Medikamente für Griechenland

Die Medikamente für die Menschen in Griechenland können ab sofort im Stadtcafé von Elke Wegner abgegeben werden. Wolfgang Bolm (links) und Hans-Werner Staar (rechts), die beiden Initiatoren der Sammelaktion, hoffen auf die Unterstützung aus der Bevölkerung. (Foto: Vollmer)

Bockenemer Ärzte bitten die Bevölkerung um Spenden für soziale Krankenstation in der Stadt Katerini

Für viele Griechen geht es in dieser Zeit um Leben und Tod. Denn Einschränkungen im Gesundheitssystem und sinkende Arzneimittelimporte machen es schwer, an lebensnotwendige Medikamente zu kommen. Die Hilferufe der Menschen sind auch in Bockenem angekommen. Die beiden Ärzte im Ruhestand, Hans-Werner Staar und Wolfgang Bolm, haben wegen der akuten Notlage eine Sammelaktion ins Leben gerufen.

„Wir haben als Touristen vielfach die griechische Gastfreundschaft genossen. Daher wollen wir nun ein wenig helfen“, betonen die Mediziner. Ihnen ist bekannt, dass drei bis vier Millionen Griechen über keine Krankenversicherung verfügen. „In der Finanzkrise hat sich die Situation noch verschärft. Zahlreiche Einrichtungen im Gesundheitswesen wurden geschlossen. Praxen sind nur eingeschränkt tätig“, erläutert Hans-Werner Staar, der in Bockenem mehr als 30 Jahre praktiziert hat. Ein großes Problem sei zudem die Versorgung mit Pillen, Salben und Tropfen. „Den Menschen ist bereits geholfen, wenn ihnen ein Mittel vermittelt werden kann“, ergänzt der Nervenarzt und Psychotherapeut Wolfgang Bolm. Es sei eine moralische Frage, sich solidarisch zu zeigen. Beide Ärzte kennen verschiedene Organisationen, die den Griechen helfen. Einige kümmern sich um medizinische Gerätschaften, andere um Verbandsmaterial oder Medikamente.
Hans-Werner Staar und Wolfgang Bolm haben sich entschlossen, die Menschen in Katerini zu unterstützen. Die Stadt liegt im Nordosten Griechenlands. Thessaloniki ist etwa 70 Kilometer entfernt. Die Arzneimittel sind in erster Linie für die soziale Krankenstation bestimmt, die seit einem Monat unter der ehrenamtlichen Beteiligung von 61 Gesundheitsfachkräften arbeitet. Rund um Katerini leben mittlerweile 400 Familien, die das Angebot in Anspruch nehmen müssen. Ein prall gefülltes Paket mit Tabletten, Salben und Tropfen ist bereits auf dem Weg. Hans-Werner Staar und Wolfgang Bolm bitten nun die Bürger in Bockenem und Umgebung um Mithilfe, damit es nicht bei dem einen Paket bleibt.
Als Partnerin haben sie die Inhaberin des Stadtcafés Bockenem, Elke Wegner, gewinnen können. Durch diese Zusammenarbeit besteht die Möglichkeit, dass die Einwohner ihre nicht mehr benötigten, bereits geöffneten Medikamente an zentraler Stelle in der Marktstraße 1 während der Öffnungszeiten abgeben können. Die Initiatoren der Aktion bitten darum, keine geöffneten Salben oder Tropfen zu spenden. Die Mindesthaltbarkeit sollte nicht unter sechs Monaten liegen. Wer lieber Geld spenden möchte: Medikamenten-Nothilfe für Griechenland, die mit Professor Giannis, Leipzig und Patras, zusammenarbeitet. Die Bankverbindung lautet: IBAN DE80 4306 0967 1134 219602, BIC GENODEM1GLS.