Landrat setzt alle Hebel für Ausbau in Bewegung

Mit Landrat Reiner Wegner am Baggersteuer: Am Montag fiel der Startschuss für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Königsdahlum. (Foto: Knoblich)

Ausbau der Ortsdurchfahrt Königsdahlum – Erster "Spatenstich" für 800.000-Euro-Maßnahme

Von Karsten Knoblich, Königsdahlum

Ein Männertraum ging für den Landrat des Landkreises Hildesheim, Reiner Wegner, in Erfüllung. Er ließ es sich nicht nehmen, im Führerhaus des großen Baggers Platz zu nehmen und nach einer kurzen Einweisung die Hebel in Bewegung zu setzen. Zwar steuerte er vorsichtshalber die große Schaufel nur nach oben und unten, doch der Symbolik war damit schon Genüge getan.
Das Ganze spielte sich am Montag in Königsdahlum ab. Hier, in Höhe des Hofes Schellmann in der Negenbornstraße, fiel mit diesem ersten "Spatenstich" der Startschuss für den Ausbau der Ortsdurchfahrt im Zuge der Kreisstraße 331. Etwa 800.000 Euro betragen die Kosten für den Straßenbau auf einer Länge von rund 800 Metern einschließlich gemeindlichem Anteil beispielsweise für die Gehwege. "Das Geld ist hier gut angelegt", hatte der Landrat zuvor im Kreis einiger Gäste betont. Die Baumaßnahme werde durch Zuwendungen des Landes mit 60 Prozent aus GVFG-Mitteln (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) gefördert.
Wegners Dank galt den Planern und hier insbesondere Joachim Ernst, Leiter des regionalen Geschäftsbereichs Hannover der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Seit langer Zeit, so Ernst, sei er wieder einmal durch Königsdahlum gefahren. "Und ich muss sagen: Der Zustand ist eine Katastrophe", lautete sein Fazit. Normalerweise sei die Sanierung von Ortsdurchfahrten wesentlich teurer. In Königsdahlum biete sich aber der Vorteil, dass alle notwendigen Leitungsverlege- beziehungsweise Kanalbauarbeiten bereits vor zwei Jahren erfolgten. Bautechnisch gesehen werde man etwa 65 Zentimeter tief in die Erde gehen. Mit dem entsprechenden Aufbau soll gewährleistet werden, dass die Straße möglichst lange in einem guten Zustand bleibt. Die Ortsdurchfahrt hat künftig eine Regelbreite von 5,50 Metern und weist auf 200 Metern Länge eine Engstelle von 4,75 Metern auf. Dass ausgerechnet jetzt, zu Beginn der Sommerferien, der Startschuss für den ersten Bauabschnitt fällt, hat seinen Grund. Zunächst wird nämlich der Abschnitt bis zum Bushaltepunkt in Angriff genommen – und das unter Vollsperrung.
Jahrelang hätten die "vier Spieler" bei dieser Gemeinschaftsmaßnahme, also Straßenbaubehörde, Landkreis, Stadt und Bevölkerung, zuweilen auch hart miteinander gerungen, erinnerte Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke. Schließlich habe man für den Kanalbau viel Geld ausgeben müssen. Nach eigenen Worten "glücklich" zeigte sich Ortsbürgermeister Rainer Kammann, dass es nun endlich los geht. Die Zeit der ständigen Ausbesserungen sei nun vorbei. Stellvertretend für die Einwohner dankte er allen Beteiligten.
Sollte alles glatt laufen und auch das Wetter einigermaßen mitspielen, wird die Baumaßnahme im November dieses Jahres abgeschlossen sein. Mit den Arbeiten wurde die Firma Oevermann aus Halberstadt betraut. Deren Bauleiter und Ansprechpartner vor Ort ist Gerhard Hojnik; die Bauaufsicht obliegt Ingo Brecht von der Straßenmeisterei Bockenem.