Kfz-Zulassungsstelle für Bockenem?

Ausschuss beschäftigt sich mit Vereinbarung mit dem Landkreis / Umbauplanungen in Grundschule Bockenem im Zeitplan

Während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend und Bürgerangelegenheiten standen neben der Diskussion um die Freiwilligenagentur MiA (der „Beobachter“ berichtete) noch einige weitere interessante Themen auf der Tagesordnung.

Nach längeren Verhandlungen gibt es nun eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Landkreis über die Einrichtung einer Außenstelle der Kfz-Zulassung. Neben der in Hildesheim gibt es bislang nur eine in der ehemaligen Kreisstadt Alfeld. Die Stadt Sarstedt äußert den Wunsch danach bereits seit 1985, seit drei Jahren nun auch Söhlde und Bockenem. Alle weiteren Städte und Gemeinden haben ihr Interesse zurückgezogen. Da die drei genannten Orte am weitesten von den vorhandenen Zulassungsstellen entfernt liegen, ist der Landkreis mit der Einrichtung der Außenstellen einverstanden.

Außenstelle der Kfz-Zulassung befürwortet

Auch der Ausschuss befürwortete die Vereinbarung, die noch vom Rat abgesegnet werden muss. Eine kurze Diskussion kam lediglich darüber auf, an welchem Ort die Stelle beheimatet werden soll. Siegfried Berner (SPD) sagte dazu, dass er es ungern direkt im Rathaus sehen würde. Schließlich würde dies noch mehr Verkehr auf den Buchholzmarkt bringen. Und hier sei man im Zuge der Stadtsanierung gerade dabei, die Autos aus der Innenstadt herauszuhalten. Bürgermeister Martin Bartölke verwies hingegen auf die Vereinbarung, in der festgehalten ist, dass die Stelle nur im Rathaus entstehen kann. Dies auch aus dem Grund, weil das betreffende Personal weiter andere Aufgaben bearbeiten würde. Das geht jedoch nur direkt in der Verwaltung. Unabhängig davon wäre die Zulassungsstelle nicht nur für Bockenemer, sondern auch für die Bevölkerung aus den umgebenden Gemeinden interessant. So könne man eventuell weiteres Publikum in die Innenstadt locken, argumentierten Bartölke und die CDU-Fraktion. Zwei Mitarbeiter aus der Verwaltung würden eine entsprechende Ausbildung erhalten. Trotzdem „gibt es sicher spezielle Fälle, die nur in Hildesheim bearbeitet werden könnten“, wies der Bürgermeister schon einmal vorsorglich auf mögliche Probleme hin. Die Personalkosten werden per Fallpauschale vom Landkreis übernommen. Nach einem Jahr gibt es einen ersten Kassensturz. Die Stadtkasse würde einmalig mit Sachkosten in Höhe von rund 3500 Euro belastet werden.
Die beiden Grundschulen im Stadtgebiet waren ebenfalls Gesprächsthema. Zunächst informierte Amtsleiter Michael Loske über den Stand der Umbauten in Bockenem. Derzeit sei man bei den Ausführungsplanungen. Sobald die Baugenehmigungen vorliegen, was „in Bälde“ zu erwarten sei, würden eventuelle Auflagen eingebaut werden. Erste Gespräche mit dem Brandschutz- und weiteren Fachplanern seien bereits gelaufen. „Bislang läuft alles termingerecht“, zieht Loske eine Zwischenbilanz.
In Bornum muss ein zweiter Rettungsweg eingebaut werden. Eine Außenrutsche sei dabei nicht möglich, sondern nur eine Treppe. Zudem müssen Brandschutzabschnitte eingerichtet werden. Diese Maßnahmen würden wohl 2015 durchgeführt werden, so Loske. Bürgermeister Bartölke wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass es in 2014 bislang deutlich mehr Geburten gegeben hätte, als in den Jahren zuvor. Auch daher sei die Entscheidung für zwei Grundschulen die richtige gewesen. Das Problem der momentan sehr unterschiedlichen Klassengrößen sei kaum zu lösen. Dazu müsste man in jedem Jahr die Schulbezirke ändern und das sei nicht umzusetzen und nicht sinnvoll.

