Kirchengemeinden wachsen weiter zusammen

Pfarrer Ryszard Karp begrüßte viele Gäste zum ökumenischen Neujahrsempfang im St.-Clemens-Gemeindehaus. (Foto: Voß)
 
Annette Schäfer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, bei ihrer Ansprache. (Foto: Voß)

Erster ökumenischer Neujahrsempfang der katholischen Pfarrgemeinde nach der Fusion

Er hat schon Tradition, der ökumenische Neujahrsempfang in Bockenem. Abermals hatte dazu die katholische Kirchengemeinde am Tag "Heilige drei Könige" in das Gemeindehaus-Foyer der St.-Clemens-Kirche eingeladen.

Bockenem (GWV). Zum Auftakt wurde ein gemeinsamer Gottesdienst in der katholischen Kirche gefeiert, zelebriert von Pfarrer Ryszard Karp und dem wieder genesenen Pfarrer i. R. Engelbert Palmer.
In gewisser Weise hatte die Zusammenkunft historischen Charakter, war es doch die erste ökumenische Begegnung seit der im Spätsommer vergangenen Jahres erfolgten Gemeindefusion (siehe auch "Hintergrund"). Gewissermaßen das Pendant zu diesem Neujahrsempfang ist auf evangelischer Seite der Luther-Empfang, zu dem die St.-Pankratius-Gemeinde am Reformationstag eingeladen hatte.
Pfarrer Ryszard Karp konnte eine Reihe von Kirchen- und Gemeindevertretern beider Konfessionen sowie viele weitere Gäste begrüßen. So hieß er besonders Pastor Ralph Thomas Strack, Ortsbürgermeisterin Christina Philipps, den katholischen Pfarrer i. R. Engelbert Palmer und Jürgen Notzon, den stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates willkommen.
Annette Schäfer, Vorsitzende des neu gewählten Pfarrgemeinderates, stellte ein Zitat in den Mittelpunkt ihres Grußwortes. "Die zentrale Frage des christlichen Glaubens ist nicht, wann und wo wir im Gottesdienst sitzen, stehen oder knien, sondern ob wir im Alltag umsetzen, was wir am Sonntag feiern!", sagte sie.
Von evangelischer Seite betonte Kirchengemeindevorsteher Daniel Aldag, dass man die Chancen des Neubeginns der neu entstandenen, großen Einheit sehen müsse. Er erinnerte an die stets gute ökumenische Zusammenarbeit und versicherte, dass man diese Tradition fortführen werde.
Christina Philipps überbrachte die Grüße des Bockenemer Ortsrates. Sie begrüßte das Zusammenwachsen der beiden Kirchengemeinden. "Sowohl die Politik als auch die Kirchen stehen vor großen Herausforderungen im neuen Jahr", sagte die Ortsbürgermeisterin. Sie wünsche sich, dass sich alle mit Erfolg um das Wohl von Bockenem und der zusammengeführten Kirchengemeinde bemühen.
Christoph Görtler aus Seesen, stellvertretender Vorsitzender des neuen Kirchenvorstandes, nutzte die Gelegenheit, um auf die Zusammensetzung dieses Gremiums vor dem Hintergrund der Zusammenlegung der katholischen Gemeinden einzugehen. So hätten sich die gewählten Vertreter in der konstituierenden Sitzung Mitte Dezember darauf verständigt, vertrauensvoll und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Aus den drei Gemeinden sind im Kirchenvorstand insgesamt zehn Vertreter zu finden, und zwar vier aus Seesen, vier aus Bockenem und zwei aus Bilderlahe.
Im Anschluss an den "offiziellen" Teil lud Pfarrer Ryszard Karp zu einem gemütlichen Beisammensein ein.


Hintergrund: Gemeindefusion
Zum 1. September 2010 hat das Bistum Hildesheim in einer sechsten Fusionsrunde seit 2004 insgesamt 52 bisherige Kirchengemeinden zu 16 neuen Pfarrgemeinden zusammengeführt. In den kommenden Jahren soll die Zahl der Pfarrgemeinden unter Berücksichtigung der unterschiedlichen örtlichen Situationen schrittweise auf etwa 120 reduziert werden. Damit reagiert das Bistum auf den Rückgang an Gläubigen, an Priestern und an finanziellen Mitteln. Seit besagtem 1. September bilden die Pfarrgemeinden Maria Königin Seesen, St. Michael Bilderlahe und St. Clemens Bockenem zusammen die katholische Pfarrgemeinde Maria Königin Seesen.