Olaf Kempe führt nun den Stadtbadförderverein

Dem alten Vorsitzenden Gerhard Zerrenthin (2. von rechts) wird vom neuen, Olaf Kempe, für seine Arbeit gedankt. Neue 2. Vorsitzende ist Maike Becker, Kassenwart bleibt Rüdiger Weise (rechts).

Gerhard Zerrenthin hört wie angekündigt auf / Bilanz 2013: Meiste Besucher seit 2003, aber höhere Kosten

Der Stadtbadförderverein hat einen neuen Vorsitzenden: Olaf Kempe hat Gerhard Zerrenthin abgelöst. Dieser hatte bereits im letzten Jahr angekündigt, sein Amt nicht mehr weiterführen zu wollen.

Seinem bisherigen Stellvertreter sprach er Dank aus für die Bereitschaft, das vorderste Amt zu übernehmen. Ebenfalls dankte er Maike Becker, die als neue Stellvertreterin gewählt wurde. Sie hatte den Posten in früheren Jahren bereits einmal inne. „Ich trete ein schweres Erbe an. Aber wir haben einen super Vorstand, der sehr viel zuarbeitet. Das macht die Sache erträglich“, blickte Kempe auf seine Arbeit voraus. Ansonsten brachten die Wahlen nichts Neues. Auch die Delegierten von Seiten der Vereine und der Stadt änderten sich nicht.

Sonnensegel am Planschbecken und drei neue Spielgeräte

Für dieses Jahr hat der Stadtbadförderverein eine große Investition vor – gezwungenermaßen. Denn in den vergangenen Jahren hat der Verein größere Rücklagen aufgebaut. Da wollte nun das Finanzamt nicht mehr mitspielen. Im hinteren Bereich sollen daher für rund 16.000 Euro drei Spielgeräte angeschafft werden. Das kleinere Holzgerät auf der rechten Seite ist abgängig und muss ohnehin erneuert werden. Dort soll ein neues mit einer Alu-Pulverbeschichtung aufgebaut werden. Die „Matschecke“ kann möglicherweise noch bleiben. Zusätzlich soll eine Edelstahl-Doppelschaukel und ein weiteres Klettergerät für die jüngeren Besucher angeschafft werden. Einstimmig votierten die anwesenden Mitglieder für die Beschaffung. Die neue Spiellandschaft soll bereits zum Saisonstart am 1. Mai „betriebsbereit“ sein.
Bereits angeschafft wurde eine Beschattung für das Planschbecken. Mehrere große Sonnensegel sollen je nach Bedarf den jüngsten Besuchern Schatten spenden. 5.600 Euro wurden dafür ausgegeben. Mit den Palmen, Liegen und Bänken wurden damit auch im vergangenen Jahr bereits 10.300 Euro investiert. Dies erfreute auch besonders Bürgermeister Martin Bartölke: „Ursprünglich wurde der Verein gegründet, um die Erhaltung des Bades zu sichern. Nachdem das nun geschehen ist, musste ein neuer Zweck gefunden werden. Es ist toll, dass man sich nun die Steigerung der Attraktivität des Bades auf die Fahnen geschrieben hat.“

