...nur die Zwerge gehen mal wieder leer aus

Der Prinz konnte Schneewitchen mit dem perfekten Kuss wieder zum Leben erwecken. (Foto: Hinz)

Theater-AG der Oberschule Bockenem begeistert mit neuem Theaterstück „Das Märchenkartell“

Bockenem (bo). Ein Chirurg tappt kurzsichtig in ein Fernsehstudio. Hat er bei Schneewittchen eine Brustvergrößerung vorgenommen und ist damit schuld an ihrem Koma? Schnell wird der Zuschauer hineingezogen in das Verwirrspiel von Märchenelementen und Vorkommnissen in unserer Gegenwart. So geschehen beim Theaterspiel „Das Märchenkartell“, mit dem Schülerinnen und Schüler der Theater-AG beim jüngsten „Tag der offenen Tür“ der Oberschule Bockenem (der „Beobachter“ berichtete) begeisterten.
Elf Szenen – elfmal wechseln Darsteller, Schauplätze und Themen. Immer verbunden durch die roten Fäden: wie kann man Schneewittchens Zustand zu Geld machen und wie kann Aschenputtel ein besseres Leben erreichen?
Und zum Schluss gelingt es: die Fäden werden verknüpft, die Prinzen an die richtigen Prinzessinnen verteilt; das Geld allerdings wandert nicht wie erwartet in die Unternehmensberatungsagentur, sondern in die Hände der Prinzen. Die Zwerge gehen leer aus. Wie im richtigen Leben? Wie im richtigen Leben!
Mit Schwung und Spielfreude zeigten die jungen Darsteller ihr Können. Textsicher und fröhlich bewiesen sie, dass Theaterspielen mehr ist als Auswendiglernen.
Besonders gefielen auch die thematisch passend zu den Szenen ausgesuchten Gesangsnummern. Eingespielt und eingesungen waren sie von der Klasse 5b mit ihrer Musikbegleiterin Angela Hübner. Auch ein Ohren-und Augenschmaus: Lauritz Hübner und Lukas Schwedeck – er hat bereits im vergangenen Jahr die Schule verlassen, macht aber immer noch fleißig mit – in einer Tanz- und Gesangsszene.
„Mein Sohn hat durch das Theaterspielen sein Selbstbewusstsein entwickelt“, kommentierte ein Vater. „Das kann Theaterarbeit an einer Schule leisten. Ebenso kann sie die Ausdauer stärken, das Auswendiglernen fördern, die Sozialkompetenz erweitern, die Kreativität entwickeln“ sagt Ursula Hanelt, die abermals für die Regie verantwortlich zeichnete. Man wünsche sich daher noch mehr Schüler und Eltern, die das erkennen.
Schulleiterin Dagmar Pallinger bedankte sich abschließend besonders beim Ehepaar Hanelt und natürlich bei Angela Hübner für das Engagement.