Jede Lesung ist anders

Herbert Günther liest aus dem Buch „Kann passieren“.

Kinderbuchautor Herbert Günther war gestern zu Gast in der Bockenemer Grundschule

Am gestrigen Mittwoch hatten die Kinder des dritten und vierten Jahrgangs der Grundschule Bockenem eine willkommene Abwechslung auf ihrem Stundenplan. Der Kinderbuchautor Herbert Günther war zum zweiten Mal zu Gast in Bockenem und hatte zahlreiche seiner Bücher mitgebracht. Aus einigen las er seinen jungen Zuhörern vor.
Zunächst waren die zirka 70 Kinder des dritten Jahrgangs an der Reihe. Sie hörten Geschichten aus „Kann passieren“ und „Wir Kinder von früher“. Aus diesem Buch liest Günther gerne: „Dabei geht es um die Kindheit in der Nachkriegszeit. Von einem Fotografen habe ich viele Fotos aus Leipzig und habe mir dazu Geschichten ausgedacht. Das soll das Verständnis für frühere Generationen verbessern.“ Auch ansonsten möchte der Autor eher keine „Trivialliteratur“ schreiben, sondern über ernstere Themen, natürlich kindgerecht aufgearbeitet. Da geht es dann zum Beispiel um das Thema Adoption oder die erste Liebe.
Seit 1974 führt er solche Lesungen durch, mehr als 50 im Jahr. Viele Fragen hatten die Kinder. Wie entsteht ein Buch? Dazu hatte Herbert Günther etwas mitgebracht, vom ersten Notizzettel bis zum späteren Cover. Und wie ist er zum Schreiben gekommen? Über die Schülerzeitung. Zunächst war er anschließend Buchhändler, bevor er seit 1988 als freier Autor und, gemeinsam mit seiner Frau, Übersetzer von englischen Büchern arbeitet.
„Jede Lesung ist anders“, so der 66-Jährige und weiter, „es ist spannend zu beobachten, wie sich die Kinder, aber auch Lehrer, im Laufe der Zeit verändert haben.“ Trotz der großen Gruppe seien die Bockenemer Schüler recht aufmerksam gewesen. Und auch die Lehrer haben wieder einige neue Bücher für sich entdeckt.