MGV „Germania“ Königsdahlum legt zweijährige Pause ein

Ehrenvorsitzender Gustav Philipps (rechts) zeichnete Wolfgang Zajons (Mitte) für 31-jährige Vorstandstätigkeit aus. Fritz Strauß (links) wurde für 60 Jahre aktives Singen geehrt.

Nach dem Aus der Dorfmusikanten und des Frauenchores: Im Jahr 2014 soll endgültig über das Schicksal des Chores entschieden werden

Das Jahr 2011 war für das Vereinsleben in Königsdahlum ein besonders schlechtes Jahr. Nachdem Anfang des Jahres die Dahlumer Dorf-Musikanten nach 18 Jahren erfolgreichen Wirkens aus Altersgründen aufgeben mussten, zeichnete sich bei beiden Chören, besonders aber beim MGV „Germania“, ein unaufhaltsamer Niedergang an. Die Sänger des MGV konnten nur noch einmal allein üben und beschlossen dann, dass freiwillige Sänger den Frauenchor unterstützen sollten. Fünf von ihnen machten auch Gebrauch davon. Das Aus kam mit der Versammlung des Frauenchores am 2. November 2011. Die Vorsitzende, die 2. Stellvertreterin und die Schriftführerin hatten bereits kurz nach der Jahreshauptversammlung 2011 erklärt, nach dem 30-jährigen Bestehen des Frauenchores im Oktober, das noch groß gefeiert wurde, zurückzutreten. Für alle Sängerinnen leider ein nicht ganz nachvollziehbarer Schritt. Da sich in der Versammlung kein Mitglied für den Vorstand fand, wurde beschlossen, den Frauenchor zunächst gemäß Satzung für zwei Jahre ruhen zu lassen. Damit entfiel für die fünf Sänger des MGV ebenfalls ein Weitersingen. Sie beschlossen aber, erst eine Jahreshauptversammlung über das Schicksal des MGV abzuhalten.
Bei dieser jetzt durchgeführten Jahreshauptversammlung, die der Ehrenvorsitzende Gustav Philipps eröffnete, da der 1. Vorsitzende Wolfgang Zajons im Frühjahr aus Krankheitsgründen zurückgetreten war, konnte er Ortsbürgermeisterin Katharina Spengler, Brandmeister Alexander Heinz, den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Dorfgemeinschaftshaus, Wolfgang Zajons, sowie 26 aktive und passive Mitglieder begrüßen.
Auf dem Programm stand zunächst der Bericht des Schriftführers Rainer Böttcher. Im Anschluss daran gab Kassenführer Rainer Philipps, der seit Frühjahr auch die Leitung übernommen hatte, seinen Kassenbericht. Man hatte aus verständlichen Gründen für 2011 schon keine Beiträge mehr kassiert, so dass der Bestand durch die Ausgaben schon geschrumpft war. Ihm sowie dem Schriftführer wurden einstimmig Entlastung erteilt.
Sodann gab der Ehrenvorsitzende Gustav Philipps noch einmal einen Rückblick auf die 137-jährige Geschichte des MGV „Germania“. Drei Unterbrechungen hatte der Chor in seiner Geschichte erfahren. Zweimal durch die beiden Weltkriege und zuletzt Ende der fünfziger Jahre, als kein Dirigent mehr zu Verfügung stand. Philipps war es dann, der 1965 den jungen Dirigenten Dieter Türnau aus Bockenem verpflichten konnte, und so wurde der Singbetrieb am 1. April – damals glaubten viele an einen Aprilscherz – wieder aufgenommen. Nach einem Jahr musste der Dirigent wegen Berufsausbildung aufhören; Rektor Kurt Leßner übernahm sein Amt. Der Chor war inzwischen auf fast 40 Sänger angewachsen. 1975 konnte Philipps aus dem Händen des Regierungspräsidenten die Zelterplakette anlässlich des 100-jährigen Bestehens entgegennehmen. Philipps selbst vertrat den Chor 22 Jahre im Vorstand des Deutschen Allgemeinen Sängerbundes, Bezirk Westharz.
1989 folgte dann erneut ein Wechsel. Dirigent Kurt Leßner gab sein Amt aus Altersgründen an Siegfried Strauß ab und Vorsitzender Gustav Philipps hatte für sein Amt einen jüngeren Nachfolger, nämlich Jürgen Kiehne, gefunden. Philipps wurde für seine Leistungen zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Die Zeit in den neunziger Jahren ging auch am Chor nicht spurlos vorbei. Die älteren Sänger starben weg oder mussten aus Krankheitsgründen aufgeben, jüngere Sänger kamen kaum noch nach. So zeichneten sich bereits recht früh die Schwierigkeiten für den Chor ab, bis es Anfang 2011 nicht mehr weiterging. Einstimmig wurde daher der Vorschlag angenommen, den Chor zwei Jahre ruhen zu lassen.
Einen erfreulichen Punkt gab es noch: Ehrenvorsitzender Philipps konnte Wolfgang Zajons für 31-jährige Vorstandstätigkeit auszeichnen. Für 60 Jahre aktives Singen wurde Fritz Strauß geehrt. Adolf Kuppler konnte nicht an der Sitzung teilnehmen. Der inzwischen über 96 Jahre alte Sänger konnte für eine 80-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Die Urkunde wird ihm noch überreicht.
Grußworte sprachen die Ortsbürgermeisterin, der Brandmeister und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dorfgemeinschafthaus.
Mit einem gemeinsamen Essen verabschiedeten sich die Sänger, um im Jahr 2014 über das endgültige Schicksal des Chores zu entscheiden.