In der Bockenemer Kulturscheune geht die Sonne auf

Die Akteure des deutsch-japanischen Konzertes sorgten für einen rundum gelungenen Kulturladen-Saisonauftakt. (Foto: Knoblich)
 
„Die VOC's“ von Heidrun Heinke (rechts) wissen ganz genau, dass so ein kleiner grüner Kaktus „sticht, sticht, sticht...“ (Foto: Knoblich)

Saisonauftakt mit deutsch-japanischem Konzert / Bockenemer zeigen bei „Serenade im Hof“
Solidarität

Von Karsten Knoblich, Bockenem

Einen Saisonauftakt nach Maß verbuchte das Team des Bockenemer Kulturladens. Vor dem Hintergrund des aktuellen Geschehens in Japan wurde die erste „Serenade im Hof“ des Jahres 2011 als deutsch-japanisches Gemeinschaftskonzert durchgeführt. „Wir wollen nach dem verheerenden Erdbeben und der sich anschließenden nuklearen Katastrophe keinen Bogen um die dramatische Situation in dem Land machen“, hatte Claus-Ulrich Heinke bei der Begrüßung gesagt. Stattdessen wolle man Solidarität demonstrieren und zeigen, dass die Japaner mit ihren Ängsten und Sorgen nicht allein sind.
Nun, dieser Appell verhallte nicht ungehört. Viele Gäste hatten sich bei schönstem Frühlingswetter eingefunden, um klassischen Stücken und Melodien aus Film und Musical zu lauschen. Ausführende an diesem Nachmittag waren zunächst einmal „Die VOC's“. Dabei handelt es sich um die Entertainment-Seite des von Heidrun Heinke geleiteten Frauen-Vokalensembles „Vocademia“. Zusammen mit der Tänzerin Penny Fulford-Kowalski hatte die Bockenemer Gesangspädagogin ein freches musikalisches Programm mit Tanzelementen zusammengestellt. Schon beim Eröffnungslied „Ein Freund, ein guter Freund“, bekannt aus dem Film „Die Drei von der Tankstelle“, zauberten die Damen ein Lächeln in die Gesichter der Zuhörer. Weitere bekannte Songs wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists, „Sing! Sing! Sing!“, „In einer kleinen Konditorei“, „I got Rhythm“ oder auch Auszüge aus dem Musical „My Fair Lady“ folgten und wurden – ebenso wie ihre Pianistin Maren Kallenberg – mit viel Applaus bedacht.
Mit Beifall gegeizt wurde auch bei den Vorträgen der Freunde aus dem Land der aufgehenden Sonne nicht. Genauer gesagt handelte es sich dabei um Studentinnen des Hamburger Musikkonservatoriums, die Claus-Ulrich Heinke, Chef der SingAkademie Niedersachsen, eingangs vorgestellt hatte. Yumi Maeno, (Klarinette), Naoko Kawai (Klavier), Mari Yamada (Gesang), Mina Sakahara (Klavier), Nozomi Shibatani (Horn) und Masaki Ito (Gesang) boten Werke von Giuseppe Verdi, Vincenzo Bellini, Franz Joseph Strauss, Franz Schubert, Frederik Chopin und Wolfgang Amadeus Mozart überzeugend dar. Daneben schlugen Yoshinao Nakada und Kunihiko Murai mit zwei japanischen Liedern den Bogen zu ihrer Heimat.
Zum Abschluss sangen die Akteure beider Länder gemeinsam „Heidenröslein“ und „Ue o muite aruko“ – gelungener Abschluss eines gelungenen Konzerts.

Und wie geht's weiter im Kulturladen-Programm?

Hier noch ein Blick auf die weiteren Veranstaltungen im Bockenemer Kulturladen: Am Samstag, 25. Juni, heißt es um 20 Uhr „Songs von Liebe und Leid und anderen unnützen Dingen“ mit dem Liedermacher Peter Brauckmann.
Am Sonntag, 21. August, lädt der Kulturladen zum Jazzfrühschoppen ein. Die Wolfsburger Formation „Blues-Connection“ spielt auf mit „Blues and Boogie from Westcoast to Chicago“. Gegrilltes und zünftig gezapftes Bier gehören natürlich dazu. Und am Samstag, 27. August, stehen „Flötentöne” auf dem Programm. Hans-Jürgen Pincus, früher Solo-Flötist beim NDR Hamburg, kommt mit sage und schreibe 60 Flöten. Um 15 Uhr zeigt er mit „Zauberflöte-Flötenzauber“ Kindern, was man damit alles machen kann. Und die Erwachsenen erfreut er um 20 Uhr mit der „Zauberwelt der Flöte“.
„Kultur und Kulinarisches“ bildet am Samstag, 10. September, um 20 Uhr den Schluss der Serenaden-Saison. Bei einer handfesten Weinprobe wetteifern Weine aus der Pfalz und kulinarische Leckereien mit folkloristischer Musik vom „Trio Toast Hawaii“.
Wie bereits berichtet, kommt am Dienstag, 7. Juni, Sally Perel, berühmt geworden als „Hitlerjunge Salomo“, nach Bockenem und erzählt um 20 Uhr in der Kulturscheune seine unglaubliche Lebensgeschichte.