"Keine Vorzugstrasse zum jetzigen Zeitpunkt"

Informierte über den Stand der Dinge in Sachen Trasse: Rainer Block (rechts), hier beim Besuch des NDR-Fernsehens anlässlich des Mahnfeuers in Ilde im Oktober letzten Jahres. (Foto: Berner)

Rainer Block als Sprecher der BI "Der Ambergau wehrt sich" informierte über Sachstand in Sachen 380-kV-Trasse

Beim traditionellen Bürgergespräch zum Jahresende in Ortshausen (der "Beobachter" berichtete) kam auch die geplante 380-kV-Trasse von Wahle nach Mecklar zur Sprache. Diese würde dann wohl auch den Ambergau tangieren.

Bockenem/Ortshausen (GWV). Rainer Block als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) ''Der Ambergau wehrt sich'' gab in diesem Rahmen Auskunft über den aktuellen Stand der Dinge. So laufe das am 25. Mai vergangenen Jahres eingeleitete Raumordnungsverfahren weiter. Die vom Netzbetreiber, der Firma "Tennet", eingereichten Unterlagen seien von der zuständigen Behörde für die Bereiche der Erdverkabelung als unzureichend angesehen worden. Daraufhin habe "Tennet" nachbessern müssen. "Es ging um die Untersuchung der Machbarkeit möglicher Teilerdverkabelungen in Ilsede, Delligsen und Göttingen. Durch die hierdurch erneut notwendigen öffentlichen Auslagen der Unterlagen und Anhörungen verschiebt sich die angedachte Terminplanung", so Rainer Block.
Ende Februar 2011 soll von der zuständigen Behörde der Regierungsvertretung Braunschweig eine Gegenüberstellung der Einwände der Bürgerinitiativen und der Behörden sowie von ''Tennet'' vorgelegt werden können. "Ob diese dann auch veröffentlicht wird, das steht noch nicht fest", meint der BI-Sprecher. Es sei im Moment völlig offen, für welche der fünf Alternativen eine Empfehlung ausgesprochen werde. Block: "Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine Vorzugstrasse."
Weiterhin berichtete Rainer Block über die Sitzung des Arbeitskreises ''Höchstspannung'' in Seesen. Vor der Sitzung im Bürgerhaus hatte die BI ''Der Ambergau wehrt sich'' vor dem Eingang zum Gebäude ein großes Transparent mit der Aufschrift ''STOP ! 380 KV LEITUNG'' demonstrativ plaziert. Bei der anschließenden Sitzung seien aber nicht nur die Mitglieder der BI, sondern auch weitere Freileitungsgegner präsent gewesen, die vehement die Erdverkabelung forderten.
Über ein besonderes Ereignis berichtete Rainer Block am Ende seiner Ausführungen: Anlässlich der Festveranstaltung zum 60. Jahrestag der CDU in Goslar sei geplant gewesen, dass geladene Vertreter der BI '' Der Ambergau wehrt sich'' Bundeskanzlerin Angelika Merkel einen offenen Brief überreichen sollten. Mit der brüsken Bemerkung, sie gäbe sich prinzipiell nicht mit Bürgerinitiativen ab, habe sie die Vertreter der BI fassungslos und düpiert stehen gelassen. Das Verhalten der Bundeskanzlerin sei an Arroganz, Überheblichkeit und Missachtung nicht zu überbieten. Das Thema sei deshalb vom NDR-Fernsehen sofort aufgenommen worden. Ein Vertreter der BI wurde zu dem Thema "Der Umgang der Politik mit dem Bürger" unter der Überschrift "Die Arroganz der Mächtigen" interviewt.