Drittbestes Jahr seit 1997, aber auch höhere Kosten

Bartölke brachte auch die Zahlen für das vergangene Jahr mit. Dabei gab es positive und negative Entwicklungen. „Im vergangenen Jahr hatten wir 46.254 Besucher. Das ist der beste Wert seit 2003 und der drittbeste seit 1997.“ Geholfen hat dabei natürlich der gute Somme und die um drei Wochen verlängerte Saison. Die Einnahmen lagen somit um 20.000 Euro höher als im Vorfeld geplant.
Allerdings, und das sind die schlechten Nachrichten, stiegen die Kosten noch deutlich mehr. Denn eine lange Saison bedeutet natürlich höhere Betriebskosten. 56.000 Euro mehr als geplant wurden ausgegeben. Neben dem Personal schossen auch die Kosten für den Strom in die Höhe. „Die Gleichung, neues Bad – geringere Kosten, ist falsch“, bilanzierte der Bürgermeister. Allerdings, darauf wies er hin, wären die Kosten auch ohne den Umbau im alten Bad gestiegen. Technisch sei man nun auf dem neuesten Stand. Es gebe zudem eine Analyse, wo man beim Strom sparen könne.
Bewährt hätte sich das Drei-Schicht-System der Bademeister. So war es kein Problem bei schönem Wetter kurzfristig die Öffnungszeiten am Freitag oder Sonnabend zu verlängern. So solle es auch in diesem Jahr wieder laufen. Auch von Seiten der Stadt wurde in diesem Jahr noch einmal investiert. Für 30.000 Euro wird ein neues Wasserversorgungssystem für die Duschen installiert. Zudem wurde ein besseres Lesegerät am Drehkreuz eingebaut und der Kassenautomat erneuert.
Aus Kostengründen werden allerdings wohl die gewünschten Betonelemente an der vorderen Stirnseite, ähnlich denen an der linken Seite, nicht gebaut werden. Der „Schandfleck mit Erde“ (Gerhard Zerrenthin) solle aber beseitigt werden, versprach das Stadtoberhaupt.
Der scheidende Vorsitzende blickte auch auf die vergangene Saison zurück. Nach einem schlechten Start, die Heizungsanlage wollte zunächst nicht so richtig, lief es hervorragend. Die Lange Nacht mit der Steelband aus Thornbury war ein voller Erfolg. Das WC-Häuschen auf der Liegeweise konnte Dank mehrerer heimischer Handwerker fertiggestellt werden. Für diese gab es im Oktober im DLRG-Heim eine Dankeparty. „Durch die angeschafften sieben Palmen und zehn Liegen mit Beistelltischen kommt echte Urlaubsstimmung auf“, freute sich Zerrenthin.
Eine kritische Anmerkung gab es aus der Versammlung beim Punkt Verschiedenes. Diese bezog sich auf die teilweise langen Wartezeiten bei schönem Wetter am Eingang. Bürgermeister Bartölke wies daraufhin, dass sich die Bevölkerung möglichst frühzeitig die Bonuskarten beschaffen soll und nicht erst am ersten heißen Tag: „Dann kann man einfach durch das Drehkreuz gehen und spart sich viel Zeit.“ Auch für auswärtige Besucher sei dies eine gute Möglichkeit. Die Bonuskarten sind kostenlos und personen-, aber nicht saisongebunden.
Zum Schluss wies Zerrenthin daraufhin, dass weitere Ideen zur Verschönerung oder Verbesserung des Bades jederzeit willkommen und erwünscht seien. Im Bad selbst gebe es einen Briefkasten, wo die ausgelegten Meinungskärtchen eingeworfen werden könnten. „Der wird während der Saison von mir fast täglich geleert“, erklärte Beisitzerin Katrin Ehrbar.

Der Vorstand
1. Vorsitzender: Olaf Kempe;
2. Vorsitzende: Maike Becker;
Kassenwart: Rüdiger Weise;
Schriftführer: Hans-Heinrich Schrader;
Beisitzer: Katrin Ehrbar, Marlene Fahnemann, Simone Guder und Sabine Marotte;
Vertreter der Stadt Bockenem: Martin Bartölke;
Vertreter des SV Poseidon Bockenem: Rainer Block;
Vertreter der DLRG: Dirk Bode.

Bilanz 2013

Besucher:
46.254 (bestes Jahr seit 2003)
Einnahmen:
110.000 Euro
Ausgaben:
292.000 Euro, zusätzlich zirka 95.000 Euro Abschreibungen
Einnahmen pro Besucher:
2,38 Euro
Ausgaben pro Besucher:
5,99 Euro
Kostendeckung:
zirka 30 Prozent