In die Welt der Märchen, Sagen und Legenden eingetaucht

„Märchen, Sagen und Legenden“: Helga von Watzdorf referierte beim 19. Erzählcafé im Gemeindehaus. (Foto: Voß)

„Erzählcafé“: Helga von Watzdorf nahm Besucher mit auf besondere literarische Reise

„Märchen, Sagen und Legenden“ – eine besondere Veranstaltung ging am Mittwoch im Bockenemer Gemeindehaus am Papenberg über die Bühne. Ein weiteres Mal stand hier ein „Erzählcafé“ auf dem Programm; und das machte seinem Namen alle Ehre.

Von Günter Voß

Eingeladen dazu hatten im Schulterschluss Anne Schnieder-Böttinger als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bockenem, das Evangelische Frauenwerk, der Frauenkreis der katholischen Sankt-Clemens-Gemeinde und die Landfrauenvereine Ambergau und Braunschweiger Ambergau.
In dem fast bis auf den letzten Platz besetzten Saal eröffnete Helga von Watzdorf die nunmehr 19. „Erzählcafé“-Veranstaltung. Sie begrüßte unter anderem Ortsbürgermeisterin Christina Philipps, Kantor Christoph Pannek mit den Frauen und Mädchen des Flötenkreises, die zusammen für die musikalische Ausgestaltung des Nachmittags sorgten, sowie natürlich auch Ute-Birgit Reichert und Anne
Schnieder-Böttinger als weitere Vortragende.
Helga von Watzdorf führte in das Thema ein, und zwar mit der Frage, warum heute noch Märchen, Sagen und Legenden gehört werden und was die drei voneinander unterscheidet. „Märchen sprechen in Bildern, Bilder werden zu Sinnbildern, sie beziehen unser Empfinden, Gefühl und unsere Intuition mit ein“, erläuterte die Referentin das Phänomen der unverwüstlichen Kraft des Märchens. Es sei so, als flösse der Quell eines Urgedächtnisses in solchen Bildern von Generation zu Generation weiter, denn ursprünglich seien sie mündlich weitererzählt worden.
Die Sage – vom altnordischen Saga, zu segna, sagen, sprechen – unterscheide sich vom Märchen insofern, als die Sage meist lokal zugeordnet sei. Der sagenumworbene Harz beispielsweise, diese bekannte, reizvolle Berglandschaft im Herzen Deutschlands, biete einen umfassenden Überblick über das in Jahrhunderten überlieferte Erzählgut dieser Region, erklärte Helga von Watzdorf. Es seien Sagen entstanden von Hexen, Wind-oder Waldgeistern, von mutigen Rittern oder Riesen. Ganz bekannt sei die Sage von der „Rosstrappe“ bei Thale.
Was die Legenden betrifft, so seien dies Erzählungen oft aus den Bibelschriften, sowohl alt- als auch neutestamentarisch. Die Referentin: „Legenden sind meist lehrhaft erbaulich gehalten und volkstümlich verklärend ausgesprochen und wollen nicht historisch ausgelegt werden“. Theologisch seien sie außerordentlich bedeutsam. Es gebe viele Heiligen-, Märtyrer-, Reliquien- und Wunderlegenden.
Im weiteren Verlauf des Nachmittags gab es einige Musikdarbietungen sowie Vorträgen beispielsweise von „Zwei Häuschen“, dem Märchen „Hohneklippen“ sowie den Legenden „Die Geschichte von Jona“ und „Der Wolfsbrunnen“. Als buchstäblich besonderen Leckerbissen zum Kaffee servierten die beiden LandFrauenvereine ein Überraschungskuchenbuffett. Natürlich fehlten auch die nachbarlichen Gespräche nicht. So verging die Zeit wie im Fluge. Veranstalter und Vortragende konnten ein wiederum positives Fazit des „Erzählcafés“ ziehen.