Im Galopp den Ring immer fest im Visier behalten

Traditioneller Wettstreit der Reitgemeinschaft Mahlum – 40 Reiter und rund 400 Zuschauer waren vor Ort

Alle Augen waren am vergangenen Sonntag in Mahlum wieder einmal auf den Galgen gerichtet. Doch keine Angst. Hier schlug nicht etwa Verbrechern das letzte Stündlein; vielmehr stellten Reiterinnen und Reiter hoch zu Ross ihr Geschick beim traditionellen Ringstechen unter Beweis. Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt.
Eine lange Tradition hat dieser Wettbewerb in der Tat. Seit etwa 60 Jahren ist die Reitgemeinschaft Mahlum Ausrichter. An Attraktivität eingebüßt hat die Veranstaltung in dieser Zeit nichts. Ganz im Gegenteil. Knapp 40 Reiterinnen und Reiter gingen diesmal bei optimalen Wetter- und Geländebedingungen an den Start, und sie wurden dabei angefeuert von rund 400 Zuschauern. Schauplatz des Geschehens war wieder einmal das Areal von Rita und Hans-Christian Greve. Der „Hausherr“ hatte von der mobilen Lkw-Bühne alles bestens im Blick. Als hervorragender Moderator hielt er alle Aktiven und das Publikum stets auf dem Laufenden.
Worum geht’s beim Ringstechen? Nun, aus dem Galopp gilt es, mit einer Lanze einen Ring zu durchstechen und diesen durchs Ziel zu „tragen“. Hatte der Ring zunächst noch einen Durchmesser von 30 Zentimetern, so beträgt dieser im zweiten Durchgang nur noch 20, im dritten gar nur noch zehn Zentimeter. Da war neben Treffsicherheit also gute Teamarbeit zwischen Pferd und Reiter gefragt.
In der Kategorie Großpferde – zwölf waren am Start – erreichten gleich drei Reiterinnen die Höchstpunktzahl. Hier gab letztlich die schnellste Zeit den Ausschlag über Platz und Sieg. Lena Illers auf „Gipsy“ setzte sich so gegen Miriam Hennig auf „Jordy“ und Isabell Will auf „Blitz“ durch. Im Feld der 22 Kleinpferde hatte Julia Gerke mit „Lando“ die Nase vorn, gefolgt von Vivian Hennig auf „Madcho“ und Jaqueline Grandt auf „Finja“. Mit von der Partie waren zudem vier Shetlandponys. Den 1. Platz sicherte sich hier Diana Grobe auf „Merlin“ vor Maximilian Lampe auf „Merlin“, Christian Steinhoff auf „Heidi“ und Maike Wolze auf „Mausi“. Über mutigen Nachwuchs muss sich die Reitgemeinschaft wohl keine Gedanken machen. Die jüngste Reiterin im Feld, die Mahlumerin Maike Wolze, hatte gerade erst ihren siebten Geburtstag gefeiert.
Dass die zahlreichen Gäste an diesem Nachmittag aufs Beste bewirtet wurden, versteht sich fast schon von selbst. Genutzt wurde die Veranstaltung aber auch, um noch einmal ganz bewusst auf den landschaftlichen Reiz des Ambergaus gerade im Bereich von Mahlum hinzuweisen. Otto-Karl Wolze war mit seinem Anhänger vor Ort, um gegen die geplante Höchstspannungsleitung zu demonstrieren. Je nach Verlauf, würde diese nämlich Mahlum passieren und der Bevölkerung die ungeliebten Monstermasten bescheren.