Jiddische Melancholie und skandinavischer Folk

Glashaus Derneburg lädt im Mai und Juni zu unterschiedlichster Musik und einem Kabarettabend

Zweimal Konzert, einmal Kabarett und eine Ausstellung – das sind die Veranstaltungen im Derneburger Glashaus für den restlichen Mai und den Juni. Karten für Konzerte und Kabarett gibte es jeweils zum Preis von 15 Euro beziehungsweise ermäßigt zehn Euro. Die Veranstaltungen beginnen jeweils freitags um 20 Uhr.
Musikalischer Entdeckergeist, schräger Humor und unverwüstliche Spielfreude vereinen sich am kommenden Freitag, 12. Mai, mit ungarischer Schärfe, jiddischer Melancholie und Allgäuer Bergkäs. Die Musik von „A Glezele Vayn“ stammt aus den Ländern des Balkans, den jiddischen Schtetln Osteuropas und den Alpen. Großtonjäger Brezl Moishele verzaubert ein tiefes D, ein Bauernhof bekommt Gesangsunterricht und das Publikum wird über die Donau zum Schwarzen Meer verschifft. Mitunter wird sogar ausgelassen gesungen und auch mal was selbst gedichtet. Eine vergnügliche Mischung aus Tradition und Eigenwille macht den besonderen Reiz von A Glezele Vayn aus. Da werden nicht nur Töne verzaubert, sondern auch Zuhörer. Und Löffel sind nicht nur zum Essen da.
Eine Woche später, am 19. Mai, kommt das Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“ mit seinem preisgekrönten Programm „MitternachtSpaghetti“ wieder in das Glashaus. Die Zwei wickeln von der Fensterbank aus ihre Zuschauer galant um den Finger. Oberflächlich betrachtet geht es dabei um Liebe. Zu Tintenfischen zum Beispiel. Oder zu knackenden Heizungsrohren. Und auch ein bisschen um die Liebe zweier Großstadtneurotiker in einer zunehmend komplexen Welt. Doch während das real-fiktive Liebespaar versucht, sein Programm über die Bühne zu bringen, verstricken sie sich Abend für Abend in hakenschlagenden Zwiegesprächen und finden sich in den Abgründen ihrer menschlichen Existenz wieder. „Sie sind ein kabarettistisch-musikalisches Dream-Team. Mit funkelnd-intelligenten Dialogen und sprachjonglierenden Liedern überraschen sich die beiden in jedem Augenblick auf der Bühne mit einer ganz sinnlichen Lust am Streit-Spiel. Und mit bauch-kribbelndem Lachen schauen und hören wir den beiden zu, fasziniert. Ein ganz wunderbarer Auftritt.“ schwärmte die Jury des Münchner Kabarett Kaktus.
Der Titel der Ausstellungsreihe „Strahlende Finsternis“ ist ein Koan, dessen eigentlicher Sinn sich eher ohne Worte erschließt. Deshalb malt Hans-Jürgen Schmejkal auch seit über 40 Jahren ohne Unterbrechung. Um malend die Welt zu erkennen, um sich selber näher zu kommen, um träumend sein Unterbewusstsein auf die Leinwand zu pinseln. Hans-Jürgen Schmejkal ist kein mit sich ringendes kreatives Genie sondern ein Bilder-Finder, einer der den Quell der Inspiration nicht mehr schließen kann. Daraus sind bislang fast 2.500 Gemälde entstanden und ein Vielfaches davon an Zeichnungen und Drucken. Die Ausstellung ist im Juni und bis zum 30. Juli geöffnet.
Am 16. Juni ist schließlich skandinavischer Folk zu hören. Huldrelokkk – der Lockruf der Trollfrau – so nennt sich Kerstin Blodigs internationales Frauentrio und präsentiert die Bandbreite skandinavischer Folkmusik aus Norwegen, Schweden und Dänemark. In drei skandinavischen Sprachen, mit betörendem dreistimmigen Gesang, zwei rasant virtuosen Fiedeln und einer groovigen Gitarre feierten sie Ende 2009 vor restlos begeistertem Publikum anlässlich der „Nordic Night“ die Welturaufführung ihres Trioprojektes in Berlin. Seitdem ist das Trio international unterwegs – vor allem in Deutschland in ausverkauften Konzerthäusern –mit der neuen CD „Huldrelokkk: i levende live“. Huldrelokkk, das sind Kerstin Blodig (Gesang, Gitarre, Bodhrán), Mia Gunberg Ådin (Gesang, Geige, Nykkelharpa) und Liv Vester Larsen (Gesang, Geige, Perkussion).