Neue Einrichtung für die Grundschule Bockenem

Bockenems Schulleiter Jürgen Andre berichtete über eine größer Investitionssumme an seiner Schule. Sowohl für dieses als auch für das nächste Jahr seien 45.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Dafür werden nun 260 Stühle und Tische sowie zehn Lehrertische angeschafft. Erstere seien höhenverstellbar und hätten eine 3D-Mechanik, sind also nach vorne, hinten und zu den Seiten beweglich. Die Tische haben Rollen und können somit auch von den Kindern selbst bewegt werden. Andre hat mehrere Angebote eingeholt, die sich zwischen 71.000 und gut 80.000 Euro bewegen. Michael Loske teilte mit, dass die Ausschreibungen für die Anschaffung bereits fertig seien. Sie sollen in zwei Schritten noch in 2014 und dann 2015 angeschafft werden. Ulrike Rupprecht vom Familienservicebüro gab einen Überblick über das Jugendkonzept. Seit knapp zwei Jahren gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich die Verbesserung der Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien vorgenommen hat. Vom Familienservicebüro selbst wird halbjährlich ein „Neubürgertreffen“ angeboten, bei dem alle Neugeborenen im Stadtgebiet begrüßt werden. Gleichzeitig gibt es viele Informationen über die Freizeitmöglichkeiten, Kindergärten, Schulen und einiges mehr in Bockenem. „Das Treffen wird immer besser angenommen“, freut sich Rupprecht.
Allgemein sei vor allem die Öffentlichkeitsarbeit der Angebote verbessert worden. Auch die Mittel für das Bildungs- und Teilhabepaket werden nun wesentlich mehr abgerufen, nachdem in der ersten Zeit viel Geld ungenutzt liegenblieb. Für die Kinderbetreuung gebe es ein bedarfsgerechtes Angebot. Im AWO-KiGa wird übergangsweise zusätzlich eine Kleingruppe eingerichtet, um genügend Plätze anbieten zu können. Auch wird dort nun eine Frühbetreuung ab 6.30 Uhr angeboten. Der Hort ist von der Grundschule in die Oberschule umgezogen. Dort besteht bei Bedarf die Möglichkeit der Aufstockung auf eine zweite Gruppe. Zum zweiten Mal gab es eine Ferienbetreuung. Drei Wochen lang wurden in Zusammenarbeit von MiA und Konfetti zwölf Kinder betreut. „Es hat ihnen allen gut gefallen. Viele haben schon gesagt, dass sie im nächsten Jahr gerne wiederkommen möchten“, berichtete Rupprecht.
Veränderungen gab es auch im Jugendtreff „Konfetti“. Zum einen ist seit dem 1. September ein neuer Bufdi eingestellt worden. Zum anderen wurden die Öffnungszeiten flexibler gestaltet, zum Beispiel am Wochenende oder den Abenden. Auch spezielle Thementage sind nun im Angebot. Die Nachfrage danach sei da, führte Rupprecht aus. Auf die Frage, ob es zwischen dem Konfetti und zum Beispiel den Schulen eine Zusammenarbeit gebe, antwortete Jürgen Andre, dass seit dem vergangenen Jahr alle Bockenemer Erstklässler einmal zum Kennenlernen in das Konfetti gehen. Auch gemeinsame Projekte habe es schon gegeben.
Fünf Orte im Stadtgebiet haben einen speziellen Ansprechpartner für die Jugend geschaffen. In allen anderen wird diese Aufgabe von den Ortsbürgermeistern/-vorstehern mit übernommen. Eine erste Sitzung der betreffenden Personen hat bereits stattgefunden.

Lob für viele freiwillige Leistungen

Ein Lob sprach das CDU-Mitglied Ralf Marten der Stadt aus: „Wir bieten viele freiwillige Leistungen an. Das geht natürlich nur, solange wir es uns leisten können. Das erste, was bei einem Defizit im Haushalt gestrichen wird, sind diese Angebote.“ Dazu gehören auch die Bereitstellung der Mittel für eine hauswirtschaftliche Kraft für Kindertagesstätten, die ein Mittagessen anbieten. Diese Gelder, rund 3000 Euro pro Kraft und Jahr, haben nun auch der AWO-KiGa Bockenem und der evangelische Kindergarten Bockenem beantragt. Sie wurden vom Ausschuss bewilligt.