Osterfeuer unter erschwerten Bedingungen

Nico Liewald und Jannik Günther, unter Aufsicht des Ortsrates, beim Entflammen des Osterfeuers in Bockenem.
Während anderswo so einige Osterfeuer der nassen Witterung zum Opfer fielen, konnte im Stadtgebiet Bockenem munter gezündelt werden. Alle 17 Feuer konnten abbrennen, wenn auch zum Teil unter etwas erschwerten Bedingungen. Durch die ständigen Schneeschauer war das Holz natürlich sehr nass. Zumindest dort, wo es bereits eine Woche zuvor aufgebaut wurde.
Das Problem gab es in der Kernstadt nicht. Dort lief alles an einem Tag ab. Samstagmorgen der Aufbau, am Abend wurde bereits abgebrannt. Während im Vorfeld gezweifelt wurde, ob das Brauchtum in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann (der "Beobachter" berichtete), lief am Ende doch fast alles glatt. Nur beim Aufbau gab es einen Unfall, der aber glücklicherweise glimpflich ausging. "Ein großes Dankeschön geht an alle Helfer. Besonders auch an die Landwirte, die die Anhänger der PKW mit ihren Treckern zum Abbrennplatz gebracht haben", sagte Ortsbürgermeister Siegfried Berner (SPD) im Namen des gesamten Ortsrates.
Praktischerweise ist die Straße von Bockenem in Richtung Ortshausen auf Grund der Brückenbauarbeiten über die Autobahn derzeit gesperrt. So konnte der Essen- und Getränkestand auf de Straße aufgebaut werden und man entging der "Schlammschlacht", die sich direkt am Osterfeuer abspielte. Die tagtäglichen Schneefälle, das abwechselnde Frost- und Tauwetter und zuletzt das Auffahren des Holzes hatten das Feld in eine Schlammwüste verwandelt. Wer dicht ans Feuer wollte, um sich gegen die aufziehende Kälte zu wärmen, musste Gummistiefel mitbringen. Eine schöne Tradition führte der Ortsrat fort. Am "Eingang" gab es für alle Kinder und Erwachsene Süßigkeiten. Die Besucherzahl war in diesem Jahr etwas geringer als zuletzt, doch im Laufe des Abend füllte sich der Platz doch noch ansehlich.
In Mahlum mühte sich Ortsbrandmeister Olaf Saradeth, das Holz zum Brennen zu bekommen. Dichte Rauchschwaden zogen über die ehemalige Müllkippe. Eine gute halbe Stunde dauerte es, dann waren die Flammen bis nach oben durchgedrungen. Auch die Mahlumer passten sich den Gegebenheiten etwas an. Ein zweiter Treffpunkt für diejenigen, die nicht so weit rauslaufen wollten, war am Feuerwehrgerätehaus im Ort eingerichtet.
So etwas wird in Ortshausen nicht gebraucht. Die Grillecke direkt am Ortsrand ist ein nahezu idealer Platz. Hier brannte das Feuer auch relativ schnell und Matsch ist auch nicht zu befürchten. Hier kann man ganz gemütlich auf asphaltierter Straße stehen. Direkt nebenan stehen Sitzplätze zur Verfügung.
Allerorten standen in diesem Jahr Glühwein und heißer Kakao weit oben auf der Getränkeliste. Und so war man letztlich auch in Bockenem froh, dass man sich für das Osterfeuer entschieden hatte. Für das nächste Jahr ist man bereits wieder auf der Suche nach einem neuen Ort. Dann löst sich möglicherweise auch das "Schlammproblem" ganz von alleine.