Kreisverwaltung will Windkraftanlagen am Königsturm

Regionales Raumordnungsprogramm enthält größere Fläche für Windenergie mitten im Ambergau

Es sieht ganz nach einer Vorentscheidung aus: Der bekannt gewordene Entwurf des Kreises Hildesheim für die Neufassung des Regionalen Raumordnungsprogramms enthält mitten im Ambergau zwischen Bockenem und Bornum westlich des Königsturms eine größere Fläche, die für die Gewinnung von Windenergie vorgesehen ist. Nach den Äußerungen des beim Kreis zuständigen Sachbearbeiters war im Grunde genommen auch nichts anderes zu erwarten. Besagter Entwurf ist momentan eine Drucksache des Kreises, die im Kreisausschuss zur Beratung anstehen wird.
Inwieweit die darin für das Zentrum des Ambergaus getroffene Empfehlung der Ausweisung einer Windkraftfläche sich auf die Empfehlung des von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens zu den in Frage kommenden Potenzialflächen für Windenergie berufen könne, steht dahin. Immerhin ist nach diesem Gutachten die vom Kreis offensichtlich favorisierte Fläche eine der drei Flächen, die der Gutachter im Stadtgebiet aus Gründen der Umweltbelastung am ehesten für geeignet hält.
Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke sah sich wohl auch vor dem Hintergrund der derzeitigen aktuellen Situation auf der jüngsten Ratssitzung zu einem Sachstandsbericht veranlasst. Dabei erläuterte er zum Schluss das nun anstehende weitere Verfahren. Sollte der Kreisausschuss der im Entwurf gegebenen Empfehlung folgen, werde die Stadt zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese werde dann als erstes im April zu einer öffentlichen Veranstaltung in Sachen Potenzialflächen für Windenergie im Ambergau einladen, wobei sie davon ausgehe, dass auf dieser Zusammenkunft alle wichtigen Argumente in dieser Angelegenheit zur Sprache kommen könnten. Danach werde sie ihre Stellungnahme erarbeiten und sie voraussichtlich im August/September dem Kreis zuleiten.
Passend zu dem Gesamtkomplex Windenergie im Ambergau war unter dem Tagesordnungspunkt „Einwohnerfragestunde“ von den beiden Bürgern von Gadenstedt und Hampe mitgeteilt worden, dass ein Schwarzstorchhorst im Hainberg überhaupt nicht existiere, was im Gegensatz zu den Angaben des Gutachtens stehe. Auch eine Nachfrage bei dem zuständigen Forstamt Liebenburg komme zu diesem Ergebnis. Das aber könnte einige Empfehlungen des Gutachtens in einem anderen Licht erscheinen lassen. Bürgermeister Martin Bartölke sicherte eine Überprüfung dieser Angabe zu.