Mehr Unfälle, aber weniger Tote und Schwerverletzte

Alkoholfahrt mit Folgen: Bei diesem Unfall auf einem Feldweg bei Störy wurde im November vergangenen Jahres ein 23-jähriger Pkw-Insasse getötet.

Polizeiinspektion Hildesheim legt Verkehrsunfallstatistik für 2010 vor / L 493 zwischen Sottrum und Nette Motorrad-Problemstrecke

Der Leiter der Polizeiinspektion Hildesheim, Uwe Ippensen, hat im Rahmen einer Pressekonferenz die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik 2010 für Stadt und Landkreis Hildesheim vorgestellt.
Bockenem/Hildesheim (bo). Innerhalb der Polizeiinspektion Hildesheim wurden die Beamtinnen und Beamten zu 7435 (2009: 7186) Verkehrsunfällen gerufen. Das sind 249 Verkehrsunfälle mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig ist aber auch die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen schwer verletzt oder getötet wurden, weiter gesunken und hat mit 210 Unfällen im Jahr 2010 (Vorjahr: 217 Unfälle) seit Beginn der Aufzeichnungen einen Tiefststand erreicht. Dazu Uwe Ippensen: „Diesen positiven Trend wollen wir möglichst nachhaltig verfestigen. Um allerdings die gewünschte Verhaltensänderung bei den Verkehrsteilnehmern zu erzielen, werden wir neben Präventionsmaßnahmen auch weiterhin Verkehrsüberwachung zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen durchführen.“
Der erhebliche Rückgang bei den Verkehrsunfällen mit schweren Personenschäden wirkte sich auch auf die Anzahl der getöteten und schwer verletzten Verkehrsteilnehmer aus. Im Jahr 2010 waren insgesamt 14 (Vorjahr: 25) Unfalltote zu beklagen. Die Anzahl der Schwerverletzten ist gegenüber 2009 von 232 auf 236 gestiegen.
Im Jahr 2010 verloren sieben Menschen ihr Leben an einem Baum – die Hälfte der Verkehrstoten. Bei sogenannten „Baumunfällen“ wurden 39 Menschen schwer verletzt (16,46 Prozent der Schwerverletzten); bei den Leichtverletzten betrug der Anteil nur 6,34 Prozent, und bei den unverletzten Unfallbeteiligten lediglich 0,85 Prozent.
Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine Rolle spielte, ging im Jahr 2010 um 131 gegenüber 2009 (152) zurück. Diese Zahl bedeutet in der Langzeitbetrachtung ein „Allzeittief“. Allerdings wurden bei diesen Unfällen 83 Menschen verletzt oder getötet (Vorjahr: 70).
Die Zahl der an Verkehrsunfällen beteiligten motorisierten Zweiradfahrer ist erstmals seit Jahren rückläufig. 2010 waren 203 (Vorjahr: 239) an Unfällen beteiligt. Dabei wurde ein Kradfahrer getötet, 33 schwer verletzt. 90 erlitten leichtere Verletzungen. „Trotz dieser erfreulichen Entwicklung, die sicherlich auch auf das 2009 gegründete ‘Kompetenzteam Krad’ der Polizeiinspektion Hildesheim zurückzuführen ist, gibt es im Landkreis noch einige Problemstrecken, wie die Landesstraße 493 zwischen Sottrum und Nette. Um diese Strecken werden wir uns kümmern“, so Ippensen.
Die Verkehrsüberwachungsmaßnahmen bei ausgewählten Hauptunfallursachen wurden im Jahr 2010 fortgesetzt. So wurden außerhalb der Autobahn 5470 Geschwindigkeitsverstöße geahndet (Vorjahr: 6051). Erfreulich dabei: Lediglich 4,17 Prozent der Geahndeten waren so schnell, dass diese ein Fahrverbot befürchten mussten. 2009 waren es noch 6,76 Prozent. Dazu Uwe Ippensen: „Überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen. Daher wird sich die Polizeiinspektion Hildesheim auch weiter darauf konzentrieren, Geschwindigkeitsmessungen – insbesondere außerhalb geschlossener Ortschaften – durchzuführen.“ Dabei seien Anhaltekontrollen von besonderer Bedeutung. Über das direkte persönliche Gespräch der Polizei mit den Verkehrsteilnehmern unmittelbar nach dem Verkehrsverstoß wolle man Verhaltensweisen positiv beeinflussen und so zur Reduzierung der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen beitragen.
Die Zahl der erkannten Alkoholfahrten, bevor es zu einem Unfall gekommen ist, zeigt analog zu den entsprechenden Unfallzahlen einen Rückgang auf. 2010 wurden 361 Verstöße erkannt (2009: 418). Ähnliches gilt für unfallfreie Drogenfahrten, von denen 193 erkannt wurden (Vorjahr: 261).
Nicht um die Zahl der Unfälle zu senken, sondern um die schweren Unfallfolgen zu reduzieren, führt die Polizei Kontrollen der Rückhaltesysteme durch. Hier wurden letztes Jahr 4587 Verstöße geahndet (2009: 4078).