„Kultur ist Teil der regionalen Identifikation“

Das zehnjährige Jubiläum der Ateliergemeinschaft Jutta Walter wird mit einer Ausstellung von über 100 Bildern in den Schaufenstern der Stadt gefeiert. Jutta Walter (Mitte) ist hier inmitten aller ausstellenden Künstler. (Foto: Hinz)

Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen des Ateliers Jutta Walter / Ausstellung „Kunstschaufenster“ eröffnet

Von Daniel Hinz
Bockenem

Zum zehnjährigen Bestehen ihres Malateliers hatte sich die Bockenemerin Jutta Walter etwas ganz besonderes ausgedacht. 22 Schaufenster in der Innenstadt wurden mit Bildern von Künstlerinnen und Künstlern ihrer Ateliergemeinschaft verschönert, darunter auch einige leerstehende Läden. „Eine schöne Aktion für unseren Ort“, so Pastor Ralph Thomas Strack im Rahmen einer kleinen Feierstunde zur Eröffnung der Schaufensterkunstaktion im evangelischen Gemeindehaus.
Anlässlich des Bockenemer Kultursommers hatte Jutta Walter schon einmal eine solche Aktion gestartet, damals mit Künstlern aus dem ganzen Landkreis. „Nun sind wir in der Lage, unsere eigenen Bilder zu präsentieren“, blickt sie auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Wöchentlich trifft sich die Gemeinschaft in ihrem Atelier, um gemeinsam zu lernen, auszuprobieren und die neuen Bilder zu besprechen. „Wir sind zwar eine Ateliergemeinschaft, doch jeder genießt seine eigene künstlerische Handschrift. Die Individualität ist uns sehr wichtig“, sagte Jutta Walter. Auch einige Kinder und Jugendliche seien mit dabei. „Das Leben ist so bunt, wir möchten unseren Beitrag dazu leisten“, erklärte die Künstlerin. Bedanken wolle sie sich daher auch bei den Geschäftsleuten, die alle sofort ihre Zustimmung für die Aktion gegeben hätten. Seit 17 Jahren lebt Jutta Walter im Ambergau. Ursprünglich vom Niederrhein stammend, ist sie durch ihr Kulturpädagogikstudium in Hildesheim in die Region gekommen.
Claus-Ulrich Heinke dankte ihr im Namen des Kulturbeirates Hildesheim für ihre Arbeit. „Kultur hat im ländlichen Gebiet mehr mit Verwurzelung zu tun und ist weniger national oder international ausgerichtet. Auf die Frage: Was ist Kultur im ländlichen Raum kann man daher sagen: Kultur ist Teil der regionalen Entwicklung und Identifikation.“ Regionale Entwicklung sei nicht nur Wirtschaft oder die Ausweisung von Industriegebieten. Wer Kultur säe, werde Zukunft ernten, so Heinke. Der Landkreis Hildesheim sei im kulturellen Bereich sehr gut aufgestellt. „Die Entwicklung begann schon vor 15 Jahren. Inzwischen kommen viele Auswärtige zu uns und wundern sich, was es alles für Angebote gibt“, freute sich der Vorsitzende des Kulturbeirates.
Nach der kleinen Feierstunde konnten die Anwesenden bei selbst gefertigten Speisen und Getränken weitere, anregende Gespräche führen. Für den musikalischen Beitrag in Form von Gitarre und Gesang sorgte Corinna Aldenhoff. Die insgesamt über 100 Bilder in den Schaufenstern sind noch bis Mitte Mai zu sehen (der „Beobachter“ wird noch einmal gesondert berichten).