Irgendwie der „Michael Ende-Typ“

Astrid Hohenhoff lebt mit ihrem Lebenspartner in Nette und hat den Traum von der Schritfstellerei zu leben . (Foto: Strache)

Astrid Hohenhoff hat mit „Pumpkin der Traumtroll“ ihr erstes Buch veröffentlicht

Von Maximilian Strache, Nette

Irgendeinem schriftstellerischen Trend hinterher zu laufen, nur um kommerziellen Erfolg zu haben, ist nicht ihr Ding. Die Bockenemer Autorin Astrid Hohenhoff will Geschichten erzählen. Solche Geschichten, die sich erst vor ihrem geistigen Auge abspielen bevor sie diese zu Papier bringt. So hat es sich auch bei ihrem Erstlingswerk „Pumpkin der Traumtroll“ abgespielt.
Bevor sie auch nur irgendeine Zeile geschrieben hat, existierte die Hauptfigur „Pumpkin“, ein ihrer Fantasie entsprungener Troll, bereits. „Ich habe diese Vorstellung von Pumpkin gehabt. Wie er aussieht, was für einen Charakter er hat, was ihn antreibt. Um ihn herum wollte ich eine Geschichte konstruieren. Das war mein Plan“, sagt die 33-jährige gelernte Fachinformatikerin.
Gebürtig stammt Astrid Hohenhoff aus Hildesheim. Heute lebt sie mit ihrem Freund, einem jungen Landwirt, in seinem kleinen alten Haus in Bockenems Ortsteil Nette. Die junge Autorin wirkt übernächtigt als sie in ihrem Wohnzimmer am Esstisch sitzt; die Müdigkeit ist ihr an den großen Ringen unter den Augen abzulesen. Das ist ihrem Job geschuldet. Astrid Hohenhoff arbeitet im Schichtdienst in einer Notrufleitstelle in Hildesheim. „Ich habe einen Job gebraucht, der nach achtstündiger Arbeit erledigt ist und mich nicht darüber hinaus beschäftigt. Ich brauche meine Freizeit um kreativ zu sein, um zu schreiben“, erzählt Hohenhoff.
„Kreativ sein“, das ist so in etwa der rote Faden, der sich durch das Leben der jungen Frau zieht. Ob zeichnen, basteln oder schreiben. Die aufstrebende Autorin, die ein Faible für Animationsfilme hegt, hat das schon alles in ihrem Leben gemacht. Nur bis zum Ende hat sie es meistens nicht durchgehalten. „Ich habe total viele Ideen und Interessen und wollte schon sehr viele Dinge machen. In Angriff habe ich auch fast alle Ideen genommen, nur zu einem Ende habe ich es nur selten gebracht“, sagt Astrid Hohenhoff mit ein wenig Enttäuschung in ihrer Stimme.
Jetzt hat sie es aber endlich geschafft – etwas zu Ende zu bringen. Zehn lange Jahre hat sie an ihrer Fantasy-Geschichte rund um den kleinen Pumpkin, der unbedingt ein geachteter Traumtroll werden will, gearbeitet. Mal mehr, mal weniger akribisch. „Manchmal hat mein Schreibfluss total stagniert. Da habe ich lange Zeit nur sehr wenig zu Papier gebracht. Für mich war es aber wichtig, dieses Buch fertig zu schreiben. Ich wollte diese Geschichte unbedingt erzählen“, sagt die Schöpferin des kleinen Trolls.
Inspiration schöpft die Autorin vor allem in Cafés und Bars. „Ich brauche Menschen um mich herum um zu schreiben. Es müssen aber Menschen sein, die ich nicht kenne. Dann kann ich gut arbeiten. Cafés liefern da für mich die optimale Umgebung, dort kann ich kreativ sein.“
Über die Frage ob sie einem bestimmten Schriftsteller nacheifert, versucht seinen Stil zu kopieren muss Astrid Hohenhoff erst nachdenken: „Natürlich habe ich so meine Lieblingsautoren. Einen bestimmten Stil habe ich aber nicht vor Augen, wenn ich meine Geschichten schreibe. Am besten passe ich aber wohl in die Richtung von Michael Ende. Nicht, dass ich mir anmaßen würde, so gut wie Michael Ende zu sein. Doch der Stil von ihm gefällt mir, hat mir immer gefallen. Also, wenn ich mich kategorisieren lassen müsste, bin ich wohl so eine Art „Michael Ende Typ“, wenn es so etwas gibt.“
Ihr Traum ist es natürlich irgendwann mal von der Schriftstellerei leben zu können. Sie weiß aber auch, dass es bis dahin eine schwieriger Weg sein wird. „Ich denke jeder Schriftsteller träumt davon, von seinen Büchern leben zu können. Ich werde mich aber nicht verbiegen und irgendwelchen Buchtrends hinterherlaufen um Auflage zu machen. Das funktioniert für mich nicht“, sagt Hohenhoff.
Stolz ist sie natürlich schon auf ihr erstes Buch. Zu ihren größten Fans zählen ohne Zweifel ihre Eltern: „Die haben mich immer ermutigt und sind jetzt total glücklich, dass ich es geschafft habe.“
Für Herbst nächsten Jahres, so das anvisierte Zeitfenster, plant Astrid Hohenhoff eine Fortsetzung von ihrem Erstlingswerk. Die Zeit zum Schreiben will sie sich nehmen. Es sollen nicht noch weitere zehn Jahre vergehen bevor ihr nächstes Buch erscheint. Das nötige Selbstbewusstsein hat sie jetzt dafür. An diesem hat es nämlich lange gehapert: „Das ist jetzt aber vorbei. Ich brauche micht nicht zu verstecken und kann stolz auf meine Arbeit sein. Ich habe einen tollen Freund, eine liebevolle Familie, ein tolles zu Hause und meine Geschichten. Viel mehr brauche ich nicht um glücklich zu sein.“
„Pumpkin der Traumtroll“ ist im Langlhofer Verlag (Dessau-Roßlau) erschienen und kostet 9,95 Euro. Erhältlich ist es in allen Buchläden und in Onlineshops (ISBN 978-3-938487-50-1). Inhaltlich dreht sich in dem Buch alles um den kleinen Troll Pumpkin, der bei den Traumtrollen lebt. Pumpkin ist ein Findelkind und gilt selbst im Trolldorf als ein Sonderling. Er sieht merkwürdig aus, er benimmt sich seltsam. Doch zusammen mit seinen Freunden Patrish und Kerol setzt Pumpkin alles daran, ein richtiger Traumtroll zu werden.
Astrid Hohenhoff hat mit ihrem Buch nicht nur eine Geschichte um den liebenswerten Pumpkin geschaffen, sie zeigt auch, dass Findelkinder, Pflege- und Adoptivkinder fröhlich, ehrgeizig und freundlich; eben genauso liebenswert sind wie eigene Kinder. Sie verdeutlicht, dass Äusserlichkeiten nebensächlich und für echte Freundschaften völlig unbedeutend sind. Umd sie ermutigt alle Kinder, die eine Prüfung nicht bestehen oder ihr Ziel nicht beim ersten Mal erreichen, nicht aufgeben, denn mit Ausdauer und Fleiß erreichen sie es.