Planung auf den Weg gebracht

Großes Interesse, vor allem bei Kindern und Angehörigen der Bornumer Grundschule, herrschte bei der Ausschusssitzung am Dienstag. Um die ging es allerdings nur am Rande. Beschlossen wurde in erster Linie die konkrete Planung für den Umbau der Bockenemer Schule.

Umbau der Bockenemer Grundschule nimmt erste Hürde / Geburtenzahlen entscheiden über Erhalt der Bornumer Schule

Großer Andrang herrschte am Dienstagabend bei der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung, Bauwesen und Umwelt sowie Schule, Jugend und Bürgerangelegenheiten.

„Wir würden uns wünschen, wenn das Interesse an unserer Arbeit immer so hoch wäre,“, kommentierte Siegfried Berner, Vorsitzender des Schulausschusses (SPD). Hauptsächlich waren die Zuhörer von der Bornumer Grundschule gekommen. Grund: Da die Geburtenzahlen in den vergangenen eineinhalb Jahren stark sanken, wurde wieder über die Zukunft der Schule diskutiert. Einige befürchteten sogar, dass bereits im Jahr 2015 Schluss sein könnte für die ab dem kommenden Jahr nur noch komplett einzügige Schule.

„Wir diskutieren heute nicht über die Schließung der
Grundschule Bornum“

Diejenigen konnten die beiden diesmal einträchtig nebeneinandersitzenden Berner und Dr. Gerhard Bartels (Bauausschuss, CDU), die als Vorsitzende ihrer Fraktionen im Stadtrat häufig aneinandergeraten, aber schnell beruhigen. „Wir diskutieren heute nicht über die Schließung der Bornumer Grundschule!“ (Bartels) und Berner fügte hinzu: „Es geht nur darum, die Grundschule hier in Bockenem für die nächsten Jahrzehnte gut aufzustellen.“ Ganz beruhigt waren alle Anwesende zwar noch nicht. Aber für einige der Ausführungen gab es immerhin Applaus aus den Reihen der Zuhörer.
Zuvor hatte Christine Luther, Rektorin in Bornum, ein Plädoyer für ihre Einrichtung gehalten. Unter dem Motto „Eine kleine, aber zeitgerechte, inklusive Schule“ berichtete sie, dass sich die Schule bereits auf den Weg zu einem individualisierten Unterricht gemacht habe, als noch niemand von Inklusion gesprochen habe. Schon viele Schulungen und Seminare hätte das Kollegium in den vergangenen Jahren besucht: „Alle Lehrer ziehen dabei mit. Die ganze Schule steht hinter diesem Konzept.“
Mit einigen Zahlen wartete anschließend noch die Elternratsvorsitzende Kerstin Fuchs auf. Denn auch für das Gebäude in Bornum hatte das Architektenbüro Aselmeyer und Lippitz bereits eine Kostenaufstellung angefertigt, bei dem Sanierungsbedarf und Umbau hin zu einer inklusiven und Ganztagsschule aufgelistet ist. „Wir sind der Meinung, dass das auch wesentlich günstiger ginge.“

