Positives Betriebsergebnis bei HAW in Bornum

 

Gute Nachrichten drei Monate nach Eigentümerwechsel / 300 Gäste bei Betriebsfest und Tag der offenen Tür

Schwierige Wochen und Monate liegen hinter der HAW Linings GmbH – den früheren Harzer Apparatewerken – in Bornum am Harz. Beim großen Betriebsfest am vergangenen Freitag, verbunden mit einem Tag der offenen Tür unter dem Motto „111 Jahre Industriegeschichte am Standort Bornum“, gab es seitens des neuen Eigentümers aber endlich einmal gute Nachrichten.
Kurz zur Erinnerung: Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hatte das Unternehmen voll erwischt. Massive Auftrags- und Umsatzeinbrüche, verbunden mit unglücklichem Management führten dazu, dass die HAW Linings GmbH im November 2009 Insolvenz anmelden musste. Das entsprechende Verfahren wurde am 1. Februar dieses Jahres eröffnet. Die vorläufige Rettung brachte das Engagement der zur GBT-Unternehmensgruppe gehörenden Büco BeteiligungsGmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Marl. Das Unternehmen ist Spezialist für Anlagenbau, Anlagensanierung und Beschichtungstechnik. Bereits Anfang April konnte der Fortbestand des HAW-Geschäftsbetriebes in Bornum sichergestellt werden. Der „Preis“ dafür: Gut die Hälfte der 160 Beschäftigten musste gehen.
Nun scheint die Talsohle durchschritten. „Insgesamt gestaltet sich die Lage nach der Insolvenz positiv“, meinte GBT-Gründer und -Geschäftsführer Martin Konzack am vergangenen Freitag in Bornum. Der diplomierte Wirtschaftsingenieur konnte auf dem HAW-Areal mehr als 300 Gäste willkommen heißen; unter ihnen die Mitarbeiter aus Bornum und Marl, einige ehemalige HAW-Beschäftigte sowie Bockenems Bürgermeister Martin Bartölke. „Bei GBT ist es üblich, zur Sommerzeit gemeinsam ein Grillfest zu feiern. Und was lag da in diesem Jahr näher, als sich von Marl aus auf den Weg nach Bornum zu machen, um den neuen Kollegen einmal einen Besuch abzustatten“, fragte Martin Konzack eher rhetorisch. Derzeit sei die Auftragslage so gut, dass die Mitarbeiter auch am Wochenende „ran“ müssten. Schon ein Vierteljahr nach Abschluss des Insolvenzverfahrens könne man ein positives Betriebsergebnis vorweisen. Gerüchten über eine Standortverlagerung trat Martin Konzack entgegen: „Das steht derzeit nicht zur Debatte. Unser Bestreben ist es, am Standort Bornum zu bleiben.“
Bürgermeister Martin Bartölke, der seinerseits den Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG), Matthias Ullrich, begrüßte, stellte die große Bedeutung von HAW für das Bockenemer Stadtgebiet heraus. Über die jetzige positive Entwicklung freute er sich, zumal es in den vergangenen Jahren häufiger Eigentümerwechsel gegeben habe.
Wie bereits erwähnt, war das Betriebsfest mit einem Tag der offenen Tür verbunden. „Nach dem erfolgreichen Abschluss des Insolvenzverfahrens wollten wir der Nachbarschaft auch zeigen, dass wir noch da sind“, sagte Erich-Thomas Aust, der sich am Standort Bornum die Geschäftsführung mit Ralf Kleinwechter teilt. Und so wurde am Freitag allen interessierten Besuchern Gelegenheit gebeben, hinter die Kulissen der HAW-Produktion zu blicken. Egal ob im Labor oder in der Konstruktion, in der Gummierung ober beim Apparatebau – die Führungen in den einzelnen Betriebsstätten wurden sehr gut angenommen.
„Wir spielen heute mal Jim Knopf“, hatte Martin Konzack bei der Begrüßung angekündigt. Damit spielte er auf die Eisenbahn an, die zu HAW bekanntlich gehört wie das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Kein Wunder also, dass vor dem Hintergrund des Jubiläums „111 Jahre Industriegeschichte am Standort Bornum“ auch der historische Reichsbahnzug der Dampfzug-Betriebsgemeinschaft Hildesheim zu einer Fahrt zwischen Bornum und Derneburg einlud. Ansonsten wurden die Gäste den ganzen Tag über nicht nur kulinarisch, sondern auch musikalisch mit dem Goslarer „Savoy Swingtett“ verwöhnt.