„Musiker können die Sonne in die Herzen spielen“

Trotz Regens: Mit klingendem Spiel ging's durch die Straßen der Stadt.
 
Bockenems Ortsbrandmeister Ulf Liewald (links) beförderte Christian Schilke zum Feuerwehrmann.

Spielmannszug Ambergau feiert mit vielen Gästen 60-jähriges Bestehen / Verregneter Festumzug durch die Stadt

Dass man nicht erst 66 Jahre alt werden muss, damit das Leben anfängt, das stellte am Sonntag der Spielmannszug „Ambergau“ der Freiwilligen Feuerwehr Bockenem unter Beweis. Der Klangkörper feierte mit vielen Gästen sein 60-jähriges Bestehen und präsentierte sich dabei „lebendig“ wie eh und je.

Von Karsten Knoblich

Bockenem. Begonnen hatten die Festivitäten bereits zur Mittagsstunde. Da wurde den Besuchern am Feuerwehrhaus in der Ernst-Deger-Straße eine deftige Erbsensuppe kredenzt. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bockenem sorgte währenddessen für den guten Ton.
Beim dem nun folgenden Programmpunkt am frühen Nachmittag kannte das Wetter keine Gnade. Fast unaufhörlich prasselte der Regen während des mehr als einstündigen Festumzuges durch die Straßen der Stadt nieder. Doch bekanntlich soll man die Feste ja feiern, wie sie fallen, und so hielten alle Beteiligten tapfer durch. Mit von der Partie waren neben den Ehrengästen die Abordnungen zahlreicher Ortsfeuerwehren, die Bockenemer Treppenterrier sowie der Musikzug Nette, der Spielmannszug Sarstedt, der Fanfarenzug Barbis und natürlich das „Geburtstagskind“ selbst.
Bei der sich anschließenden Feierstunde im Feuerwehrdomizil lobte Bockenems stellvertretender Bürgermeister Dieter Zeh das Wirken des Spielmannszuges. Er dankte den Organisatoren des Festes und sicherte die weitere Unterstützung seitens der Stadt zu. „Der Spielmannszug macht Bockenem über die Grenzen der Stadt hinaus große Ehre“, sagte Ortsbürgermeisterin Christina Philipps. Aber auch für das Leben in der Stadt sei er eine Bereicherung. Christina Philipps erinnerte in diesem Zusammenhang an das traditionelle Maiwecken. Andreas Ernst, stellvertretender Vorsitzender des Kreismusikverbandes Hildesheim, zeigte sich optimistisch: „Das 100-Jährige werden wir auch noch schaffen“. Weitere Grußworte sprachen der Brandabschnittsleiter Ost, Alexander Bilek („Die Musiker können die Sonne in die Herzen spielen“, sage er in Anspielung auf das Regenwetter), Stadtbrandmeister Alfred Schneider und Bockenems Ortsbrandmeister Ulf Liewald. Letzterer merkte an, dass man personell zwar schon bessere Zeiten erlebt habe, dass nach wie vor aber in die Nachwuchsarbeit viel Zeit und Arbeit investiert werde. Neben einer Jugendfeuerwehr und einem Musikzug auch noch einen Spielmannszug in den Reihen einer Ortsfeuerwehr: „Wer hat das schon im Landkreis?“, fragte Liewald. Der Ortsbrandmeister konnte sich im Rahmen der Feierstunde noch einer angenehmen Aufgabe entledigen. Er beförderte Feuerwehranwärter Christian Schilke zum Feuerwehrmann.
Den Ausklang des Festes bildete ein Konzert der beteiligten Spielmanns-, Fanfaren- und Musikzüge im Feuerwehrhaus.
Der Vorsitzende des Spielmannszuges, Thomas Schilke, hatte nach der Begrüßung der Gäste die Gelegenheit genutzt, um noch einmal kurz die vergangenen sechs Jahrzehnte Revue passieren zu lassen; eine Erfolgsgeschichte, die mit dem Entschluss des damaligen Stadtbrandmeisters Wilhelm Dormeyer und des Leiters des Bläserkorps, Fritz Horn, begann, der Blasmusik der Freiwilligen Feuerwehr einen Spielmannszug anzugliedern. Einen besonderen Auftritt gab es im Jahr 1980. Hier durfte der Spielmannszug den damaligen Bundespräsidenten Carl Carstens auf seiner Deutschlandwanderung in Bodenstein empfangen. Der größte Erfolg des Klangkörpers war 1990 das Erringen der Goldmedaille bei den Bundeswertungsspielen in Friedrichshafen am Bodensee. Insgesamt hat der Spielmannzug 148 Mitglieder (aktive und fördernde).