Im nächsten Jahr wird die 100er-Marke angepeilt

Der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Detlef Kentler, begrüßte die Anwesenden beim zweiten Bockenemer Bürgermahl.
 
Der ehemalige Superintendent in Bockenem, Dr. Hanc-Christian Dröhmann, hielt einen Vortrag über seine Arbeit als Vorsitzender im Ausschuss zur Erarbeitung eines neuen Gesangbuches.

Bürgermahl diesmal mit 82 Gästen

Gemütlich zusammensitzen, leckeres Essen genießen und dabei noch etwas Gutes tun. Wer würde das nicht gerne tun? 82 Personen haben beim zweiten Bürgermahl der Bürgerstiftung Bockenem genau das alles verbunden.Nach dem Gottesdienst in der Bönnier Kirche ging es in die nahegelegene Gaststätte Maas.
Der Vorsitzende Detlef Kentler freute sich, dass die Zahl der Teilnehmer nach gut 60 im letzten Jahr gesteigert werden konnte. „Im nächsten Jahr peilen wir die Marke von 100 an“, blickte er voraus. Nach der Kernstadt Bockenem und Bönnien soll es in 2014 in den „braunschweigischen Ambergau“ gehen. Geplant ist, die Veranstaltung in Volkersheim abzuhalten.
Bevor es richtig losging gedachten die Anwesenden dem kürzlich verstorbenen Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Henning von Henninges. Ein Gedenktisch war für ihn aufgebaut. „Wir hatten gerade die Einladungen verschickt. Kurz haben wir überlegt, ob wir alles absagen sollen. Aber es wäre in seinem Interesse gewesen, das Bürgermahl durchzuführen“, so Kentler. Die Familie habe auf bei der Beerdigung auf Blumenschmuck verzichtet und rief zu Spenden für die Bürgerstiftung auf. Dafür dankte der Vorsitzende. Im Hinblick auf die Mitgliederentwicklung meinte Detlef Kentler, dass diese noch schleppend verlaufe: „Aber wir sind ja erst im dritten Jahr und lernen noch.“
Nach der kurzen Begrüßung sprach der bei vielen immer noch gut bekannte ehemalige Bockenemer Superintendent Dr. Hans-Christian Dröhmann. Er hatte nach der Anfrage der Bürgerstfiftung sofort zugesagt, denn „wir, meine Frau und ich, haben uns hier immer wohlgefühlt. Es ist immer noch ein Stückchen Heimat für uns.“
Anschließend hielt er einen Vortrag über die Einführung des neuen Gesangbuches. Im Jahr 1978 wurde er in den Ausschuss berufen, der dieses erarbeiten sollte und wurde auch dessen Vorsitzender. Gemeinsam mit der evangelischen Kirche in Ostdeutschland habe man sich in Ostberlin bis 1993 zu 149 Sitzungen an 284 Tagen getroffen. 44 Teilnehmer waren es insgesamt. „Wir wollten einige Defizite ausgleichen. Einige Volkslieder wie „Oh, du Fröhliche“ oder „Danke für diesen guten Morgen“ fehlten. Ökumenische Gesänge, zeitgenössische Lieder oder Kanons wurden hinzugefügt, auch ausländische Texte in ihren Originalsprachen,“ erklärte Dröhmann. 1983 gab es eine vorläufige Liste mit 474 Lieder und Kanons. Einige fanden keine Zustimmung, weitere kamen hinzu, sodass heute 535 Lieder vorhanden sind. „Bei den verschiedenen Landeskirchen gab es eine hohe Akzeptanz, da sie ein großes Mitspracherecht hatten. Es war kein Fachausschuss. Der Vorentwurf aus dem Jahr 1988 fand bereits großen Zuspruch“, blickte der Superintendent i.R. zurück.
Heute gebe es einen eiheitlichen Teil mit Liedern und Gebeten, sowie einen jeweils unterschiedlichen Regionalteil der Landeskirchen. Auch die Österreichische Kirche und deutschsprachige Minderheiten im Elsaß und in Dänemark würden das deutsche Gesangbuch nutzen. Eingeführt wurde es als erstes am reformationstag 1993 im Berliner Dom. In Niedersachsen bei einem Gottesdienst in Lüneburg am zweiten Advent 1994. Nach zweieinhalb Jahren hatte die Neufassung das alte Buch überall abgelöst. „Zum Vergleich, das vorherige Buch hat in den 50er Jahren 16 Jahre gebraucht, bis es überall eingeführt worden war“, ist Hans-Christian Dröhmann schon ein bißchen stolz auf die Arbeit in dem Ausschuss.
Während des interessanten Vortrages gab es mehrmals „Lockerungsübungen“. Aus dem Gesangbuch wurden mehrere Lieder gesungen, die Leitung übernahm Dröhmanns Frau Dorothea, begleitet wurde sie von Stefan Imholz. Im Anschluss gab es das Essen mit Spießbraten, Hähnchenbrustfilet, Schinkenröllchen und ein kaltes Büffett. Bis tief in die Nacht blieben die letzten Gäste. Die Bürgerstiftung freut sich über Einnahmen von zirka 1500 Euro, mit denen sie wieder soziale Einrichtungen oder Veranstaltungen im Stadtgebiet unterstützen kann.