Diese würde den großen Windpark ständig vor Augen haben. Das gelte auch für Jerzer. Zudem müssten diese und die Ortshäuser, wenn sie nach Bockenem wollten, immer mitten durch dieses dann verspargelte Gelände fahren. Obendrein sei für das gesamte Stadtgebiet, durch das zusätzlich die 380-kV-Trasse laufen werde, eine Absenkung des Wohnwertes zu erwarten. Zuzüge von außerhalb würden dann wohl kaum noch stattfinden.