„Umbau in Bornum geht
deutlich günstiger“

So sei eine komplett neue Mensa für rund 1,4 Millionen Euro nicht notwendig. Stattdessen könnte für zirka 40.000 Euro die vorhandene Küche erneuert und neu eingerichtet werden. Statt einer Aufzuganlage (40.000 Euro) könnte ein Treppenlift für 4.000 Euro eingebaut werden. Nicht umhin komme man an der Sanierung im Hinblick auf Brandschutz, Rettungswege und einer energetischen Erneuerung. Diese Kosten in Höhe von rund 200.000 Euro habe man vom Architektenbüro übernommen. Doch auch so, mit dieser Version liegen die Kosten rund 1,5 Millionen unterhalb der Ideen des Architekten.
Sehr interessant fanden diese Zahlen auch die Ausschüsse, die sich, so bestätigten beide Vorsitzende, damit ensthaft beschäftigen würden. Aber, so betonten es Dr. Bartels und Berner noch einmal, das komme erst zu einem späteren Zeitpunkt. Berner: „Die Zukunft der Bornumer Schule steht und fällt mit den Geburtenzahlen.“ Die werde man noch etwas beobachten müssen. Wenn es allerdings bei unter 50 Kindern pro Jahr bleibe und somit nur noch zwei Klassen pro Jahrgang eingeschult würden, sei es „schwer im Stadtgebiet zwei Schulen zu halten“ betonte Bürgermeister Martin Bartölke.
Das Schlusswort unter die ausführliche Diskussion setzte dann Christine Luther:  „Wir sollten jetzt erst einmal abwarten, uns in zwei bis drei Jahren wieder zusammensetzen und dann gemeinsam entscheiden.“
Anschließend ging es tatsächlich nur noch um die vorliegende Drucksache, mit der die Verwaltung beauftragt werden soll, konkrete Planungen für den Umbau der Bockenemer Grundschule in die Wege zu leiten. Schulleiter Jürgen Andre, der gleichzeitig auch Mitglied des Jugendausschusses ist, hatte dazu eine letzte Bemerkung: „Der Schulvorstand ist sich einig, dass jetzt möglichst alles auf einmal erneuert werden soll. Es wäre für die Unterrichtsqualität schlecht, wenn jetzt ein Teil kommt, es in drei Jahren weitergeht und in fünf Jahren möglicherweise noch das Dach gemacht wird.“ Architekt Michael Aselmeyer erklärte, dass dies bereits berücksichtigt sei. Das Dach sei darüber hinaus noch soweit intakt, dass es möglicherweise noch 20 Jahre halte. Dr. Gerhard Bartels wies zudem darauf hin, dass dies nur der Einstieg in die Planung sei. Mit konkreten Einzelheiten beschäftige man sich, wenn es einen ersten genaueren Vorschlag gebe. Das Ergebnis war letztlich eindeutig, beide Ausschüsse stimmten ohne Enthaltung oder Gegenstimme für den Auftrag der Planung.

Neue, kleine Hortgruppe
wird eingerichtet

Nach einer kurzen Pause, in der sich die meisten Zuhörer und Bauausschussmitglieder verabschiedeten, ging es beim Schulausschuss weiter. Dieser hatte über einige weitere Drucksachen zu beraten. Noch einmal stand die Bornumer Grundschule auf der Tagesordnung. Diesmal ging es um die außerschulische Betreuung nach der Unterrichtszeit. Von den rund 90 Schülern, die die Schule im nächsten Jahr besuchen, gab es 49 Antworten. Zwei hätten akuten Bedarf angemeldet, 35 benötigen keine Betreuung. Die Eltern der restlichen zwölf Schüler waren sich noch nicht sicher oder benötigen eine Betreuung eventuell später.
Entschieden wurde letztlich, neben der bestehenden Gruppe eine weitere Kleingruppe in Bockenem einzurichten. Denn auch dort ist der Bedarf größer als das Angebot. Die Bornumer Kinder sollen nach Bockenem transportiert und wenn nötig auch wieder zurück nach Bornum gebracht werden. Für den Transport soll die Verwaltung nun die kostengünstigste Lösung finden.
Verabschiedet wurde auch die Kindertagesstättenbedarfsplanung. Hier ist die Situation so, dass in den kommenden Jahren zunächst etwas geburtenstärkere Jahrgänge in die KiTas strömen werden. Allerdings ist genügend Raum vorhanden, um alle Kinder aufnehmen zu können. Und da anschließend die Zahlen deutlich nach unten gehen, wird es mittelfristig zu keinen Problemem kommen.
Abgelehnt wurde hingegen der Antrag des SV Bockenem 2007 auf finanzielle Unterstützung für die Anschaffung einer neuen Schaukel, die von der Stadt im vergangenen Jahr abgebaut werden musste. Begründung der Ausschussmitglieder: Man könne nicht anfangen einem Verein etwas zu geben. Ansonsten würden auch die anderen Vereine und Ortschaften mit Spielplätzen in Zukunft um Unterstützung bitten. Und das könne man in Zeiten knapper Kassen dann nicht mehr leisten. Signalisiert wurde jedoch, dass möglicherweise der Ortsrat etwas dazugeben würde.