Kein Open Air, trotzdem ein Erfolg

Eigentlich ist es nur ein Drei-Personen-Stück, in der Bockenemer Version spielten aber über 20 Darsteller mit. (Foto: Vollmer)
 
Das Orchester mit Claus-Ulrich Heinke als Dirigent.

Beide Aufführungen von „Bastien und Bastienne“ finden beim Publikum großen Anklang

Aus dem großen Open-Air-Spektakel auf dem Bockenemer Buchholzmarkt ist zum Bedauern vieler Gäste nichts geworden. Allerdings ließ der Wetterbericht den Verantwortlichen auch keine andere Wahl, als die Aufführung von Mozarts heiterem Singspiel „Bastien und Bastienne“ in die Sporthalle an der Karl-Binder-Straße zu verlegen. Spätestens zum Finale wären die Besucher ziemlich nass geworden.

Aber auch mit einem Dach über dem Kopf war das Interesse an der Inszenierung, für die Heidrun Heinke verantwortlich zeichnete, sehr groß. Kaum ein Stuhl blieb zur Freude des gesamten Teams an dem Premierenabend in Bockenem frei.
In Mozarts erster Oper geht es um Liebe, Eifersucht, Zauberei und Versöhnung. Im Mittelpunkt steht das Liebespaar Bastien und Bastienne, das von Solveig Kloss und Christopher Paskowski perfekt in Szene gesetzt wurde. Die junge Sopranistin ist frisch gebackene Preisträgerin im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Christopher Paskowski macht seit einiger Zeit als begabter Soprano auf sich aufmerksam. „Es macht unglaublich Spaß, in die Rolle der verliebten, aber auch etwas zickigen Bastienne zu schlüpfen, die ihrem Liebling mit Eifersuchtsspielchen reizt“, hatte die Sopranistin im Vorfeld erklärt. Aber auch ihrem Kollegen Christopher war während der Vorstellung der Spaß an Mozarts jugendlichem Geniestreich deutlich anzusehen. Beide haben perfekt miteinander harmoniert. Das wurde auch vom Publikum immer wieder mit kräftigem Beifall quittiert. Als dritter Hauptdarsteller gesellte sich Martin Schubach als Zauberer Colas dazu.
Der lang anhaltende Applaus galt natürlich auch den übrigen Akteuren auf der Bühne und dem Orchester, für das Claus-Ulrich Heinke musikalisch verantwortlich zeichnete. Die zwei jungen Künstler Solveig Kloss und Christopher Paskowski stammen aus der Gesangsklasse von Heidrun Heinke, die sich das Frühwerk des zwölfjährigen Mozart zum Abschluss ihrer Unterrichtszeit an der Musikschule Hildesheim ausgesucht hatte. „Ich habe als ganz junge Sängerin mit diesem Stück meine ersten Bühnenerfahrungen gemacht und wollte ihnen die gleiche Möglichkeit eröffnen“, erinnert sich die erfolgreiche Gesangspädagogin.
Eigentlich ist Mozarts Einakter für drei Akteure gemacht und dauert kaum länger als 40 Minuten. Die Gäste in Bockenem erlebten aber ein zweistündiges musikalisches Fest. „Wir haben die Inszenierung um weitere Musik aus der Feder dieses einmaligen Musikers ergänzt“, berichtet Regisseurin Heidrun Heinke. Außer den Hauptdarstellern der großen Gesangsklasse standen weitere jugendliche und erwachsene Schüler plus der Darsteller aus der Tanzschule Saltazio im gleißenden Scheinwerferlicht. Im jungen Mozart-Orchester spielten Schüler der Musikschule Hildesheim und weitere Gäste. „Die jungen Menschen sind mit großer Konzentration bei der Sache gewesen“, erklärte Dirigent Claus-Ulrich Heinke. Ein großer Dank galt auch Daniela Illers, die ehrenamtlich die Gestaltung des aufwändigen Bühnenbildes übernommen hatte und Ursula Hanelt, die die bunten und authentischen Kostüme anfertigte.