Nicht immer ist der Gärtner der Mörder

Für die turbulente Kriminalkomödie „Gärtner sterben stets im Herbst“ laufen die Proben auf Hochtouren. Die Besucher können sich auf viel derben englischen Humor freuen. Sybille Lesnicki, Verena Özkul und Hans Jörg Bethge proben fleißig.

Holler Firlefanztheater bereitet neue Produktion vor / Premiere am 14. Februar und dann acht weitere Vorstellungen

Der Mörder muss nicht immer der Gärtner sein. Der Mann mit dem grünen Daumen kann auch mal als Opfer die Segel streichen. Davon können sich die Besucher der Kriminalkomödie „Gärtner sterben stets im Herbst“, die am 14. Februar Premiere in Holle feiert, selbst überzeugen. Eigentlich wollte die Theatergruppe Holler Firlefanz bereits im November mit der neuen Produktion auf der Bühne stehen. Weil aber eine junge Mitspielerin kurzfristig aufgab, musste Regisseur Josef Seitner zum Leidwesen der übrigen drei Akteure die Notbremse ziehen.

Doch ein Aufruf brachte zum Glück die Rettung. Es meldete sich Verena Özkul, die eigentlich gar nicht beabsichtigt hatte, als Darsteller mitzuwirken. Sie kennt die Gruppe bereits aus früheren Tagen, denn ihr Sohn war auch schon mal mit von der Partie. Schnell stand für die Crew fest, dass die Sottrumerin die Rolle der Mary übernehmen wird. „Vom Tellerwäscher zum Star“, meint Josef Seitner lachend, für den es die zweite Produktion als Regisseur ist. „Es sieht alles so einfach aus. Dahinter steckt aber eine immense Arbeit, die viel Zeit kostet. Man sieht schnell, wo die eigenen Grenzen liegen. Die gilt es zu besiegen. Aber das Team ist sehr nett und es macht riesigen Spaß“, erzählt die Verkäuferin.
Mittlerweile läuft seit Sommer 2014 die 14. Probe. Der Reiz in dem Dreiakter liegt in dem tiefen schwarzen englischen Humor. „Die Akteure müssen verschiedene Stimmungen zeigen. Das ist für die neuen Darsteller, die erst seit kurzer Zeit mit von der Partie sind, gar nicht so einfach“, erklärt Josef Seitner. Das kann Sybille Lesnicki nur bestätigen. Die Angestellte gehört ebenfalls zu den neuen Mitstreitern im Holler Firlefanztheater. „Da geht es zum Beispiel darum, die verschiedenen Tötungsmöglichkeiten durchzuspielen“, stellt die Hildesheimerin fest. Das Spektrum reicht vom Gift über den Tod durch Ertrinken bis zur Drahtschlinge, die aus Kostengründen anschließend ja auch noch andere Verwendung finden könnte – der schwarze Humor lässt grüßen.
Als erfahrene Darsteller sind bei „Gärtner sterben im Herbst“ Hans-Jörg Bethge und Patrick Morawe mit von der Partie. Als fünften Darsteller hat Josef Seitner die Rolle eines Versicherungsvertreters, die von Michael Henze verkörpert wird, ins Buch geschrieben. Warum denn der Gärtner sterben muss, will Josef Seitner natürlich nicht verraten. „Das wird für die Besucher der insgesamt neun Vorstellungen am Ende eine große Überraschung“, verspricht der Holler.
So viel ist bekannt: In der Kriminalkomödie von Rainer Volker Larm suchen Elisabeth, eine liebenswerte Lady, und ihr Ehemann Timotheaus mit großer Umsicht einen Gärtner aus, der ihren schönen Park pflegen soll. Jedes Jahr im Herbst stellt sich erneut die Frage: Was tun, wenn der Gärtner wegen des Regens nicht mehr arbeiten kann? Entlassen kommt für das ältere Ehepaar natürlich nicht in Frage, man ist ja sozial eingestellt. Den ganzen Winter durchfüttern scheint jedoch auch keine Option. Es gilt, die Angelegenheit mit Fachwissen und Erfahrung zu lösen. Bis zur Premiere kann es durchaus passieren, dass der Regisseur hier und da noch eine Veränderung vornimmt.
Falls es mit dem Text hapert, springt Souffleuse Evelin Henze in die Bresche. Mittlerweile fühlt sich die Mitarbeiterin aber überflüssig in ihrer kleinen Kiste unterhalb der Bühne. „Es läuft gut“, freut sich der gute Geist. Nicht so gut sieht es aber für die Theatergruppe in Sachen Darstellern aus. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl minimiert. Vor allem bei den jungen Leuten mache sich das bemerkbar. „Dementsprechend können wir auch nur bestimmte Stücke auswählen“, berichtet Josef Seitner. Ein Märchen aufzuführen sei aufgrund der derzeitigen Situation kaum möglich. „Vor allem benötigen wir jemanden, der die Sache in die Hand nimmt. Interessierte mögen sich bitte melden“, sagt der Regisseur.
Die Premiere findet am Sonnabend, 14. Februar, um 20 Uhr im Theatersaal der Holler Grundschule statt. Weitere Vorstellungen sind für den 21., 22. und 28. Februar sowie den 1., 7., 8., 14. und 15. März terminiert. Der Vorhang öffnet sich sonnabends um 20 Uhr, sonntags geht es um 19 Uhr los. Einlass ist jeweils 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Der Eintrittspreis beträgt 10 Euro. Karten sind bei Holler Allerlei in der Marktstraße 19, Telefon (05062) 1830, im Internet unter www.holler-firlefanz.de, oder unter der Infoline 05062/897330 zu haben.