Keine Kastrationspflicht für Katzen und Kater

Stadtrat lehnt Vorlage der Verwaltung mehrheitlich ab

Eine Kastrations- und eine Kennzeichnungspflicht für Katzen und Kater wird es im Stadtgebiet Bockenem nicht geben. Mehrheitlich, und das durch alle Fraktionen hinweg, lehnte der Rat am Montag eine Vorlage der Stadtverwaltung ab, die als „1. Änderung der Verordnung der Stadt Bockenem zum Schutz der öffentlichen Sicherung und Ordnung“ ausgewiesen war.

Der Hintergrund: Die Zahl der frei herumlaufenden Katzen nimmt kreisweit zu. Es gibt Beschwerden. Die Zahl von Katzen, die in das Tierheim Hildesheim abgegeben werden, steigt, und damit steigen auch Kosten; Kosten, an die sich laut Vertrag auch die Stadt Bockenem beteiligen muss. Auf drei Jahre gerechnet sind es mittlerweile laut Mitteilung des Bürgermeisters 10.000 Euro.
Nach dem Vortrag des diesbezüglichen Tagesordnungspunktes im Rat ließ die SPD durch ihren Fraktionsvorsitzenden erklären, dass sie der Vorlage nicht zustimmen werde. Das Ganze sei auch organisatorisch kaum durchsetzbar. Ein altes Mütterchen werde mit 38 Euro für die Kastrationspflicht ihres Katers oder mit 90 Euro ihrer Katze belastet; diese Summen laut Angabe eines Tierarztes. Im Übrigen müsse man berücksichtigen, dass man hier in einer ländlichen Gegend lebe und die Katzen nun wirklich kein Problem darstellten. Das Ganze sei mit einem „Riesenaufwand“ verbunden, und man solle doch „die Katze im Dorf lassen“.
Es schloss sich eine längere und zum Teil lebhafte Diskussion an, bei der Bürgermeister Martin Bartölke die im Hintergrund stehende Position des Landkreises verteidigen musste und auch die finanziellen Belastungen der Stadt darstellte. Dem konnte die Mehrheit des Rates dann allerdings doch nicht zustimmen. Und so wird es im Stadtgebiet künftig keine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen geben.
Wie in diesem Zusammenhang der Bürgermeister mitteilte, hat die vor einiger Zeit beschlossene Meldepflicht von Hunden dazu geführt, dass weitere 30 Hunde bei der Stadtverwaltung von ihren Haltern angegeben wurden, für die nun eine Steuer eingefordert wird.