Neue Brücke nicht einstürzen lassen!

Kommentar

Von Karsten Knoblich

Mit Hans-Jürgen Wundenberg als „Motor“ hat die Bürgerinitiative Bockenemer Innenstadt (BIBI) ihre Arbeit aufgenommen; sie hat konkrete Vorschläge und Ideen erarbeitet, sie hat das Gespräch mit Politik und Verwaltung gesucht – kurzum: Sie hat etwas ins Rollen gebracht. Jetzt geht es nicht nur darum, einen konkreten Maßnahmen- und Projektkatalog zu erstellen. Papier ist bekanntlich geduldig. Nein, nun gilt es viel dringender, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot zu holen. Denn ein Kapitän kann zwar die Richtung seines Schiffes vorgeben, ohne Mannschaft kommt er aber keinen Meter vorwärts.
Sympathien hin oder her. Wer jetzt sagt „Lasst den Wundenberg mal reden“ und gleichgültig die Achseln zuckt, der verschließt die Augen vor den Herausforderungen, denen sich gerade kleinere Städte wie Bockenem in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stellen müssen. Der langjährige Stadtheimatpfleger und frischgebackene Ehrenringträger Manfred Klaube hat es bei seiner Rede im Rahmen des Frühjahrsempfangs auf den Punkt gebracht: Nicht immer nur den Kritikaster spielen, sondern selbst aktiv werden und Engagement zeigen, ist das Gebot der Stunde. Schließlich dürften wohl alle Kernstädter Interesse an einer attraktiven Innenstadt und einem ebensolchen Wohnumfeld haben. Und daran kann jeder Einzelne mitwirken.
Würde die BIBI mangels Zuspruchs wieder von der Bildfläche verschwinden, dann wäre eine große Chance vertan. Dann wäre in puncto Innenstadtbelebung eine gerade erst aufgebaute Brücke zwischen den Bürgern auf der einen sowie Rat und Verwaltung auf der anderen Seite schon wieder eingerissen. In Politik und Rathaus sind die ersten Hausaufgaben gemacht; nur muss eben auch die Einwohnerschaft mitziehen.