Meteor: Minister Olaf Lies ist optimistisch

Wirtschaftsminister Olaf Lies (Mitte) schaut sich interessiert die neuen Gummi-Kunststoff-Produktionen an.

Niedersachsens Wirtschaftsminister zu Besuch in Bockenem

Hoher Besucher bei der Meteor: Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) war am Dienstagnachmittag beim Bockenemer Automobil-Zulieferer zu Gast. Direkt von der Klausurtagung der Landesregierung in Northeim angereist, nahm er sich fast drei Stunden Zeit, um sich nach der Insolvenz und dem Verkauf an Toyoda Gosei ein Bild der aktuellen Lage zu machen.

Was er unter anderem von Geschäftsführer Atsushi Sumida und Produktionsleiter Hans-Jürgen Warnecke hörte, machte zum einen Hoffnung, zeigte zum anderen aber auch, dass das Unternehmen weiterhin mit Problemen zu kämpfen hat.
Grundsätzlich verließ Lies Bockenem aber mit einer Botschaft, die allen Beteiligten Hoffnung macht: „Toyoda Gosei ist kein Unternehmen, dass einen Betrieb aufkauft und dann nach drei Jahren wieder verschwindet.“ Auch einige Anzeichen, dass die schlimmste Zeit überstanden ist, nahm er mit nach Hannover. So gab es in jüngster Zeit einige größere Investitionen in den Maschinenpark, die insgesamt einen mittleren, einstelligen Millionenbetrag ausmachen. Darunter auch Maschinen, mit denen neue Projekte durchgeführt werden können. Eine Anlage kann beispielsweise Gummi und Kunststoff zusammenpressen. Ein Verfahren, welches bereits vor der Insolvenz entwickelt wurde, bisher aber in Bockenem nicht zur Anwendung kam. Nun hat es bereits neue Aufträge von Daimler und Porsche gebracht. Auch ein neuer Großauftrag winkt der Meteor. Die Dichtungen für den VW CC werden wohl künftig von den „Meteoriten“ produziert.

Personalintensive Produktion wird wohl verlagert

Allerdings, und dies ist eine der schlechten Nachrichten, die Produktion selbst wird im Ambergau und Deutschland insgesamt eher zurückgefahren. Die Personalkosten seien im weltweiten Vergleich viel zu hoch. Die Aufträge würden mit den Kosten aus osteuropäischen Ländern vergeben. Das könne man nicht an anderer Stelle einsparen. Wie und wohin genau Teile ausgelagert werden würden, dazu sei noch nichts entschieden, erklärte Warnecke. Klar sei auch, dass nicht die komplette Produktion ausgelagert werden könne. Schließlich müsse man auch vor Ort sehen, was man entwickle. Auch nicht ganz so personalintensive Produktion könne in Bockenem behalten werden.
Vor allem für den Bereich der Entwicklung sieht es aber gut aus. Hier kann der Ambergauer Standort auch von dem großen Toyoda-Verbund profitieren, wie Geschäftsführer Sumida auf Nachfrage erklärte: „Es ist möglich, dass Wissen mit anderen Betrieben ausgetauscht wird. Vor allem in Europa haben wir auch noch große Expansionsmöglichkeiten, da sind wir noch nicht so stark vertreten.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der gedruckten Ausgabe vom 7. Januar 2016