Information pur bei der Frauen-Union

Die Frauen-Union-Vorsitzende Christa Pape begüßte die Bundestagskandiaten Ute Bertram und Louise Conradi (von links) vom Verein „Wildrose“ bei ihren Bockenemer Frauen. Foto: Hinz

Bundestagskandidatin Ute Bertram und der Verein „Wildrose“ stellen sich

Seit 1969 konnte die CDU den Hildesheimer Wahlkreis bei Bundestagswahlen nicht mehr für sich entscheiden. Nun sind sie jedoch voller Hoffnung, dass dies im September diesen Jahres gelingen wird.

Mit Ute Bertram aus Alfeld glauben sie, die richtige Kandidatin gefunden zu haben. Die derzeitige Kreistagsabgeordnete hatte sich beim Parteivorentscheid klar gegen ihre vier Mitbewerber durchgesetzt.
Nun absolviert die CDU-Frau einen Terminmarathon, um ihren schärfsten Konkurrenten, den SPD-Kandidaten Bernd Westphal, am Wahltag direkt zu besiegen. 160 Termine stehen bislang im Kalender. Einer führte nun nach Bockenem zur Frauen-Union, um sich dort vorzustellen.
„Wir müssen bis zum Schluss um jede Stimme kämpfen“, rief sie ihren Parteikollegen zu. Vorbild sei für sie Klaus Krumfuß, der dreimal den „Roten“ Alfelder Wahlkreis bei Landtagswahlen für sich entscheiden konnte. „Prominenter Besuch, wie zum Beispiel Angela Merkel in Hildesheim kurz vor der Landtagswahl, ist manchmal auch wichtig. Aber sie ersetzen nicht den Gang von Haustür zu Haustür“, erläuterte sie. Das wolle sie mit ihrer „Ute vor Ort“-Tour erreichen. Dabei fährt sie beispielsweise mit dem Fahrrad durch verschiedene Orte und spricht mit den Leuten, die ihr gerade über den Weg laufen.
Die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christina Philipps freute sich, dass mit Ute Bertram eine Frau als Kandidaten aufgestellt wurde, die zudem noch „aus dem Landkreis kommt und keine Technokration ist.“ Aus der Runde wurde dazu aufgerufen, als Multiplikator zu fungieren und besonders Nichtwähler anzusprechen.
In der Diskussion wurden noch zahlreiche weitere Themen von der Opposition bis hin zur Rolle Europas und der Schulden angesprochen. Noch einige Male haben die Bockenemer die Gelegenheit, Ute Bertram kennenzulernen. Unter anderem an den Wahlkampfständen der CDU an den Markttagen im September oder beim Sommerfest am Freitag, 30. August, im Hofcafé in Hary.

„Wildrose“ stellte sich vor

Im zweiten Teil des Frauen-Union-Treffen stellte sich der Verein „Wildrose“ vor. Seit Juni hat die Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder in Bockenem eine Beratungsstelle. „Für uns ist es wichtig, uns bekannt zu machen und Netzwerke zu knüpfen“, erklärte Louise Conradi, die eine der drei Angestellten der „Wildrose“ ist. Sie freue sich daher immer über Einladungen. Neben der Beratung betreibt der Verein auch Präventionsarbeit in Kindergärten, Schulen oder Jugendfreizeitstätten. „Wir wollen die Kinder starkmachen und beibringen ‘Nein’ zu sagen. Oft wird ihnen auch gesagt, sie sollen das ‘Geheimnis’ für sich behalten. Wir bringen ihnen bei, dass es gute und schlechte Geheimnisse gibt“, so Conradi.
Die Beratung bei „Wildrose“ ist kostenlos und absolut verschwiegen, auch gegenüber anderen Institutionen, die Beratungszeiten flexibel und es gibt die Möglichkeit zu dolmetschen, sollte die Betroffene kein deutsch können. Auf Nachfrage gestand etwas betrübt Conrady ein, dass Frauen mit Migrationshintergrund das Angebot nur sehr selten nutzen. Die Beratungsstellen sind sowohl in Hildesheim (Andreasplatz 5) als auch in Bockenem (Haus der Diakonie) anonym. In beiden Fällen könne man nicht erkennen, dass die betreffende Person zur „Wildrose“ gehe, da auch andere Firmen in dem Gebäude beheimatet sind. Die erste Kontaktaufnahme geschieht hauptsächlich telefonisch. In einem ersten Gespräch wird dann besprochen, wie es weitergeht: „Einige brauchen nur wenige Gespräche, andere zehn oder teils noch mehr“.
Betroffen machte die Anwesenden auch die Aussage der Sozialpädagogin, dass sexuelle Gewalt vor allem im vertrauten Umfeld stattfinde: „In die Öffentlichkeit kommen hauptsächlich die spektakulären Fälle, wie zum Beispiel auch hier in Bockenem im letzten Jahr im Freibad. Aber für mehr als 85 Prozent der Taten sind Verwandte oder Bekannte verantwortlich.“ Dabei sei nicht nur das klassische Muster „Mann gegen Frau“ vorhanden, sondern es komme jede erdenkliche Konstellation vor.

Die Beratungsstelle „Wildrose“ hat ihre Sprechstunden in Bockenem immer jeden zweiten und vierten Montag im Monat von 9.30 bis 11.30 Uhr im Haus der Diakonie, Bürgermeister-Sander-Straße 10. Telefonisch sind die Beraterinnen unter (05121) 402006 oder 0160-6406664 zu erreichen.