„Kartierung“ der Bockenemer Bevölkerung

Sanierungsbedarf am Stadtzugang in der Bönnierstraße

Ausführliche Daten des Zensus 2011 liegen nun vor

Seit einigen Tagen liegen der Öffentlichkeit und den Kommunen die Ergebnisse des Zensus 2011 vor. Bei dieser im Mai 2011 durchgeführten Erhebung wurden mittels Befragung und Auswertung vorhandener statistischer Daten aus den Verwaltungsregistern die Zahlen zur Bevölkerung mit Stand vom 9. Mai 2011 ermittelt. Die gleichzeitig durchgeführte Zählung von Gebäuden und Wohnungen präsentiert nach Angaben des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie hingegen den Stand vom Mai 2013.
Wie überall in Deutschland kann nun auch die Stadt Bockenem ihre Statistik korrigieren, insbesondere die zur Struktur der Bevölkerung. Laut bisheriger Zählung rechnete man in Bockenem zum Jahresende 2011 mit 10.464 Einwohnern, wobei man wissen muss, dass die Stadt vierteljährlich die von ihr registrierten demographischen Bewegungen dem Landesbetrieb für Statistik in Hannover übermittelt.
Tatsächlich ermittelte der Zensus 2011 für die Gesamtstadt Bockenem zum 9. Mai 2011 nun eine Bevölkerung von 10.144 Personen. Mittlerweile sind wir schon zwei Jahre weiter und die Entwicklung aus dieser Zeitspanne von zwei Jahren lässt jetzt aktuell eine Einwohnerzahl von rund 9800 Personen erwarten. Damit ist Bockenem unter die 10.000-er Marke gefallen. Das sind drei Jahre früher, als die Landesstatistiker das zuvor erwartet hatten, denn erst für 2016 hatten sie eine Einwohnerzahl von 9902 Personen prognostiziert.
Neben der reinen Anzahl gibt der Zensus auch Infos über die Bevölkerungszusammensetzung. Von den 10.144 Einwohnern waren 1670 unter 18 Jahre alt, dagegen 2410 über 65 Jahre. 9920 waren Deutsche und 220 Ausländer. Die Religion betreffend gehörten 1420 zur katholischen und 6850 zur evangelischen Kirche; 1810 weder zur einen noch zur anderen.
Der Zensus ermittelte 4730 Erwerbspersonen und 5380 Nichterwerbspersonen; unter den Erwerbspersonen 4490 Erwerbstätige und 240 Arbeitslose. 180 Personen gehörten dem Erwerbszweig Land/Forstwirtschaft und Fischerei an, 1810 dem Produzierenden Gewerbe und 2670 dem Sektor Dienstleistungen. 3960 waren Arbeiter und Angestellte, 220 Beamte, 180 Selbstständige mit und 220 Selbstständige ohne Beschäftigte. 2220 Erwerbstätige arbeiteten in der Hauptwohnsitzgemeinde Bockenen und 2270 pendelten nach außerhalb. Auf der anderen Seite standen 2500 Einpendler.
Unter denn Personen im Alter von über 15 Jahren besaßen 2450 keinen beruflichen Ausbildungsabschluss, 520 keinen Schulabschluss, 4020 einen Haupt- und 2820 einen Realschulabschluss. Das Abitur konnten 1414 Personen vorweisen und einen Hochschulabschluss 630 Personen.
Anders als die Bevölkerungszahlen beziehen sich die des Zensus 2011 für Gebäude und Wohnungen auf den Stand Mai 2013. Danach gab es in der Gesamtstadt 3428 Wohngebäude und 51432 Wohnungen. Von den 3428 Wohngebäuden waren 1164 vor 1919 gebaut worden, 248 zwischen 1919 und 1948 und 1289 zwischen 1949 und 1978, zwischen 2001 und 2011 hingegen nur 164. 2400 der 3428 Wohngebäude besaßen nur eine Wohnung und 3125 waren im Privateigentum.
Zu dem hohen Anteil von etwa einem Drittel der vor 1919 errichteten Häuser gehören auch die in der Bockenemer Altstadt. Zu diesem Gebäudesegment macht der Zensus keine Angaben, doch weiß jeder Bockenemer um den relativ hohen Anteil der Leerstände. Dieser ist besonders auffällig in der Wasserstraße, auf der Bönnierstraße/ Lange Burgstraße und auf dem Buchholzmarkt. Viele der Anwesen und der in ihnen befindlichen Wohnungen bedürften einer zeitgemäßen Modernisierung. Man sieht es, wenn man offenen Auges Haus für Haus durch die Altstadtstraßen geht und den Blick über Hauseingänge, Fenster und Fassaden bis hin zu den Nebengebäuden schweifen lässt.
Bei der Verwaltungsspitze und bei einem Teil der Mandatsträger im Stadt- und Ortsrat scheint dieses Problem an Sensibilität zu gewinnen. Man wird nicht noch weitere Jahre abwarten können.