Noch genügend Führungskräfte vorhanden

Feuerschutzausschuss nimmt Funktionsträger in Ehrenbeamtenverhältnis / Bildung eines Atemschutzverbundes

„Erfreulicherweise finden sich in den 17 Ortsfeuerwehren des Stadtgebiets immer noch genügend Leute, die bereit sind, Führungsaufgaben zu übernehmen“, stellte Karl-Heinz Hodur, Vorsitzender des Feuerschutzausschusses auf der kürzlichen Zusammenkunft des Ausschusses in Hary fest. Einstimmig erfolgte der Beschluss, die nachstehenden Funktionsträger für die Dauer von sechs Jahren in das Ehrenbeamtenverhältnis zu übernehmen:

Bockenem: Oberbrandmeis­ter Ulf Liewald zum Ortsbrandmeister und Oberbrandmeister Dirk Tegtmeyer zu seinem Stellvertreter.

Bönnien: Löschmeister Chris­tian Willers zum stellvertretenden Ortsbrandmeister.

Bornum: Brandmeister Frank Hoffmeister zum Ortsbrandmeister und den Löschmeister Kay Dera zu seinem Stellvertreter.

Bültum: Brandmeister Markus Bohnsack zum Ortsbrandmeister.

Ilde: Löschmeister Volker Klawitter zum Ortsbrandmeister in Ilde.

Upstedt: Löschmeister Kai Schünemann zum stellvertretenden Ortsbrandmeister.

Volkersheim: 1. Hauptfeuerwehrmann Andreas Franz zum
stellvertretenden Ortsbrandmeister.

Stadtbrandmeister Alfred Schneider bestätigte auf dieser Sitzung auf Anfrage von Chris­tina Philipps, dass in der Vergangenheit Lehrgänge von einzelnen Feuerwehrangehörigen nicht wahrgenommen wurden. Früher sei die Delegation zu einem Lehrgang als eine Auszeichnung verstanden worden. Ganz anders bei vielen der heutigen Feuerwehrgeneration. Da liege dann ganz einfach „Schluderei und Bequemlichkeit“ vor. Was den Erfolg der laufenden Werbung für die Feuerwehren betreffe – so die Antwort auf eine weitere Anfrage ­– gäbe es daraufhin einen Zugang in Ilde, „sonst aber kein Feedback“.
Ein weiteres Thema war die Bildung eines Atemschutzverbundes, ob den in den Feuerwehren und Kommunen des Landkreises diskutiert wird. Mit ihm könnte eine sichere, verlässliche und wahrscheinlich auch kostengünstigere Versorgung mit Atemschutzgeräten gewährleistet werden, eingeschlossen die Wartung dieser Geräte.
Momentan rüstet jede Gemeinde ihre Feuerwehren selbst aus, und zwar nach unterschiedlichen Standards. Im Kreisgebiet halten die 18 Städte und Gemeinden aktuell 760 Atemschutzgeräte und 2800 Atemmasken verschiedener Hersteller vor. Dazu kommen 200 Atemschutzgeräte bei der Stadt Hildesheim und beim Landkreis.
Eine Vereinheitlichung und die Schaffung eines diesbezüglichen Pools wäre sicherlich eine wünschenswerte Maßnahme. Doch es gibt offensichtlich sehr unterschiedliche Vorstellungen. Dabei scheint eine Rolle zu spielen, wo ein solcher Pool eingerichtet werden sollte. Werkstätten für Atemschutzgeräte bestehen derzeit in Alfeld, Sarstedt, bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Groß Düngen und bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Hildesheim.

Kosten sind noch
völlig unklar


Gänzlich ungeklärt sind auch die Kosten, die mit der Einrichtung und Unterhaltung einer solchen Zentrale für die Gemeinden zu zahlen wären. Immerhin kostet ein Pressluftatmer in der Anschaffung allein 1300 Euro, so Bo-ckenems Stadtbrandmeister Alfred Schneider, der darauf verweist, dass „Bockenem bislang alles selbst“ mache, während viele andere Gemeinden ihre Geräte zur FTZ nach Düngen brächten.
Die Bürgermeister im Landkreis wären sich einig, einen derartigen Atemschutzverband zu gründen, betonte Michael Loske in seiner Eigenschaft als zuständiger Dezernent bei der Stadtverwaltung.
Die Diskussion im Ausschuss gab dann auch grünes Licht für Bürgermeister Martin Bartölke dergestalt, das der Gründung eines Atemschutzverbandes grundsätzlich zugestimmt werde, wobei dann noch ein Ratsbeschluss erforderlich wäre. Allerdings würde der Bockenemer Feuerschutzausschuss „eine Auftragsvergabe an die FTZ in Düngen begrüßen“.
Seine Zustimmung gab der Ausschuss auch für die Neufassung der zweiten Änderung der Bockenemer Feuerwehrsatzung. Der Passus „Neueinzutretende Bewerber sollen das 45. Lebensjahr nicht überschreiten“ wird auf Wunsch der SPD allerdings gestrichen. Hintergrund sind die sich abzeichnenden weiteren personellen Verschlechterungen bei manchen Ortsfeuerwehren. Neue Fahrzeuge erhalten in Kürze die Feuerwehren in Bültum und Königsdahlum. Sie können am 6. Mai von der Lieferfirma abgeholt werden.