Rhüdener Geschichtstafeln als Unterrichtsmaterial

Heimatpfleger Gerd Syniawa (links) überreicht Schulleiter Burkhard Strübig im Beisein mitwirkender Heimatfreunde und einiger Schüler ein spezielles Exemplar der „Geschichtstafeln“.

Vollgepackt mit Informationen: Heimatfreunde überreichen in der Grundschule spezielles Exemplar ihres Buches

Das Rechnen, Lesen und Schreiben, das kreative Gestalten und der Sachkundeunterricht stehen ganz selbstverständlich auf den Lehrplänen der Grundschulen. In der Grundschule Rhüden liegt das Augenmerk daneben aber auch auf der Vermittlung von heimatkundlichen Fakten. Da ist es gut zu wissen, vor Ort mit Heimatpfleger Gerd Syniawa sowie den Natur- und Heimatfreunden aufgeschlossene „Verbündete“ zu haben. Eine Abordnung des Vereins hatte sich jetzt auf den Weg in die Einrichtung „Am Wiesenbruch“ gemacht, um Schulleiter Burkhard Strübig die „Geschichtstafeln zu Rhüden und näherer Umgebung mit zusätzlichen Informationen“ in Heftform zu überreichen. Inhaltlich ist es fast identisch mit dem gleichnamigen Buch, das die Heimatfreunde vor kurzem herausbrachten. Darüber hinaus enthält es außerdem eine CD, auf der die einzelnen Seiten unterrichtsfreundlich digital abgespeichert sind.
„Wie kann man Geschichte lebendiger gestalten?“, diese Frage stand am Anfang des Projekts. Gestellt hatte sie sich vor einigen Jahren nicht nur Rhüdens Heimatpfleger Gerd Syniawa, sondern auch seine mittlerweile verstorbene Ehefrau Mechthild. Als Lehrerin an der Grundschule Rhüden dachte sie dabei natürlich vor allem an die Vermittlung heimatkundlichen Wissens an die Schülerinnen und Schüler. So reifte die Idee, alle wichtigen historischen Gebäude und Einrichtungen im Ort mit Hinweistafeln zu versehen.
Schnell fanden sich aus den Reihen der Rhüdener Natur- und Heimatfreunde Unterstützer. Neben Gerd Syniawa übernahm Friedrich-Wilhelm Harenberg die Recherche, Heine Harenberg und Dieter Sperling fertigten die Holztafeln an, während Karl-Heinz Dittrich und Klaus Pülm die Gestaltung der darin befindlichen Informationsblätter und das Anbringen der Tafeln an den Häusern beziehungsweise das Aufstellen der Pfähle an den vorgesehenen Stellen übernahmen. Mittlerweile wird an 36 Stellen in Rhüden und der näheren Umgebung mit den grünen Hinweistafeln an die frühere Nutzung von Gebäuden und Plätzen erinnert.
Nun können auch die Rhüdener Grundschüler erfahren, dass es in dem Ort eine Öl- und Sägemühle gab, dass hier Zigarren produziert wurden, Rhüden eine Saline und zwei Molkereien hatte und gleich an mehreren Standorten unterrichtet wurde; nicht zu vergessen die alte Badeanstalt, der Kemnadenhof, die Burg der Spaden, die Schokoladenfabrik oder das Kaiserliche Postamt.
Über das neue Unterrichtsmaterial freut sich Burkhard Strübig natürlich besonders. „Das ist eine willkommene Ergänzung, denn Museumsbesuche und Kartenkunde stehen bei uns ja ohnehin schon auf dem Stundenplan“, sagte der Schulleiter.

Das Buch „Geschichtstafeln“ – die 1. Auflage ist bereits vergriffen, ein Nachdruck schon in Auftrag gegeben – gibt es zum Preis von acht Euro pro Exemplar unter anderem bei der Postfiliale Frechdachs, bei Lotto-Heise und natürlich im Rhüdener Heimatmuseum, das immer sonntags von 10.30 bis 12 Uhr geöffnet ist.