„Man muss schon wissen, warum man das macht“

Kirchenvorsteher Bernd Uhde stellt sich am 18. März ein drittes Mal zur Kirchenvorstandswahl. (Foto: Wiebke Barth)

Als Kirchenvorsteher in Nette-Upstedt kann sich Bernd Uhde auf Familie und Dorfgemeinschaft verlassen

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands in Nette-Upstedt heißt zwar Bernd Uhde, aber eigentlich ist es ein Amt für die ganze Familie. Um neben der beruflichen Belastung als Landwirt und landwirtschaftlicher Dienstleister die Arbeit für die Kirche auch noch wuppen zu können, brauche er eben Unterstützung, sagt Bernd Uhde. Und außerdem sei es ja auch sehr praktisch, dass er sich das Haus mit dem Küsterpaar teilt: Seinen Eltern Gisela und Gerhard Uhde nämlich. Und dass seine Ehefrau Martina mal den Telefondienst übernimmt oder die Söhne Tom und Felix mit anpacken, wenn in der Kirche etwas geräumt werden muss. So lasse sich vieles „auf dem kleinen Dienstweg“ organisieren.
Das sei in Nette ohnehin die übliche Methode, berichtet Bernd Uhde. Das lebendige Vereinsleben führe zwar dazu, dass sich schwer Kandidaten für den Kirchenvorstand finden ließen, bedauert Bernd Uhde. Wer sich für ein solches Amt eigne, sei meist schon mehrfach an anderer Stelle ehrenamtlich eingebunden und wolle sich nicht noch mehr Verantwortung aufbürden. Doch die funktionierende Dorfgemeinschaft sei andererseits im konkreten Einzelfall immer mit helfenden Händen zur Stelle. Alle Vereine unterstützten sich gegenseitig – und selbstverständlich auch die Kirchengemeinde.
Wenn ein einziger Pfarrer einen Verband von zwei Gemeinden betreut, die sich über acht Ortschaften verteilen, dann müssen ihm die Kirchenvorstände natürlich möglichst viel organisatorische und Verwaltungsarbeit abnehmen, so der Landwirt. Zum Beispiel für die Vorbereitung der Waldgottesdienste im Weinberg, die im Sommer sieben Mal ausgerichtet werden. Da müssen Prediger gefunden, Musiker bestellt, Stühle getragen werden. Aber wegen der Mühen darauf verzichten? Keinesfalls: „Auf die Waldgottesdienste sind wir hier schon stolz“, sagt der Kirchenvorsteher. „Sie sind aufwendig, aber sie sind auch sehr schön.“
Gern verzichten könnte er allerdings auf die Friedhofsverwaltung. Trauernden im eigenen Ort ihre Sonderwünsche abschlagen oder bei Bekannten Rechnungen anmahnen zu müssen, „das macht viel Kummer“. Daher werde der Kirchenvorstand diese Aufgabe in der nächsten Wahlperiode auch an einen Außenstehenden abgeben.
Auch wenn bei den alltäglichen Aufgaben Glaube und Religion oft in den Hintergrund zu treten scheinen, die Verbundenheit zur Kirche ist für Bernd Uhde Motivation: „Es hat schon seinen Grund, dass man sich gerade für die Kirche einsetzt.“ Wobei sich der Einsatz für die Kirchengemeinde oder für die Dorfgemeinschaft manchmal kaum trennen lassen. Zum Beispiel wenn es um das kirchliche Ludwig-Spitta-Haus geht, das von den Vereinen reihum für ihre Treffen genutzt wird. Wenn es da etwas zu reparieren oder renovieren gebe, dann klappe das mit Hilfe der Vereine meist wunderbar in Eigenarbeit, freut sich Bernd Uhde. Dass er immer wieder tätige Unterstützung und Bestätigung erfährt, bestärkt den 47-Jährigen in dem Entschluss, sich nach zwei Amtsperioden im Kirchenvorstand bei den Neuwahlen am 18. März auch ein drittes Mal zur Verfügung zu stellen. „Man muss schon wissen, warum man das macht“, sagt Bernd Uhde. Und er weiß es.

Am Sonntag, 18. März, wählen die evangelischen Christen der Landeskirche Hannover ihre Kirchenvorstände. Menschen, die Interesse daran haben, ihre Gemeinden aktiv mitgestalten, können sich bis zum Ende des Monats im jeweiligen Pfarrbüro melden.