Oberschule Bockenem macht das halbe Dutzend voll

Stolz präsentieren Schüler und Lehrer der Oberschule Bockenem die sechste Auszeichnung zur "Umweltschule in Europa".
 
An der Wasserpumpe und dem Wasserlauf in den Teich sind noch letzte Justierungen nötig, damit das kühle Nass auch in die richtigen Bahnen gelenkt wird.

Zum 6. Mal "Umweltschule in Europa" / Schulgarten mit neuem Teich ist zur Oase geworden

Von Daniel Hinz,
Bockenem

Zum sechsten Mal hat die Oberschule Bockenem die Auszeichnung "Umweltschule in Europa" erhalten. Seit 1996 nimmt sie an diesem Projekt teil. Ein Projektzeitraum dauert immer zwei Jahre. Mit Ausnahme der Jahre 2007 bis 2009, in denen es eine "kreative Pause" gab, hat die frühere Ambergauschule immer erfolgreich teilgenommen. Federführend ist seit 15 Jahren der Lehrer Andreas Kern. Nun gibt er diese Aufgabe nach und nach an seinen Kollegen Dirk Dräger ab.
In der Vergangenheit wurden unter anderem bereits die Regenwassernutzungsanlage, die Cafeteria, die Mülltrennung und die Photovoltaikanlage prämiert. Für den Zeitraum 2009 bis 2011 wurde die Oberschule für zwei Projekte geehrt: die Schülerfirma "NOMM-Shop" und die Neuanlage des Schulteiches.
Den Schulteich gibt es bereits seit 1998, doch fertiggestellt wurde er nie. Bereits nach kurzer Zeit ging zudem die Folie kaputt und der Teich verlor mehr und mehr Wasser. "Der Teich war ein echter Schandfleck auf dem Schulgelände, da mussten wir dringend etwas tun," so Andreas Kern, der diess Projekt anschob. Schon 2009 begannen schließlich die Arbeiten zur Wiederherstellung. Zunächst musste der alte Teich ausgeräumt und das Ufer angepasst werden. Anschließend wurde eine neue Folie ausgelegt. Diese Tätigkeiten führte die damaligen 9b mit ihrer Klassenlehrerin Anke Siebke im Rahmen der "Klassenverantwortlichkeit" aus. Wie der Name schon sagt, übernimmt dabei jede Klasse für ein bestimmtes Projekt innerhalb der Schule die Verantwortung. Tatkräftige Unterstützung kam von den Hausmeistern und dem Schulassistenten Dietmar Achilles. 2010 wurden der Teich und die Umgebung gestaltet. Mehrere Eltern spendeten Blumen und Fische, die nach und nach ins Wasser eingepflanzt beziehungsweise gesetzt wurden.
2011 wurde die Wasserpumpe in Betrieb genommen. Nun plätschert es vom Hügel neben dem Teich in denselben hinunter. Ebenfalls aufgebaut wurde ein "Insektenhotel". Dort können vor allem Bienen, die keinem Volk angehören, ihre Larven hineinlegen. Gepflegt werden muss das Wasser natürlich auch. Mit dem Kescher werden zum Beispiel Algen und Blätter herausgefischt. Zurzeit ist die Klasse 8b von Andreas Kern für diese Aufgabe verantwortlich. Für die Zukunft ist zudem noch die Aufstellung von Fledermauskästen geplant.
Die Schülerfirma "NOMM-Shop" entstand 2009, als sich die alte Kiosk-AG auflöste. Nachdem zunächst eine neunte Klasse den Kiosk weiterführte, ist seit dem letzten Schuljahr eine neue AG mit elf Schülern dafür verantwortlich. Unterstützung bekommen sie vom Schulsozialarbeiter Jörn Hannemann. "In der Firma können die Jugendlichen vieles lernen. Das fängt bei Teamarbeit, Kooperation und Verantwortungsbewusstsein an. Auch im Bereich Wirtschaft erfahren die Schüler viel Neues. Sie müssen die Produkte auswählen, den Einkauf der Waren organisieren, die Kasse und das Konto führen, die Preise kalkulieren und die Arbeiten untereinander verteilen", erläutert Hannemann die Arbeiten der Schülerfirma. Angestrebt wird ein hoher Anteil an fair gehandelten und ökologisch kontrollierten Waren. Geöffnet ist der Kiosk in jeder großen Pause. Die Einnahmen werden in verschiedene Schulaktivitäten gesteckt.
Schulleiterin Dagmar Pallinger freut sich über das Engagement der Schüler und Lehrer. "Das ist nicht selbstverständlich. Schließlich werden die Arbeiten teilweise auch außerhalb der eigentlichen Schulzeit durchgeführt. Doch es lohnt sich wirklich. Der Schulgarten ist mit dem neuen Teich zu einer echten Oase geworden und wird gerne für Klassenfeiern oder Ähnliches genutzt. Wo immer es möglich ist, unterstützen wir solches Engagement sehr gerne," so die Schulleiterin. Und Sozialarbeiter Jörn Hannemann ergänzt: "Gerade Schüler, die im normalen Unterricht Probleme haben, blühen bei solchen Projekten oftmals auf. Viele Schüler üben Tätigkeiten aus, an die sie anderswo niemals denken würden. Welcher Jugendliche fischt schon Blätter und Algen aus dem heimischen Teich? Hier sind sie geradezu versessen darauf, dass 'ihr Teich' auch immer in Ordnung ist."
Die Auszeichnung zur Umweltschule hab sich die Schüler und Lehrer also redlich verdient. Und eines ist gewiss: Es wird nicht die letzte bleiben, denn weitere Projekte sind bereits in Planung.