Mehr Straftaten im PK Bad Salzdetfurth

Dagmar Leopold stellte die Kriminalstatistik des Polizeikommissariats Bad Salzdetfurth vor. In ihrem Bereich stieg die Zahl der gemeldeten Straftaten, die Aufklärungsquote blieb bei rund 64 Prozent.

Mit 638 Fällen ist die Zahl vor allem im Raum Bockenem gestiegen / Aufklärungsquote weiter bei rund 64 Prozent

Ein deutlicher Anstieg der Wohnungseinbrüche, vorwiegend im Raum Bockenem und Bad Salzdetfurth, hat die Kriminalstatistik des Polizeikommissariats Bad Salzdetfurth für das Jahr 2014 getrübt.

Die Zahl schnellte von 76 auf 101 Fälle hinauf. „Dieser Anstieg ist nach polizeilicher Einschätzung hauptsächlich auf die zunehmenden Aktivitäten reisender Tätergruppen zurückzuführen“, berichtete die Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes, Dagmar Leopold, bei der Vorstellung der Zahlen. Die Täter würden gezielt in der Nähe von Bundesstraßen und Autobahnen Objekte ausspähen und dort gleich mehrere Häuser heimsuchen. Die Polizeiinspektion Hildesheim hat zur gezielten Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, an der auch die Bad Salzdetfurther Beamten beteiligt sind.
Als sehr erfreulich stellte die Kriminalhauptkommissarin heraus, dass für den Bad Salzdetfurther Bereich gerade in diesem schwer aufzuklärenden Deliktsbereich die Aufklärungsquote von rund 29 auf 36 Prozent gesteigert werden konnte. „Dazu haben aufmerksame Zeugen entscheidend beigetragen, die oft wertvolle Hinweise zur Identifizierung von verdächtigen Personen oder Fahrzeugen geben konnten“, erläuterte die Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes. Darüber hinaus hätten sich auch die angezeigten Diebstähle aus Kraftfahrzeugen von 100 auf 131 Fälle drastisch erhöht. Die bemerkenswerte Steigerung der Aufklärungsquote von acht auf fast 30 Prozent würde sich zum Teil aus der Festnahme eines Serientäters im Oktober 2014 erklären, auf dessen Konto allein 22 Taten gehen.
Bei den einfachen Diebstählen seien die Fälle oftmals auch auf die Unachtsamkeit der Bestohlenen zurückzuführen. „So werden aller polizeilichen Warnungen zum Trotz immer noch teure Smartphones während des Sportunterrichts oder Trainings in unverschlossenen Umkleidekabinen zurückgelassen oder Portemonnaies während des Einkaufs unbeaufsichtigt im Einkaufswagen abgelegt“, warnt Dagmar Leopold. Auch ein unverschlossen abgestelltes Fahrrad lade potenzielle Diebe geradezu ein, sich nach Lust und Laune zu bedienen.
Die Beamten nahmen im vergangenen Jahr insgesamt 2188 Straftaten auf. Entgegen dem rückläufigen Trend in anderen Kommunen lag diese Zeit um 155 höher als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote betrug rund 64 Prozent und blieb damit fast auf dem Niveau des Jahres 2013. Ein besonderes Augenmerk legten die Beamten auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Wie bereits in den letzten Jahren entfällt der weitaus größte Anteil der insgesamt 90 Anzeigen auf Verstöße mit Cannabis und Ecstasy. „Das Dunkelfeld ist hier groß. Die Entwicklung der Fallzahlen hängt somit im Wesentlichen von den Aktivitäten ab, die die Polizei zur Aufhellung dieses Bereichs entwickelt“, erläuterte die Kriminalbeamtin. Nachdem im Jahr 2013 ein Schwerpunkt der polizeilichen Tätigkeit zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität im Bereich der Gemeinde Söhlde lag, wurde in den vergangenen zwölf Monaten ein großer Anteil der Verfahren in der Region Bockenem und Holle eingeleitet. Wenn es um Betäubungsmittel geht, werde die Polizei auch in Zukunft sehr genau hinschauen. Dazu sind gezielte repressive und präventive Maßnahmen geplant.
Als besonders ärgerlich beschrieb die Beamtin sechs Anzeigen, die wegen des Vortäuschens von Straftaten geschrieben werden mussten. So hatte im November ein junger Mann sich an die Polizei gewandt, weil er angeblich am Bahnhof von Bodenburg von zwei Tätern überfallen worden war. Am Ende stellte sich heraus, dass er das vermeintlich gestohlene Handy selbst verkauft hatte. „Durch solche Fälle werden personelle und sachliche Ressourcen der Polizei und Justiz unnötig verschwendet“, brachte es Dagmar Leopold auf den Punkt.
Bei den Rohheitsdelikten registrierten die Beamten 344 (329) Fälle. Hauptsächlich waren es Körperverletzungen, mit denen sich die Beamten zu beschäftigen hatten. Der Handel von Waren und Dienstleistungen über das Internet, insbesondere der Waren- und Kreditbetrug über Online-Verkaufsplattformen, sei wieder ein lukratives, aber risikoreiches Betätigungsfeld für Betrüger gewesen. Die Zahl der Vermögensdelikte lag insgesamt bei 437 (373).
Einen deutlichen Anstieg der Straftaten machten die Beamten für die Region Bockenem aus. Die Statistik weist dort 638 Fälle aus. Im Vorjahr waren es 449 Anzeigen. Im südlichen Landkreis schlagen sich besonders die Diebstähle nieder. In Lamspringe stiegen besonders die Vermögens- und Fälschungsdelikte von 25 auf 83 an. Zum Polizeikommissariat Bad Salzdetfurth gehören die Städte und Gemeinden Bockenem, Holle, Schellerten, Söhlde und Lamspringe.