Nachwuchs in Bischofskirche

Der Turmfalke lässt sich durch die Sanierungsarbeiten im Dom nicht stören.

Webcam beobachtet brütendes Turmfalkenpaar im Westwerk des Hildesheimer Doms

Hildesheim (bo). Ein Turmfalkenpaar hat sich den Hildesheimer Dom als Wiege für seinen Nachwuchs erobert. Seit etwa drei Wochen liegen sechs Eier in einem Nistkasten, den das Bistum im Jahre 2001 für diese Zwecke im Glockenturm des Westwerks angebracht hat. Vermutlich wird der Nachwuchs in den kommenden Tagen schlüpfen. Mit Hilfe einer Webcam auf „domsanierung.de“ kann das Geschehen im Turmfalkennest live beobachtet werden.
Der Hildesheimer Dom ist zurzeit eine Baustelle. Bis zum 1200-jährigen Jubiläum von Bistum und Stadt Hildesheim im Jahre 2015 wird die Bischofskirche gründlich saniert. Wo sonst harmonischer Gesang den Raum erfüllte, lärmen jetzt schwere Baumaschinen. Umso erstaunter waren die Bauleute, als sie vor etwa dreieinhalb Wochen sechs Eier in einem Nistkasten des Glockenturm entdeckten, den das Bistum vor etwa zehn Jahren dort angebracht hat, um Turmfalken das Brüten zu erleichtern. Regelmäßig ist auch eines der Tiere dort im Gelege zu entdecken. Den Turmfalken scheint der Lärm nichts auszumachen. Diese Tierart sei eher lärmunempfindlich, hat sich das Bistum von einem Falkner sagen lassen. Um den Tieren den Einflug zu erleichtern, haben die Bauleute rings um den Nistkasten jene Plane entfernt, die das Gerüst während der Außensanierung des Doms verhüllt, außerdem sorgt Alexander Ottersbach als Bauleitender Architekt der Domsanierung dafür, dass in den nächsten Tagen in der Umgebung des Geheges nicht an der Domfassade gearbeitet wird.
Mit aller Vorsicht hat das Bistum inzwischen eine Webcam im Nistkasten angebracht, die ohne Pause bewegte Livebilder aus dem Nest ins Internet sendet. Wer den richtigen Moment erwischt, kann damit Zeuge einer Turmfalkengeburt werden.
Turmfalken (Falco tinnunculus) sind nach dem Mäusebussard die häufigste Greifvogelart in Mitteleuropa. Sie gelten als sehr anpassungsfähig und brüten auch in Städten. Dabei nutzen sie alle Arten von Gebäudenischen oder Mauerlöchern, gerne auch Kirchtürme. Turmfalken legen meist Mitte April drei bis sechs ockergelb bis bräunlich-gefleckte Eier. Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen.

Die Turmfalken-Webcam im Internet:
www.domsanierung.de