Keine Verletzten bei Unfall mit Molkelaster

In einer mehrstündigen Bergungsaktion musste der mit zwölf Tonnen Molke beladene Tankzug aus dem Graben wieder auf die Straße gezogen werden.´ (Foto: Vollmer)

Lkw prallte mit geringer Geschwindigkeit bei Bültum gegen einen Baum / Aufwendige Bergung

Ein mit Molke beladener Tanklastzug hat sich am vergangenen Mittwoch auf dem Parkplatz an der Kreisstraße 314 bei Bültum selbstständig gemacht. Mit zwölf Stundenkilometern rollte der Lkw in ein Gebüsch. Dort prallte er schließlich gegen einen Baum. Verletzt wurde niemand.
Die Unfallursache stand für die Polizeibeamten allerdings erst nach der aufwändigen Bergungsaktion fest. Da konnten die Experten im Führerhaus an die Tachoscheibe gelangen. Fest steht, dass der 32-jährige Fahrer aus Polen auf dem Parkplatz angehalten hat. Nach etwa fünf Sekunden setzte sich der Tanklastzug mit geringer Geschwindigkeit in Bewegung. „Vermutlich ist der Fahrer aus irgendeinem Grund ausgestiegen und hat zuvor versäumt, den Laster ordnungsgemäß zu sichern“, berichtet ein Polizeibeamter. Dafür muss sich der 32-Jährige nun vor Gericht verantworten.
Die Geschichte, die er den Beamten zuerst präsentierte, war wohl mehr oder weniger frei erfunden. Er gab an, dass während der Fahrt plötzlich die Bremsen versagt haben. Kurz hinter der Ortschaft Bültum habe er bemerkt, dass der Bremsdruck plötzlich absackt. Er hätte den Tankzug zwar noch lenken, aber nicht mehr zum Stehen bringen können. Geistesgegenwärtig hätte er das Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 30 Tonnen auf den Parkplatz manövriert. Dort kam es dann zur Kollision mit dem Baum.
Der polnische Fahrer, der gegen 11 Uhr bei der Firma Biolac in Harbarnsen zwölf Tonnen Molke geladen hatte, befand sich gerade auf dem Weg zur Autobahn. Die Bergung gestaltete sich sehr aufwändig. Ein Kran hob die Zugmaschine aus dem dichten Gehölz. Zur gleichen Zeit wurde dann mit einem Seil der Auflieger zur Straße gezogen. Das letzte Stück ins Freie konnte der Lastwagen dann mit eigener Motorkraft fortsetzen.
Der mit Molke gefüllte Tank trug keinen Schaden davon. Er kann nach dem Stand der Dinge mit einem Ersatzfahrzeug auf die Reise zum Kunden gehen. „Bei dem Tank handelt sich um ein geschlossenes System, das offenbar keine Beschädigungen davon getragen hat“, erklärte der Vertreter einer Braunschweiger Speditionsgesellschaft. Der Schaden beläuft sich nach den ersten Schätzungen auf rund 16.000 Euro. Auf der Kreisstraße kam es zu keinen Behinderungen. Die gesamte Bergungsaktion zog sich über mehrere Stunden bis in den späten Nachmittag hin.