Reibungslose Zusammenarbeit

Die Straße nach Königsdahlum war von Montagmittag bis Dienstagmorgen gesperrt. Am Abend war die Situation am kritischsten. Im Hintergrund wird das durch den Sandsackdamm einsickernde Wasser zurückgepumpt.
 
Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und städtischem Bauhof funktionierte reibungslos, wie beide Seiten bestätigten. (Foto: Loske)

Vorerst glimpflicher Verlauf des Hochwassers bei Bockenem / Nur wenige Keller liefen voll / 1500 Sandsäcke verteilt

Grundsätzliche Zufriedenheit herrschte bei Stadt und Feuerwehr nachdem die Nette ihren Höchststand überschritten hatte und der Wasserpegel langsam zurückging. Zufriedenheit, dass alles so reibungslos und weitestgehend glimpflich ablief. „Es hat alles toll geklappt. Die Entscheidung schon mit den Vorsichtsmaßnahmen zu beginnen, als es nicht so schlimm war, war genau richtig. Auch die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und dem städtischen Betriebshof hat hervorragend geklappt“, berichtete Michael Loske, Amtsleiter der Stadt am gestrigen Dienstagnachmittag. „Ich danke allen, die sich stundenlang für die Sicherheit der Bevölkerung eingesetzt und größeren Schaden abgewendet haben“, so Loske weiter. Die gute Zusammenarbeit bestätigte auch Stadtbrandmeister Alfred Schneider gegenüber dem „Beobachter“.
Einiges zu tun hatten die rund 75 Einsatzkräfte der Feuerwehren. Vier Züge wurden am Montag gegen neun Uhr nach einem Krisengespräch alarmiert und waren hauptsächlich in der Kernstadt unterwegs. Die Straße von Bockenem nach Königsdahlum war überschwemmt und musste gesperrt werden. Der dort ansässige Supermarkt, das Autohaus Lier und das dahinter liegende Wohnhaus wurden mit Sandsäcken geschützt. Ein Pkw wollte nach dem Einkauf die Straße noch durchfahren, kam aber nicht mehr durch. Die Feuerwehr musste hier aber nicht eingreifen, Familienangehörige halfen. Der Lkw, der zwischen Schlewecke und Werder von der Strömung von der Straße abgekommen war (der „Beobachter“ berichtete gestern), musste dagegen mit einem Kran befreit werden. „Am Abend war es am Kritischsten. Da kam die Welle von Rhüden zu uns. Aber mit immer höheren Sandsackbarrikaden und einer Pumpe für das durchgesickerte Wasser konnten wir alle Häuser trockenhalten“, war Schneider am Ende zufrieden.
Ein Zug (Hary, Störy, Bönnien) wurde am Nachmittag zur Unterstützung nach Rhüden entsandt. Zwischendurch musste auch das Gelände der ehemaligen Wilhelmshütte in Bornum gesichert und einige Keller ausgepumpt werden. Die Werkstraße (Richtung Königsdahlum) musste für den Verkehr ebenfalls gesperrt werden.
Der Höchststand der Nette bei Bockenem war am Abend gegen 20 Uhr erreicht. Da musste kurz hinter der Ampelkreuzung auf der B 243 eine Spur gesperrt werden. Das Wasser kam vom Fluss ein wenig auf die Straße gelaufen. Zahlreiche Schaulustige guckten sich das Treiben von der Brücke aus an. „So hoch habe ich das Wasser hier noch nicht gesehen“, war immer wieder zu hören. Als dann gegen kurz nach 20 Uhr sogar die Sonne vom Himmel strahlte, sah die „Seenlandschaft“ auf den Feldern schon fast wieder idyllisch aus.
Gegen 21 Uhr war der Einsatz für die Bockenemer Feuerwehrleute erst einmal beendet. Nach dem anstrengenden Tag gab es auf Kosten der Stadt noch eine Stärkung vom Grill. Die Bäckerei Mierisch spendierte 200 Brötchen, die von der Bevölkerung geschmiert und an die Einsatzkräfte verteilt wurden.
Ganz vorbei war der Einsatz dann für einige aber doch noch nicht. Von zirka 4 bis 6.30 Uhr wurden einige Bockenemer Feuerwehrleute zur Unterstützung nach Holle gerufen. Dort war eine Pumpe des THW kaputtgegangen.
Zu der Zeit war in Bockenem das Schlimmste, vorerst, überstanden. Schon am gestrigen Morgen konnten die Straßensperrungen aufgehoben werden. Die zirka 1500 Sandsäcke bleiben jedoch vorerst liegen. Schließlich sind für den Rest der Woche wieder starke Regenfälle vorausgesagt.