Minimallösung für die Königstraße

Anlieger wollen keine größeren Sanierungen / Keine Einbahnstraßenregelung für die Nordstraße

Wahrscheinlich noch in diesem Jahr wird die Königstraße eine Heißasphaltdünnschicht erhalten, womit einem Minimalkonsens Rechnung getragen wird, denn die Anlieger hatten sich laut Mitteilung des Ortsbürgermeisters Siegfried Berner gegen weitere Sanierungsvorstellungen des Ortsrates auf dieser Straße ausgesprochen.

Die Kosten für diese Maßnahme beziffert sich in dem Abschnitt zwischen Bönnier- und Marktstraße auf 35.000 Euro. Angedacht ist allerdings, auch die anschließende Wiesenstraße einzubeziehen, um ein einheitliches Gesamtbild zu erzielen. Dazu wären weitere 25.000 Euro erforderlich.
Der Buchholzmarkt, der seit 1980 schon „Hundertausende“ verschlungen hat, soll eine einheitliche Pflasterung erhalten. Diese liegt in einer Größenordnung von weit über einer halben Million Euro. Das Geld wäre in mehreren Abschnitten zu verbauen. Angedacht ist, eine solch kostenträchtige Maßnahme zu verbinden mit einem Antrag der Stadt zur Aufnahme in ein Förderungsprogramm. Dazu wird jedoch der Bauausschuss in Kürze einen Vorschlag unterbreiten.
Über die Möglichkeiten und die Verfahrensweise zur Aufnahme in ein solches Programm gab es im Bockenemer Ortsrat in Anwesenheit des Bürgermeisters Martin Bartölke eine längere Aussprache, die aber nicht auf ein substanzielles Ergebnis hin angelegt war. Der Vorschlag von Ortsbürgermeister Berner, im Vorfeld mit den Grundstückseigentümern der Altstadt zu sprechen, stieß dabei vor allem deshalb auf Ablehnung, weil man ihnen momentan noch nichts Konkretes präsentieren könne. Voraussetzung für eine Antragstellung wäre eine Voruntersuchung, innerhalb derer die vorerst wichtigsten Fragen geklärt werden müssten, informierte der Bürgermeister. Zuvor hatte Siegfried Berner konzidiert, dass er hinsichtlich der von den meisten Kommunalpolitikern gewünschten Altstadtsanierung „keinen Druck“ aus der Bevölkerung verspüre, die in der Altstadt wohnt. Der Grund dafür sei wahrscheinlich das fehlende Kapital für Sanierungsvorhaben. Das aber könne die Politiker nicht hindern, den ersten Schritt zu tun.
Der ganze Sachkomplex wird am Donnerstag auch Gegenstand der Bauausschusssitzung sein. Das gilt auch hinsichtlich der Stellungnahme der Stadt zum Regionalen Raumordnungsprogramm. Dieses Thema mit seinen Auswirkungen auf den Ortsteil Bockenem stand zwar ebenfalls auf der Tagesordnung der Ortsratssitzung, doch wurde dazu nur der Komplex Windkraft kurz angesprochen, ohne dass dazu eine konkrete Meinungsäußerung erfolgte.
Einen Ortsansprechpartner für Kinder und Jugendliche will man in Bockenem nicht benennen, weil dieser angesichts der großen Zahl der Jugendarbeit treibenden Vereine keinen Sinn mache, kam man überein.
Zum vorbeugenden Hochwasserschutz im Bereich der bei jedem Hochwasser betroffenen Hachumer Straße verwies Bürgermeister Martin Bartölke auf den anstehenden Talsperrenbau bei Bornhausen, wo eine große Rückhaltefläche entstehen soll. Diese werde nach ihrer Fertigstellung wesentlich zu einer Entspannung der Unterlieger – also auch Bockenems – beitragen.
Seine Zustimmung gab der Ortsrat zur 3. Änderung des Bebauungsplans „Industriegebiet-Nord“, womit an der Nordstraße der Bau eines Blockheizkraftwerkes möglich wird, und zur nachträglichen Legalisierung der stattgefundenen Überbauung eines 1,4 Meter breiten Grünstreifens auf dem Areal der Bioenergieanlage Nördenfeld.
Mitgeteilt wurde auf dieser Zusammenkunft, dass eine mögliche Einbahnstraßenregelung in der Nordstraße seitens der Verkehrskommission abgelehnt wurde, und dass zwei von Günter Timm hergestellte und vom Ortsrat finanzierte Ruhebänke jetzt am Rückhaltbecken an der Ortshäuser Straße aufgestellt werden konnten.